Museum für Bergbau und Stadtgeschichte Obernkirchen


Touristische Informationen:

Ort: Am Kirchplatz 5, 31683 Obernkirchen.
(52.270368, 9.127949)
Öffnungszeiten: Ganzjährig Mi, So 15-18.
[2026]
Eintrittspreise: frei.
[2026]
Typ: MineKohle
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension:  
Führungen: selbstgeführt
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur: Thomas Krassmann (nY): Materialien zur Geologie und zum Bergbau des Schaumburger Landes, untertage.com / GAG. online
Adresse: Museum für Bergbau und Stadtgeschichte Obernkirchen, Am Kirchplatz 5, 31683 Obernkirchen, Tel: +49-5724-9716000. E-mail:
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Geschichte

14. Jahrhundert erster Steinkohlebergbau um Obernkirchen.
1757-1769 Höhepunkt des Kohlebergbaus.
1900 Modernisierung des Bergbaus.
1940 PREUSSAG AG ist das alleinige kohlefördernde Unternehmen in Schaumburg und Deister-Barsinghausen.
1952-1956 Schacht Lüdersfeld abgeteuft zur Erschliessung der Kohlevorkommen im zentralen Teil der Schaumburger Mulde.
28-MAR-1960 PREUSSAG AG beschließt die Einstellung sämtlicher Bergwerke und Betriebsteile in der Schaumburger Mulde.

Geologie

Die Schaumburger Mulde ist, wie der Name bereits andeutet, geologisch ein Becken das mit Sedimentgesteinen des Oberen Juras und der Unteren Kreide gefüllt ist. Diese Mulde ist durch Salztektonik entstanden, die die beiden Flügel der Mulde, Bückeberge im Süden und Rehburger Berge im Norden nach oben gehoben hat. Im Becken, am Übergang vom Oberen Jura zur Unteren Kreide befinded sich die Schichten des Wealden die aus Sandsteinen und Tonschiefern mit gelegentlich darin eingeschalteten Kohleflözen bestehen. In dieser Gegend hat der Mittler Wealden zwei je 20 cm mächtigen Kohleflöze und enthält den Obernkirchener Sandstein. Der Untere Wealden besteht aus Schiefertonen mit Sandstein, im oberen Bereich das meist etwa 0,5 m mächtige Hauptkohleflöz, daneben noch ein bis zwei kleinere Kohleflöze.

Bemerkungen

Das Museum für Bergbau und Stadtgeschichte ist eine von den Örtlichkeiten, die viele Namensvariationen besitzen, und doch der Name eigentlich so generisch ist, dass erhebliche Verwechslungsgefahr mit anderen Orten besteht. Dieses Museum wird als Museum für Bergbau- und Stadtgeschichte, Berg- und Stadtmuseum, oder Berg- und Heimatmuseum Obernkirchen. Den Namen der Stadt Obernkirchen ist eine gute Idee um die Verwechslungsgefahr zu vermindern. Das Museum ist kein Schaubergwerk, es ist ein Bergbaumuseum das im klassizistischen alten Schulgebäude am Kirchplatz untergebracht ist. Die Dauerausstellung hat als Thema 500 Jahre Steinkohlenbergbau in Obernkirchen, Bergbaubetriebe mit Brikettfabrik, Liethstollenrevier und Ziegelei, zwei Flaschenglashütten, die weltberühmten Sandsteinbrüche auf dem Bückeberg. Es ist also ein Museum für die Geschichte und die verschiedenen Formen des Bergbaus und der darauf beruhenden verabeitenden Industrie im Schaumburger Land. Dabei ist allerdings der Steinkohlenbergbau der wichtigste Punkt. Die Kohle wurde in Brikettfabriken weiterverabeitet und diente als Energieträger für Glashütten und Ziegelei. Der Obernkirchener Sandstein ist ein Baustein der seit weit über tausend Jahren in den Sandsteinbrüchen auf dem Bückeberg abgebaut wurde. Neben dem Steinbruch entstanden Steinhauerwerkstätten die diesen Stein weiterverarbeiteten. Das Ergebnis kann man im Lapidarium im Eingangsbereich bestaunen.

Daneben ist das Museum auch ein klassisches Heimatmuseum, mit einer Ausstellung zur Stadtgeschichte und einer Schalterapotheke. Die privilegierte Apotheke wurde auf Erlaubnis des hessischen Landgrafs Friedrich II 1760 angelegt Sie ist fast vollständig erhalten, mit Rohstoffen (Simplicia) und fertigen Mischungen (Composita) zum Anfertigen der Rezepturen. Das verwendete Werkzeug wie Mörser, Handwaagen, Pillenbretter und Salbentiegel wird ebenfalls ausgestellt. Daneben hat das Museum noch andere Standorte wie etwa das technische Denkmal Bremsschacht 7, die 1830 gegründete Schlosserwerkstatt Bornemann, den Bürgergarten der Familie Brockmann, und die alte Wassermühle an der Aue in Vehlen. Diese sind mehr oder weniger frei zugänglich und es gibt Schilder mit Erklärungen.

Das Museum ist äußerst sehenswert und erläutert die lokale Geologie, den Bergbau und die Geschichte der Region. Es wird betrieben vom Verein Kulturfenster Obernkirchen e.V. Allerdings gehört das Museum und das Gebäude der Stadt Obernkirchen.