Cenote


Ein Cenote ist ein teilweise mit Wasser gefüllter Erdfall mit steilen Wänden. Er entsteht beim Einsturz einer Höhle, die heute (nicht notwendigerweise zum Zeitpunkt des Einsturzes) mit Wasser gefüllt ist. Dieser Begriff stammt aus Yukatan, Mittelamerika, wo diese Erscheinung sehr häufig und weit verbreitet ist. Hier sind riesige Höhlensysteme mit Wasser gefüllt, und die zahlreichen Deckeneinbrüche bieten den Bewohnern einen natürlichen Zugang zum Grundwasser. Die Höhlensysteme entstanden während der Eiszeit, als der Meeresspiegel etwa 100 Meter niedriger war als heute. Nach dem Abschmelzen der Gletscher stieg der Meeresspiegel, was wiederum den Grundwasserspiegel anhob und die Höhlen flutete. Die Höhlen enthalten Süßwasser aus den Regenfällen im Inneren des Landes, aber auch Meerwasser, das aus dem Meer einströmt. Einige Cenoten enthalten zwei Wasserschichten, das schwerere Meerwasser auf dem Boden, das süße Wasser darüber, durch eine sichtbare Grenzfläche oder Halokline in der Mitte getrnnt.

Cenote ist für Englischsprachige schwer auszusprechen, die richtige Aussprache ist eher wie im Deutschen: Zee-NOH-tee. Der Begriff basiert auf dem Maya-Wort dzonot oder ts'onot (heiliger Brunnen). Er wurde von den Spaniern übernommen, die kein Wort für solche kreisförmigen Quellen hatten, da sie in Spanien nicht existieren. Deshalb wird Cenote auf spanische Art und Weise ausgesprochen. Und der Begriff Cenote bedeutet einfach Brunnen, da die Spanier den religiösen Teil ignorierten.

Diese Orte waren für die alten Mayas sehr wichtig, da die Karstebene von Yucatan völlig wasserlos ist, und diese Einstürze waren die einzigen Möglichkeiten, das Grundwasser zu erreichen. Einige von ihnen waren heilige Orte und wurden für Opfergaben genutzt.