Besucherbergwerk Bauersberg


Touristische Informationen:

Ort: Parkplatz Rothsee, 97653 Bischofsheim in der Rhön.
(50.4240183, 10.0219006)
Öffnungszeiten: Ostern bis OKT frei zugänglich.
[2026]
Eintrittspreise: frei.
[2026]
Typ: MineBraunkohle SubterraneaUnterirdische Steinbrüche SubterraneaBergwerksreplik
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension: L=60 m.
Führungen: selbstgeführt
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: ja
Literatur: Anon (): Rhöner Geologie Erleben, Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön e.V. pdf
Adresse: Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön e.V. Biosphärenzentrum Rhön, "Haus der Langen Rhön", Unterelsbacher Str. 4, 97656 Oberelsbach, TeL: +49-9774-9102-60. E-mail:
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Geschichte

1521 erste urkundliche Erwähnung des Braunkohleabbaus am Bauersberg.

Geologie

Der Untergrund der Rhön besteht aus den variszisch gefalteten Gesteinen die älter als 350 Ma sind. Das Gebirge wurde abgetragen und in der Tiefe kam es zur Metamorphose der Gesteine durch hohen Druck und Temperatur. As das Meer in die Region vorstieß, kam es zur Ablagerung von Sedimenten, aber auch in abgeschnittenen Becken zu Verdunstung und der Ablagerung von Evaporiten. Das Ergebnis is Kalibergbau, Salzbergbau und eine Vielzahl von Mineralquellen. Darüber liegen Mesozoische Sediment, Sandsteine und Muschelkalk. Zu Beginn des Tertiärs hatte sich das Meer aber zurückgezogen und hinterließ eine leicht wellige Ebene mit zahlreichen Seen, es bildeten sich Moore und daraus wurde später die Braunkohle. Durch die Plattentektonik kam es im mittleren Tertiär, zwischen Oligozän und Miozän, also vor 50–31 Ma, zu einer divergenten Störung. Das Ergebnis war Vulkanismus, vorwiegend Ascheausbrüche, die zu einer meterdicken Ablagerung auf der Oberfläche führten. Der Basalt mit seinen typischen Säulen entsteht jedoch unterirdisch, er hat nie die Oberfläche erreicht, sondern erstarrte langsam in über 500 Schloten. Durch Erosion wurden sowohl Teile des Basalts als auch der Braunkohle später freigelegt.

Bemerkungen

Das Besucherbergwerk Bauersberg heißt eigentlich gar nicht so, und es ist auch kein "richtiges" Besucherbergwerk. Doch beginnen wir mit dem Grund für seine Existenz: dies ist der Bauersberg, auf dem auch heute noch in einem Steinbruch Basalt abgebaut wird. Neben dem Basalt wurde jedoch hier und in der Umgebung auch Braunkohle abgebaut. Beim Touristenziel Rothsee gibt es einen gleichnamigen Wanderparkplatz, bei dem der Naturpfad Bauersberg der vom Naturpark eingerichtet wurde. Und an diesem 9 km langen Rundweg 4, beschildert mit einer weißen 4 auf blauem Grund, gibt es 10 Informationstafeln rund um das Thema "Rhöner Geologie erleben". Der Braunkohlestollen ist eine Sehenswürdigkeit auf diesem Weg. Die größte Besonderheit: er ist rund um die Uhr frei zugänglich, es gibt keine Öffnungszeiten aber auch keine Führungen. Es gibt aber elektrisches Licht, das man selbst einschalten muss, und das nach einiger Zeit wieder aus geht. Lediglich im Winterhalbjahr ist der Stollen für den Fledermausschutz geschlossen.

Und so ergab sich die verwirrende Namensvielfalt, die sich bereits bei der Bestimmung "was" es ist, sehr schwertut. So wird er als Schaubergwerk, Schaustollen, Besucherbergwerk, Besucherschaustollen und Braunkohlestollen bezeichnet. Als Eigenname haben wir den Ortsnamen Bauersberg gewählt, gebräuchlich sind aber auch Besucherbergwerk am Rothsee, Braunkohlenstollen Einigkeit 1844, Besucherbergwerk Bischofsheim und Moritz Besucherbergwerk. Die ganze Namensverwirrung ist wohl der Tatsache geschuldet, dass dieser Stollen eigentlich eine Replik ist, der originale Stollen "Einigkeit 1844" ist einer Erweiterung des benachbarten Basaltsteinbruches zum Opfer gefallen. Er wurde sozusagen verlegt, mit anderen Worten, viele Teile wie der Holzausbau und natürlich die Form wurden vom Original übernommen. Wenn man es nicht weiß, kann man nicht erkennen, dass es eine Replik ist.