Tiergartentunnel


Touristische Informationen:

Ort: In Blankenheim, Eifel. Von der Bahnhofstraße führen mehrere geteerte Straßen zur Burg, Beschilderung Jugendherberge folgen. Der Eingang befindet sich nördlich der Burg, etwa 100m vom Eingang der Burg am Waldrand. (50.439722°, 6.650833°)
Öffnungszeiten: Ganzjährig nach Vereinbarung.
[2020]
Eintrittspreise: frei.
[2020]
Typ: SubterraneaWasserversorgung
Licht: elektrisch
Dimension: L=150m.
Führungen: L=50min.
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: ja
Literatur: Klaus Grewe (2000): Der Tiergartentunnel von Burg Blankenheim, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz [Hrsg.]: Rheinische Kunststätten. Heft 455. 1. Auflage. Neusser Druckerei und Verlag GmbH, Neuss 2000, ISBN 3-88094-869-0.
Adresse: Touristinformation Blankenheim, Ahrtstrasse 55-57, 53945 Blankenheim, Tel.: +49-2449-87-222. E-mail:
Verein zur Förderung der Burg Blankenheim und anderer kultureller Güter e.V. E-mail:
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Geschichte

1469 Graf Dietrich III. von Manderscheid-Blankenheim erbt Blankenstein und baut eine neue Wasserversorgung.
1936 Jugendherberge eröffnet.
1997 Tunnel wiederentdeckt und ausgegraben.
1999-2000 Restaurierung der gesamten Anlage.

Bemerkungen

Det Tiergartentunnel wurde im Mittelalter zur Versorgung der Burg Blankenheim in der Eifel mit Trinkwasser angelegt. Während Wasserleitungen in der Römerzeit eine völlig normale Infrastrukturmaßnahme waren, war dies jedoch im Mittelalter nicht üblich. Diese Wasserleitung ist also für Mitteleuropa sehr außergewöhnlich. Sie ist über einen Kilometer lang, von einem Staudamm im Tal In der Rhenn bis zu einem Wasserreservoir hinter der Burg. Eine Senke wurde als Druckleitung aus Holzrohren überwunden, was ebenfalls recht außergewöhnlich ist. Der Tunnel selbst ist 150m lang und wurde inzwischen renoviert.

Der Tunnel wurde im Qanat-Verfahren gebaut und verfügt über fünf Bauschächte. Das bedeutet, dass auf der gesamten Strecke des Tunnels fünf senkrechte Schächte in den Grund getrieben wurden, und von dort in zwei Richtungen gegraben wurde. Auf diese Art kann man Tunnel in Rekordzeit bauen, weil man, in diesem Fall von 12 Stellen gleichzeitig vorgetrieben hat. Das war auch notwendig weil der manuelle Vortrieb eines Bergmanns typischerweise 1-2 Meter pro Jahr betrug, je nach Gestein. Nachteil ist jedoch daß eine sehr genaue Vermessung notwendig ist, damit die einzelnen Tunnel sich auch treffen. Vielfach kann man ungenaue Vermessungen am Versatz bei den Treffpunkten oder Knicken im Verlauf erkennen. Durch Erhöhung der Zahl der Abschnitte kann man den Richtungsfehler jedoch auch verringern. Das liegt ganz einfach daran dass jeder einzelne Abschnitt kürzer wird.

Der Tunnel ist heute von seiner Südseite ein Stück weit zugänglich. Hier befindet sich auch eine Zisterne, in der das Wasser gesammelt wurde. Sie wird als Wasserhäuschen bezeichnet, ist aber ein unterirdischer Raum mit 7,4m Länge und 4,9m Breite. Das tonnenförmige Gewölbe ist in der Mitte fast 4m hoch. Bis etwa 2,2m Höhe findet man Kalkablagerungen an der Wand, die beweisen daß das Wasser nicht höher stand. Der heutige Eingang existierte damals nicht, man konnte nur durch ain heute vermauertes Mannloch in der Decke hinein. Von hier wurde das Wasser vermutlich wieder in Wasserleitung aus Holzrohren weiter transportiert. Wo diese lag und wo sie genau hingeführt hat konnte bisher jedoch noch nicht festgestellt werden.

Ganz im Gegnsatz zu den vielen Webseiten ist der Tunnel nicht frei zugänglich. Die Quelle und der Tunneleingang sind mit Schautafeln ausgestattet und frei zugänglich, der Tunnel selbst und die Zisterne können jedoch nur mit einer Führung besichtigt werden. Feste Öffnungszeiten existieren nicht, ein Besuch muß per Telefon oder Email vereinbart werden.