Schaubergwerk „Gnade Gottes Erbstollen“


Touristische Informationen:

Ort: Olbernhau.
(50.660315, 13.367145)
Öffnungszeiten: MAR bis SEP nach Vereinbarung.
[2022]
Eintrittspreise: nur nach Vereinbarung.
[2022]
Typ: MineZinn MineKupfer MineEisen
Licht: LightBeleuchtung mit Glühlampen
Dimension:
Führungen: L=180 m.
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur: Lothar Suhling (1976): Der Seigerhüttenprozess. Die Technologie des Kupferseigerns nach dem frühen metallurgischen Schrifttum., Riederer, Stuttgart 1976.
Adresse: IG Bergbau & Mineralien Olbernhau e.V., Blumenauer Str. 4, 09526 Olbernhau, Tel: +49-37360-35036, Cell: +49-174-4402380, Fax: +49-37360-35270. E-mail:
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Geschichte

1714 Gnade-Gottes-Erbstollen angefahren.
1854 Beginn des Steinkohleabbaus.
1924 Ende des Steinkohleabbaus.
~1944 Stollen gesprengt.
20-NOV-1996 Interessengemeinschaft Bergbau und Mineralien Olbernhau und Umgebung e.V. gegründet.
2000 Beginn der Sanierung.
2003 Sanierung abgeschlossen.
2007 Huthaus eingeweiht.
2008 Schaubergwerk eröffnet.

Geologie

Die allgemeine Geologie des Erzgebirges besteht aus metamorphen Gesteinen mit Klüften, die mit polymetallischen hydrothermalen Lagerstätten gefüllt sind. Die Mächtigkeit der Erzgänge und ihr Inhalt sind sehr unterschiedlich. Hier in Olbernhau sind die Adern nicht sehr mächtig und enthalten hauptsächlich Zinn und Eisen, Metalle von geringerem Wert.

Daneben gibt es noch ein kleines Steinkohlenlager in der Olbernhauer Talwanne. Es besteht aus vier Flözen, das stärkste nur 70 cm mächtig. Es lohnte nur kurze Zeit den Abbau, und zwar auf der böhmischen Seite untertage in der Gabriela-Zeche. Die Kohle wurde mit einer Seilbahn nach Olbernhau befördert, gewaschen, sortiert und auf die Bahn verladen.

Bemerkungen

Das Schaubergwerk „Gnade Gottes Erbstollen“ wird vom Bergbauverein Olbernhau e.V. betrieben. Sie haben mehrere Stollen saniert, die jetzt als Fledermausquartiere dienen. Schließlich haben sie den Gnade Gottes Erbstollen auf 200 m zugänglich gemacht, dessen Eingang in den letzten Jahren des zweiten Weltkriegs gesprengt worden war. Es gab bis vor wenigen Jahren regelmäßige Öffnungstage, derzeit scheint das Schaubergwerk jedoch geschlossen zu sein. Wir vermuten, dass das Corona-bedingt ist und sich wieder normalisieren wird.

Bereits im Jahre 1168 stieß man im Umfeld von Freiberg auf umfangreiche Silberadern. Der Silberbergbau war sehr erfolgreich und auch im Umkreis wurde verstärkt nach Erz gesucht. Im Gebiet um Olbernhau, im Hüttengrund, im Gründelbachgebiet und im Bärenbachtal sind Bergbauspuren zu finden. Allerdings wurden bei Olbernhau kaum Silbererze gefunden, hier konzentrierte sich die Suche auf Zinn, Eisen und Kupfer. Doch der Bergbau war wenig ergiebig und bereits im 15. und 16. Jahrhundert endete er vollständig. So mussten sich die Menschen neue Fähigkeiten aneignen.

Die Verarbeitung der Erze entwickelte sich im Laufe der Zeit, und mit einer neuen Technologie zur Verarbeitung der Kupfererzen kam es auch in Olbernhau zu einem Aufschwung. Hans Leonhardt baute in der wald- und wasserreichen Landschaft bei Grünthal eine Saigerhütte, das lokale Schwarzkupfer wurde hier gesaigert. Saiger ist ein Bergbaubegriff und bedeutet senkrecht, Saigern beschreibt den Prozess des Absinkens von Bestandteilen eines Schmelzgemisches mit spezifisch höherem Gewicht gegenüber solchen mit spezifisch leichter gewichtigen Bestandteilen Somit war ein völlig neuer Gewerbezweig im oberen Erzgebirge eingeführt. Zum Erfolg trug sicherlich auch bei, daß fortan alles Schwarzkupfer nur noch in Grünthal gesaigert werden durfte. Das Monopol führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Die Saigerhütte Grünthal ist eine interessante bergbauliche Sehenswürdigkeit und auf jeden Fall einen Besuch wert, aber da es sich nicht um ein Schaubergwerk handelt, ist sie nicht auf showcaves.com.

Daneben wurde Eisenerz verarbeitet und im Rungstocktal wurden Rohrschmieden aufgebaut, die wiederum einen Aufschwung der Gewehrindustrie mit sich brachte. Es siedelten sich Büchsenmacher an, die in der Olbernhauer Gewehrmanufaktur arbeiteten. Die Qualität der gefertigten Waffen war sehr hoch, sodass in Olbernhau Gewehre für die sächsische Armee gefertigt wurden.