Lavakeller


Touristische Informationen:

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Lavakeller, Eifel, Deutschland. Public Domain.
Ort: Obermendig, nordwestlich des Bahnhofs, Brauerstraße. BAB 61 Köln-Ludwigshafen, Abfahrt Mendig, Richtung Mendig, Schildern Lava-Dome folgen. Eintrittskarten für die Keller beim Lava-Dome Museum.
Öffnungszeiten: Lava-Dome:
Ganzjährig Di-So, Fei 10-17:30.
Schulferien (RLP+NRW) täglich 10-17:30.
Lavakeller:
Führungen Di-Fr 13:30, Sa, So, Fei 12, 13:30, 15.
Schulferien (RLP+NRW) täglich 12, 13:30, 15.
31-DEC, 01-JAN geschlossen.
Museumslay:
frei zugänglich.
[2021]
Eintrittspreise: Lava-Dome:
Erwachsene EUR 7.50, Kinder (-16) EUR 5.50, Kinder (-1m) free, Studenten EUR 6, Behinderte EUR 6.
Families: Erwachsene EUR 5.80, Kinder (-16) EUR 4.30.
Gruppen (15+): Erwachsene EUR 6, Kinder (-16) EUR 5.50, Studenten EUR 5.
Anmeldung required.
Lavakeller:
Erwachsene EUR 5.50, Kinder (-16) EUR 4, Kinder (-1m) free, Studenten EUR 4.60, Behinderte EUR 4.60.
Families: Erwachsene EUR 4.60, Kinder (-16) EUR 3.50.
Gruppen (15+): Erwachsene EUR 4.60, Kinder (-16) EUR 3.50, Studenten EUR 3.50.
Anmeldung required.
Both:
Erwachsene EUR 9.50, Kinder (-16) EUR 7.50, Kinder (-1m) free, Studenten EUR 8, Behinderte EUR 8.
Families: Erwachsene EUR 7.80, Kinder (-16) EUR 6.30.
Gruppen (15+): Erwachsene EUR 8, Kinder (-16) EUR 7.50, Studenten EUR 7.
Anmeldung required.
Museumslay:
kostenlos.
[2021]
Typ: SubterraneaUnterirdische Steinbrüche ExplainKammerbau Basaltsteinbrüche
Licht: LightBeleuchtung mit Glühlampen
Dimension: VR=35 m, AR=2,8 ha, T=5-7 °C.
Führungen: VR=35 m, AR=0.7 ha, D=60 min, St=156.
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: ja, Aufzug
Literatur: J.J. Nöggerath (1841): Zirkon in der porösen Mühlstein-Lava von Niedermendig Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geognosie, Geologie und Petrefaktenkunde, 696.
T. Wolf (1868): Die Auswürflinge des Laacher-Sees Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft, Vol. XX, 1-78.
Adresse: LAVA-DOME, Brauerstrasse 1. 56743 Mendig, Tel: +49-2652-9399222. E-mail:
Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt.
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Geschichte

7,000 BP Basaltabbau durch Steinzeitmenschen.
~0 first millstone mining in Roman times.

Geologie

Die Basaltlager bei Mendig sind ein abgekühlter Lavastrom aus basaltischer Lava, der vom Laacher See Vulkan, nur wenige Kilometer nördlich produziert wurde. Die Eruption erfolgte erst vor geologisch kurzer Zeit, vor 13.000 Jahren. Die ersten Lavaströme füllten die damals existierenden Täler auf, spätere Lavaströme flossen über die entstandene Ebene und erreichten so großflächig eine Mächtigkeit von etwa 30 m.

In den letzten 500.000 Jahren entstanden in der Osteifel rund 40 Schlackenkegel. Die drei größten Eruptionen waren Riedener Kessel, Wehrer Kessel und Laacher See. Der Laacher See Vulkan gilt nicht als erloschen und in letzter Zeit wird eine Zunahme der vulkanischen Aktivität festgestellt. Diese ist an einer leichten Anhebung und der Zunahme der CO2 Produktion abzulesen.

