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Tiefer Molchner Stollen

Schaubergwerk Molchner Stolln


Touristische Informationen:

Ort: Pobershau. A4 Eisenach-Dresden Ausfahrt Chemnitz-Nord, oder A72 Hof Chemnitz Ausfahrt Chemnitz-Süd. B174 in Richtung Zschopau-Marienberg. In Marienberg B171 in Richtung Olbernhau. 5km nach Marienberg rechts ab Dorfstraße nach Pobershau.
Öffnungszeiten: Ganzjährig täglich 9-16, Führungen stündlich zur vollen Stunde.
Technikführung: MAI bis OKT nach Absprache.
Sonderführungen: nach Absprache.
[2011]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 4,50, Kinder (4-18) EUR 3, Kinder (0-3) nicht erlaubt.
Gruppen (15+): Erwachsene EUR 4, Kinder (4-18) EUR 2,50.
Technikführung: Erwachsene EUR 6, Kinder (4-18) EUR 4,50.
Sonderführungen: Erwachsene EUR 15.
[2011]
Typ:  Silber
Licht: elektrisch
Dimension:  
Führungen: D=45min, ab zwei Personen.
Sonderführungen: D=2,5h.
Fotografieren:  
Zugänglichkeit:  
Literatur:  
Adresse: Schaubergwerk Molchner Stolln, Amtsseite Dorfstr. 67, 09496 Pobershau, Tel: +49-3735-62522, Cell: +49-173-9302081, Fax: +49-3735-660235. E-mail: contact
Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt.
Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden.
Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.
Stand:$Date: 2015/08/30 22:00:02 $

Geschichte

 
1484erste schriftliche Erähnung von Bergbau in der Gegend.
1529Drey Molchen Fundgrube erstmals erwähnt.
1540höchste Ausbeute der Grube.
1866Abbau eingestellt.
1934Ausbau zum Schaubergwerk.
1935Schaubergwerk eröffnet.
1936-1938auf Abbauwürdigkeit untersucht.
1947-1954Erzabbau durch die SDAG Wismut.
1959Wiedereröffnung des Schaubergwerks.

Geologie

Im Landkreises Marienberg ist das Gestein aus verschiedenen Gneisvarietäten aufgebau, Paragneisen (Graugneisen) und Orthogneisen (Rotgneisen), mit Metagrauwacken, Metabasite und Metaschwarzschiefer. Diese hochgradig metamorphen Gesteine haben präkambrisches Alter. Das Gestein ist voller Lamprophyr Gänge die zwischen 20cm und 6m mächtig sind und Nordwest-Südost streichen. Diese enthalten sehr viel Kalk und Kalzimineralien, es wurden Kalzite bis zu Faustgröße gefunden. Die alten Bergleute nennen diese Gänge Kalkgänge.

Ein zweites Gangsystem sind die Erzgänge, die Ost-West streichen. Dabei handelt es sich um polymetallische Gänge mit sehr komplexer Struktur. Zum einen gibt es Erze mit Zinn und Wolfram, dann welche mit Wismut, Cobalt Nickel und Silber. Diese beiden Erzsorten wechseln häufig, es wird von Trümmern zweier Paragenesen auf einem Gang gesprochen. Die Gänge sind sehr komplex aufgebaut und enthalten ein Vielzahl von Mineralien. Man findet Pyrargyrit und Argentit, gediegenes Silber, Proustit, Fluorit und Baryt. Es werden grüne und pflaumenblaue Fluoritkristalle gefunden. Die beiden bekanntesten Gänge dieser Genese sind der Molchner Spat mit einer Länge von 1.600m und der Ursula Spat mit einer Länge von 1.300m.

Schließlich gibt es noch eine Schar Nordwest-Südost streichender Erzgänge. Diese enthalten vor allem das Eisenerz Roteisenstein. Die Gänge sind oft mehrere Meter mächtig und enthalten neben dem Erz Quarz. Charakteristich ist der stete Wechsel zwischen hochgradigen Erzen und taubem Gestein (Quarz) im Gang. Man findet Quarzkristalle und Amethyst.


