Eishöhlen


Eine Eishöhle ist eine Höhle, die Eis enthält, nicht eine im Eis gebildete Höhle, diese heißen Gletscherhöhlen. Eishöhlen werden auch als Glacieres bezeichnet.

Eis-Stalagmiten.
Eiskogelhöhle. ©Gaspard Magarinos, mit freundlicher Genehmigung.

Eishöhlen können Höhlen jeder Art sein, Karsthöhlen, Primärhöhlen wie Lavaröhren oder tektonische Höhlen. Was sie gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass sich im Inneren der Höhle Eis befindet. Das Eis wird durch tropfendes Wasser und die niedrige Temperatur der Höhle selbst gebildet. Die Formen die entstehen ähneln Stalagtiten und Stalagmiten, es gibt aber auch Eisseen und gletscherähnliche Strukturen.

Aber es ist nicht ganz so einfach: Wenn die Höhlentemperatur unter Null liegt, warum ist das Wasser im Inneren des Gesteins nicht gefroren? Die Temperatur des Gesteins muss über 0 °C sein, die Höhlenluft unter Null. Und wenn dies der Fall ist, warum ist die Höhle dann nicht vollständig mit Eis gefüllt? Es muss eine Veränderung geben, und auf eine Periode der Vereisung folgt eine Periode des Schmelzens. Es gibt also zwei verschieden Mechanismen, die zu Eishöhlen führen:


1. Kältefallen oder Eiskellertyp: Die Form der Höhle wirkt wie eine "Falle" für kalte Luft
Sehr oft hat eine Eishöhle eine besondere Form, einen hohen Eingang aber keinen Ausgang am unteren Ende. Durch den Eingang strömt kalte Luft, die schwerer ist als warme Luft, in die Höhle hinunter. So wird die Höhlentemperatur kälter als die Temperatur der Felsen. Im Sommer bleibt die kalte Luft aufgrund ihres höheren spezifischen Gewichts in der Höhle. Es ist das gleiche Prinzip, das in Supermarktgefriertruhen verwendet wird, um die Kälte im Inneren zu halten.


2. Dynamische Eishöhlen: Außenluft bläst durch die Höhle
Diese Art von Eishöhlen funktioniert, indem Außenluft durch die Höhle strömt und die Außentemperatur in die Höhle bringt. Diese Höhlen sind in der Regel Durchgangshöhlen, Höhlen mit mindestens zwei Eingängen. Die durchschnittliche Langzeittemperatur draußen ist auch die Temperatur des Gesteins und normalerweise die der Höhle. Sie muss über 0 °C liegen, sonst ist das Gestein unter Null und das Wasser gefriert in den Ritzen und verstopft diese. Infolgedessen gäbe es kein Wasser und somit auch kein Eis in der Höhle. Dann muss es kalte und warme Jahreszeiten geben. Im Winter weht kalte Luft durch die Höhle und das herabtropfende Wasser von den wärmeren Felsen gefriert in der Höhle und das Eis wächst. Im Sommer strömt warme Luft durch die Höhle und das Eis schmilzt. Wenn mehr Eis wächst als schmilzt, füllt sich die Höhle langsam mit Eis, bis sie blockiert ist und die kalte Luft nicht mehr durch die Höhle weht. Andernfalls wächst das Eis im Winter, schmilzt aber im Sommer vollständig und es gibt einige Zeit ohne Eis.


Eishöhlen sind sehr kalt, immer unter Null, die Wege sind oft sehr schwierig zu gehen. Es ist normalerweise nicht möglich, in den Gebieten mit Eis feste Wege zu bauen, da das Eis sich jedes Jahr bewegt und dazu neigt, alles zu zerstören, was sich ihm in den Weg stellt. Die Wege über das Eis werden also jedes Jahr aus Holzbrettern und Seilen wieder aufgebaut. Eishöhlen haben oft kein elektrisches Licht, da die gleichen Probleme mit sich bewegendem Eis für elektrische Installationen gelten. Die Besucher werden mit Kopflampen oder Karbidlampen ausgestattet, der Führer brennt zusätzlich Magnesiumdraht ab, der mit sehr heller Flamme brennt.

Es ist wichtig, warme Kleidung und gutes Schuhwerk zu tragen. Solche Höhlen sind für Menschen mit gesundheitlichen Problemen nicht gut geeignet.



Literatur