Bemerkungen

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Kupferstich von Barthélemy Faujas de Saint-Fond, 1802, Niedermendiger Lavakeller, Eifel, Deutschland. Public Domain.
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Postkarte ca. 1900, Niedermendiger Lavasteingrube, Eifel, Deutschland. Public Domain.

Die Stadt Mendig besitzt nordwestlich des Bahnhofs, auf einem Gebiet von etwa 0,3 km², eine Vielzahl von miteinander verbundenen Kellern. Das Labyrinth entstand ursprünglich durch den Abbau von Basalt in 32 m Tiefe. Der Basalt wurde vorwiegend in Form von Mühlsteinen abgebaut. Bereits in der Antike wurde er in der Region von den Römern zu diesem Zweck abgebaut. Im Mittelalter waren Mühlsteine die Grundlage für den Reichtum der Stadt und wurden nach ganz Europa exportiert. Während die Römer noch vorwiegend an der Erdoberfläche abbauten, folgte der Abbau im Mittelalter dem am besten geeigneten Basalt unter die Erde. Ein weiterer Grund für den unterirdischen Abbau war, dass der Basalt in Oberflächennähe durch Verwitterungseinflüsse eine niedrigere Qualität hat. So wurde die Basaltschicht etwa 30 m unter der Oberfläche großflächig abgebaut, eine 10 m dicke Decke blieb aber erhalten. Der Abbau erfolgte im klassischen Kammerbau, es wurden also in regelmäßigen Abständen Säulen stehen gelassen, die die Decke stützen. Das Ergebnis ist je nach Betrachtungsweise eine riesiger Raum mit vielen Säulen oder ein ausgedehntes Labyrinth von Gängen.

Bald stellte sich heraus, dass das Bergwerk eine konstante Temperatur hatte. Allerdings war diese Temperatur in verschiedenen Kellern etwas unterschiedlich, zwischen 7 °C und 2 °C. Dabei entsprechen die 7 °C etwa der Temperatur des Gesteins. Die kälteren Keller wirken wie eine Kältefalle, die kalte Winterluft strömt durch Öffnungen von der Oberfläche hinein und die Temperatur hält sich dann das ganze Jahr. Dies sind ideale voraussetzungen für die Lagerung von Bier, und so wurden die Keller ab Beginn des 19ten Jahrhunderts als Bierkeller benutzt. Um 1900 gab es in Mendig 28 Brauereien, die ihre Biervorräte in den Lavakellern lagerten. Das Bier wurde im weiten Umkreis, unter anderem nach Köln exportiert. Die Erschließung durch die Eisenbahn Ende des 19ten Jahrhunderts war dabei hilfreich.

Die Stadt Mendig ist ein Zentrum des Geoparks Vulkaneifel. Hier sind drei Sehenswürdigkeiten auf kleinstem Raum zu finden, die mit dem Vulkanismus verknüpft sind. Unter dem Namen Lava-Dome wurde ein modernes Museum errichtet, und mit den Lavakellern und dem benachbarten Museumslay zusammengefaßt. Das Museum enthält viele Tafeln und Modelle die die grundlegenden Mechanismen des Vulkanismus, insbesondere des eher untypischen Eifel Vulkanismus, erklären. Es gibt sogar ein Modell das einen Vulkanausbruch vorführt. Es bietet viele interaktive Exponate und ist besonders für Kinder sehr interessant. Besinders interessant ist eine Sondersendung des Reginalsenders, der live vom Ausbruch des Laacher Sees berichtet. Wie bereits gesagt, der Vulkan ist nicht erloschen, und eine erneute Eruption ist zwar unwahrscheinlich aber durchaus möglich. Die Schäden wären astronomisch, vermutlich auch die Verluste an Menschenleben.

Das Museumslay - ein Lay ist ein historischer Basalt-Steinbruch - ist eine Art Freilichtmuseum, in dem die zum Abbau des Basalts verwendeten Techniken und Werkzeuge vorgestellt werden. Das Gelände ist parkartig angelegt und frei zugänglich. Es bietet sich an, wenn man zum Beispiel auf die Führung im Lavakeller wartet.