Bemerkungen

Die beiden Bergwerke Drey Molchner Spat und Ursula Spat waren im 16. Jahrhundert die ergiebigsten Bergwerke des Marienberger Bergamtsreviers. Sie produzierten zusammen fast die Hälfte der gesamten Silber-Ausbeute des Reviers. Besonders die Erzgänge 5. bis 8. obere Maß auf dem Molchner Spat erwiesen sich als erträglich. Der Silberbergbau erreichte beachtliche Teufen, zum Beispiel auf St. Ursula im Jahr 1575 430m. Mit dem 30 jährigen Krieg kam der Bergbau fast völlig zum Erliegen und danach wurden die vorherigen Tiefen nicht mehr erreicht.

Image: Ehrenfriedersdorfer Radpumpe, aus: Georg Agricola (1555): De Re Metallica Libri II, S. 158.

Anfang des 17. Jahrhunderts wurde vor allem Zinn abgebaut. Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Arsenkies zur Herstellung von Arsenmehl, sogenannten Giftmehl, genutzt. Ab 1866 wird jedoch kein Zinn mehr gefördert und 1886 wird schließlich die letzte Grube geschlossen. Später werden zwar immerwieder Versuche gestartet, aber ohne großen wirtschaftlichen Erfolg. 1928 wird am Reichelschacht auf dem Molchner Spat kurz abgebaut. 1936 bis 1939 wird durch die Gewerkschaft Saxonia Bavaria das Grubenfeld Zinnerne Flasche untersucht. Offensichlich auf der Suche nach Rohstoffen für den drohenden Krieg, jedoch ohne Ergebnis. Und schließlich ist 1947-1954 die SDAG Wismut hier auf der Suche nach Uran, doch wiederum ohne Erfolg.

Für die Befahrung des Bergwerkes erhalten die Besucher einen Helm und einen wasserdichten Umhang zum Schutz der Kleidung vor Tropfwasser. Der Molchner Stolln fürt zu einem Abbau, in dem der Gang auf 30m Länge und eine Höhe von 13m angebaut wurde. Hier werden die alten Techniken vorgestellt, wie zum Beispiel das Feuersetzen zum zermürben des Gesteins. Ein Blindschacht, der ursprünglich 52m tief hinunterführte, ist heute von Wasser erfüllt.

Ein Highlight der Führung ist das Kunstgezeug im Reichelschacht, eine Wasserhebetechnik aus dem 16. Jahrhundert. Hölzerne Saugpumpen heben das Wasser von der tiefsten Sohle in 7m-Schritten bis zum Erreichen eines Erbstollen, durch den das Wasser nach Außen abfließt. Diese Erbstollen heissen hier auch Rösche oder Ablaufstollen. Hier befindet sich auch der Antrieb, ein Wasserrad, dessen Antriebswasser ebenfalls durch den Erbstollen abfließt. Das Bergwerk wird oberirdisch durch aufwendige Gräben mit dem notwendigen Antriebswasser versorgt. Hier ist das der Grüne Graben, erbaut 1678-1680.

Eine Ausstellung vermittelt einen Einblick in die Arbeit der Wismut nach dem zweiten Weltkrieg. Die DDR musste als Reparationszahlung Uran an die UdSSR liefern. Die Wismut war das Bergbauunternehmen, das mit dem Abbau von Uran beauftragt wurde, Wismut war ein Tarnname. So wurde auch hier der Bergbau für einige Jahre reaktiviert und nach Uran gesucht, allerdings ohne Erfolg. In der Ausstellung wird Bergbau Technologie aus der Mitte des 20. Jahrhunderts vorgestellt.

Besonders interessant sind die vielfältigen geologischen Aufschlüsse des Bergwerks. So bekomt man einen guten Einblick in die komplexe Struktur der Gangvererzungen.


Siehe auch


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