Besucherbergwerk Schieferstollen Josefsglück


Touristische Informationen:

Ort: Langgrube, 57555, Brachbach (VG Kirchen).
Von Siegen oder Betzdorf B62 bis Mudersbach, abbiegen Richtung Brachbach. Im Ort Marienstraße bis zum Ende folgen. 200 m Fußweg.
(50.808838, 7.947989)
Öffnungszeiten: MAI bis OKT 1. Di im Monat 10-12.
[2026]
Eintrittspreise: frei, Spenden werden erbeten.
[2026]
Typ: MineSchiefer GeoparkGeopark Westerwald-Lahn-Taunus
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension:  
Führungen: D=1,5 h.
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Besucherbergwerk Schieferstollen Josefsglück, Heimatverein "Glück-Auf" Brachbach, Langgrube, 57555, Brachbach (VG Kirchen). E-mail:
Achim Müller, Tel: +49-2745-1363.
Christoph Bätzing, Tel: +49-171-2213586.
Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt.
Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden.
Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.

Geschichte

1896 Schieferbergwerk begonnen.
1903 erster Schiefer abgebaut.
1925 Schieferbergwerk geschlossen.
1944-45 Stollen als Luftschutzbunker genutzt.
1945 Stollen wieder angefahren und im Nebenerwerb betrieben.
1948 Schieferbergwerk geschlossen.
09-JUN-2011 Schaubergwerk eröffnet.

Geologie

Der dünnplattige Schiefer heißt Hornschiefer oder lokal auch Brachbacher Schiefer. Er ist besonders dafür geeignet Hauswände zu verkleiden und Dächer zu decken. Obwohl das ganze Gebiet Schiefergebirge heiß, ist Schiefer keineswegs überall zu finden, wirtschaftlich interessanter Schiefer ist nur an wenigen Stellen zu finden. Hier im Siegener Sattel findet man feinkörnige (< 0,02 mm) lockere bis schwach verfestigte, dunkel- bis hellgraue, bläuliche, rötliche oder rote, mitunter buntfarbene Sedimentgesteine. Man unterscheidet sie nach Verfestigungsgrad oder Metamorphosegrad. Der Schiefer wurde vor 350 bis 400 Millionen Jahren am Boden eines Meeres, das sich über weite Teile Europas erstreckte, abgelagert. Durch den Druck der überlagernden Schichten entstand aus dem Tonschlamm das Tongestein. Im Rahmen der variszischen Orogenese wurde er gefaltet und zudem durch den intensiven seitlichen Faltungsdruck in parallel zueinander verlaufende, dünne Lamellen zerlegt.

Bemerkungen

Das Besucherbergwerk Schieferstollen Josefsglück ist ein ehemaliger Kleinstbetrieb in dem eine kleine Zahl Bergleute von 1896 bis 1925 in drei Suchstollen nach Schiefer schürften. Es liegt südöstlich des Ortskerns der Gemeinde Brachbach, Verbandsgemeinde Kirchen, Kreis Altenkirchen und wird vom Heimatverein "Glück-Auf" Brachbach erhenamtlich betrieben. Führungen werden nach Vereinbarung ab 5 Personen angeboten und dauern 90 Minuten. Ob das Schaubergwerk regelmäßig am 1. Dienstag des Monats geöffnet ist, war nicht eindeutig zu ermitteln, wir raten vorher zur Sicherheit Kontakt aufzunehmen. Das Schaubergwerk ist GeoPunkt des GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus.

Hier gab es schon seit Jahrhunderten Abbau von Schiefer, das zeigen eine Vielzahl von alten Stollen. Der Wernsberger Erbstollen zum Beispiel ist über 300 Jahre alt und wurde zum Wahrzeichen der Gemeinde.

Der Schieferstollen Josefsglück wurde 1896 angefahren, das Dokumentiert eine Genehmigung vom Interessenwald, dem dieses Gelände gehörte. Ein Interessenwald war eine genossenschaftliche Form des gemeinschaftlichen Waldbesitzes. Der eigentliche Abbau begann dann 1903 und wurde bis 1925 betrieben.

1944 bei zunehmenden Alliierten Fliegerangriffen, erinnerten sich die Brachbacher an die aufgelassene Schiefergrube. Sie wurde als Luftschutzbunker benutzt. Zeitweise fanden bis zu 100 Personen im Stollen Schutz vor den Bomben.

Ob die Nutzung als Bunker die Erinnerung wachgerüttelt hatte oder nicht, ab Kriegsende wurde der Stollen von Clemens Bätzing im Nebenerwerb betrieben. Das dauerte jedoch nur drei Jahre, damit wurde einfach Schiefer für den Wiederaufbau gewonnen. Der Schiefer diente als Tauschware für Lebensmittel und Kleidung. Im Jahr 1948 wurde die Grube jedoch endgültig geschlossen.