Schieferbergwerk Grube Christine


Touristische Informationen:

Ort: Schwalefelder Str. 28, 34508 Willingen
(51.298867, 8.612383)
Öffnungszeiten: APR bis OCT Mi-Sa 10:30, 11:30, 14:30, 15:30, So 10:30 und 11:30.
NOV bis MAR Mi-So 10:30.
[2021]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 4,50, Kinder (7-12) EUR 3,50, Kinder (0-6) frei.
Gruppen (20+): 10 % Ermäßigung.
[2021]
Typ: MineSchiefer
Licht: LightBeleuchtung mit Glühlampen
Dimension: T=8 °C
Führungen:  
Fotografieren:  
Zugänglichkeit:  
Literatur:  
Adresse: Besucher-Bergwerk, Schwalefelder Str. 28, 34508 Willingen, Tel: +49-5632-69673, Tel: +49-5632-9694353, Fax: +49-5632-9694395. E-mail:
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Geschichte

1857 Schieferbau AG gegründet.
1859 Konzessionserteilung durch die fürstliche Regierung zu Waldeck, Schiefersteinbrüche Maria I und Waldeck eröffnet.
1863 ursprüngliche vier Schiefergrubenfelder unter dem Namen „Christine“ vereint.
1867 Schieferbau AG kauft die Willinger Grubenfelder.
1871 Grube Christine mit einem Forschungsstollen eröffnet.
1890 obertägigen Abbaue geschlossen.
1919 Grube "Christine" eröffnet.
30-APR-1971 Schieferbergwerk Grube Christine stillgelegt.
1994 Schwalefelder Schieferbergwerk stillgelegt.

Geologie

Am Boden des Mitteldevonischen Meeres entstandene vor 350-400 Millionen Jahren Tonsteine oder Mergel. Dazu muss das Meer tief gewesen sein, ab etwa 400 m Tiefe wird Kalk vollständig gelöst und nur Tonminerale werden abgelagert. Während der variszischen Gebirgsbildung vor rund 290 Mio. Jahren wurde das Rheinische Schiefergebirge gebildet. Die Gesteine wurden gefaltet und die tieferen durch hohen Druck und hohe Temperatur metamorphisiert. Eine Form von metamorphem Gestein ist der Schiefer, bei dem durch Umkristallisation eine Ausrichtung der Minerale in einer Ebene stattfindet.

Der Schiefer ist kompakt und besitzt keine Porosität, wodurch er auch in dünnen Lagen wasserundurchlässig ist. Zudem lässt er sich in einer Ebene sehr gut spalten. Er wurde deshalb früh abgebaut und in dünne Platten gespalten um Dächer zu decken. Oberflächennah ist der Schiefer jedoch meist durch oberflächliche Verwitterung von minderer Qualität. Man muß im Tagebau also eine erhebliche Menge Gestein abtragen oder unterirdisch abbauen.

Bemerkungen

Das Besucherbergwerk Grube Christine befindet sich im Iberg, einem bewaldeten Hügel unweit des Ortskerns von Willingen. Hier wurde der Dachschiefer abgebaut, mit dem zahlreiche Dächer von Burgen, Schlössern und Kirchen in der Region gedeckt sind. Seit etwa 150 Jahren wird in Willingen Schiefer abgebaut, die beiden Schiefersteinbrüche Maria I und Waldeck gab es seit 1859. Bereits 1857 wurde die Schieferbau-AG gegründet, die dann zehn Jahre später die Willinger Grubenfelder erwarb. Sie eröffnete 1871 die Grube Christine am Iberg mit einem Forschungsstollen. Die obertägigen Abbaue wurden 1890 geschlossen.

Das Schaubergwerk bietet einen Einblick in einen freitragenden Kammerabbau aus dem 20. Jahrhundert. Die Gewinnung des Schiefers durch Sprengstoffeinsatz in der Grube, der Transport der Schieferblöcke sowie deren Bearbeitung über Tage werden erklärt. Der steil stehende Schiefer wurde abgebaut und zu Dachschieferplatten weiterverarbeitet. Das erfordert von jeher viel Handarbeit, da das Gestein manuell gespalten und zu Platten zugehauen wird. Die Platten haben eine ganz besondere Trapezform mit abgerundeten Ecken und einem Loch mit dem die Dachplatte auf der Lattung angenagelt wird. Daneben werden aber auch die Gefahren, die die Arbeit im Bergwerk mit sich brachte, erläutert. Die wichitigsten sind die Gefahren durch Steinfall und dem Einsatz von Sprengstoff. Aber auch die Silikose oder Staublungenkrankheit war eine typische Gefahr für Bergleute.

Eine Ausstellung zeigt Fossilien des Schiefers, sowie verschiedenste Gegenstände, die aus Schiefer und Schieferabfällen gefertigt wurden. Und schließlich kann man den Stollen erwerben, der etwa vier Wochen im Bergwerk gereift ist. In der Adventszeit gibt es mehrmals pro Woche eine besondere Verkostung. Im Anschluss an eine Bergwerksführung wird mit Whiskey flambierten Stollen verkostet.

Das Schaubergwerk wurde um verschiedene weitere Sehenswürdigkeiten ergänzt. So ist es möglich in den gefluteten Sohlen an einer 1,2 km langen Führungsleine zu tauchen. Auf dem Tauchgang sieht man Kleidungsstücke, Schuhe, Flaschen, Werkzeug, Rohre, Schienen und Loren, die von den Bergleuten zurückgelassen wurden. Außerdem ist es möglich Untertage zu heiraten. Ein Standesbeamter in Bergmannskluft nimmt die Trauung vor. Bei den 8 °C im Bergwerk sind jedoch feste und warme Schuhe und warme Kleidung ein Muß. Bis zu 25 Zuschauer haben Platz. In einem anderen Teil des Bergwerks werden Entspannung und Meditation angeboten, was bei der feuchten. staublöosen Luft bereits an Speleotherapie grenzt. Die Entspannungsübungen sind bei Schlafstörungen, nervöser Unruhe, allgemeinem Unwohlsein, Leistungsdruck, und Verspannungen hilfreich.