| Ort: |
"Haus der Schwarzen Berge", Rhönstr. 97, 97772 Wildflecken OT Oberbach.
(50.363614, 9.885369) |
| Öffnungszeiten: |
Schaustollen:
derzeit geschlossen. [2026] |
| Eintrittspreise: |
Schaustollen:
derzeit geschlossen. [2026] |
| Typ: |
Baryt
|
| Licht: |
Elektrisches Licht
|
| Dimension: | A=620 m NN. |
| Führungen: | selbstgeführt |
| Fotografieren: | erlaubt |
| Zugänglichkeit: | nein |
| Literatur: |
(2026):
Ehem. Barytbergwerk "Grube Marie" SW von Wildflecken,
UmweltAtlas, Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU).
pdf
(2026): Grube Marie Naturpark und Biosphärenreservat Bayer. Rhön e.V. pdf |
| Adresse: |
Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön e.V. Biosphärenzentrum Rhön, "Haus der Schwarzen Berge", Rhönstr. 97, 97772 Wildflecken OT Oberbach, Tel: +49-9749-91-22-0.
E-mail: |
| Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt. Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden. Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste. |
|
| 1910 | Gründung der Bayerischen Schwerspatwerk GmbH mit Sitz in Heringen (Werra). |
| 1912 | Schwefelsäurebleiche eingerichtet um den Schwerspat besser reinigen zu können. |
| Erster Weltkrieg | Bergwerk geschlossen. |
| Zweiter Weltkrieg | Bergwerk geschlossen. |
| 31-OKT-1970 | Abbau wegen Unrentabilität endgültig eingestellt. |
| 1999 | auf Anregung und unter der Federführung eines ehemaligen Bergmanns wird die Ausstellung eingerichtet. |
| 29-OKT-2000 | Schaustollen eröffnet. |
Der Auersberg besteht aus Gesteinen des mittleren Buntsandsteins und in höheren Lagen auch des Muschelkalks. Später kam es zu Vulkanismus mit Austritten von Basalt, der in der Gegend auch im Tagebau abgebaut wurde. Allerdings hat dieser Vulkanismus nichts mit der Bildung des Schwerspats zu tun, er ist jünger. Der Schwerspat kommt in Gängen vor, die bis zu 9 m mächtig sind und hydrothermal entstanden sind. Dabei waren aber wohl in den Ausgangsgesteinen kaum Metalle vorhanden, sodass die Vererzung sehr gering ist, der Baryt ist außergewöhnlich rein. Diese Gänge können bis zu 50 m lang und 270 m tief gehen. Man nimmt an, dass sie bis in den oberen Zechstein reichen.
Der Schaustollen Grube Marie ist eine Art unterirdisches Bergbaumuseum und eine Abteilung des Biosphärenzentrum Rhön, was bedeutet dass es keine Schaubergwerksführungen gibt. Wer den Stollen besichtigen möchte, sollte zum Biosphärenzentrum Rhön "Haus der Schwarzen Berge" gehen und dort den Schlüssel abholen. Derzeit ist der Stollen allerdings geschlossen [2026], allerdings ohne angabe von grunden, wir nehmen deshalb an dass er in absehbarer Zeit wieder zugänglich sein wird. Bis zum Stollen ist es ein 1,6 km/20 Minuten gut befestigter Waldweg, der Stollen ist mit einer Ausstellung ausgestattet, die dem lokalen Abbau von Baryt gewidmet ist. Der Stollen ist nur 10 m lang, das ist wohl das kürzeste Schaubergwerk weltweit, aber als Ausstellungsfläche ist es völlig ausreichend. Allerdings muss man auch sagen, dass man zwar den Stollenausbau bewundern kann, der Baryt selbst ist jedoch nicht zu sehen.
Der Rhöner Schwerspat war von ungewöhnlicher Reinheit und wurde deshalb auch erfolgreich abgebaut. Zudem sind die Mächtigkeiten der Gänge auch recht groß. Baryt sowie Fluorit kommen in der Regel in Gängen vor, sodass es keine billigere Alternative gibt. Beide Gesteine wurden im traditionellen Bergbau nicht weiterverarbeitet, erst gegen Ende des 19ten Jahrhunderts wurde im Rahmen der Industriellen Revolution Baryt als Zuschlagstoff für die Verhüttung und für diverse andere Zwecke in größerem Rahmen benötigt. Hier in der Gegend wurde eigentlich zuerst auf Silber abgebaut, allerdings nicht sehr erfolgreich. Erst am Anfang des 20ten Jahrhunderts wurde der Barytabbau gestartet, und zwar sehr erfolgreich, die monatliche Förderung betrug war am Anfang 500 t pro Monat, und das steigerte sich bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs auf 16.000 bis 18.000 t/Monat. Der Abbau bot damals über 60 Einheimischen Arbeit, die meisten waren Frauen, die in der Aufbereitung des geförderten Baryts beschäftigt waren. Im Oberen Sinntal war der Barytabbau ein wichtiger Wirtschaftszweig.