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| Bild: Aussicht auf das untere Altmühltal vom Eingang des Schulerlochs. |
| Ort: |
A9 Ausf Denkendorf oder A93 Ausf Hausen, an der Deutschen Ferienstraße
Alpen-Ostsee, in Oberau zwischen Kehlheim und Essing im Altmühltal.
4km von Kehlheim, 22km SW Regensburg.
(67,Me55) Vom Busparkplatz führt ein Fußweg von 15-20 min den Berg hinauf, ca 50 m Höhendifferenz. |
| Öffnungszeiten: |
Apr täglich 10-16. Mai bis 11-Sep täglich 10-17. 12-SEP bis 05-Nov täglich 10-16. [2006] |
| Eintrittspreise: |
Erwachsene EUR 3,50, Kinder (4-13) EUR 2. Gruppen (30+): Erwachsene EUR 3, Kinder (4-13) EUR 1,80. [2006] |
| Typ: | Kalkhöhle, Ganghöhle, Malm (Korallenkalk) |
| Licht: | elektrisch |
| Dimension: | L=420m, GH: Fl=793m², T=9°C. |
| Führungen: | D=30min., halbstündlich |
| Fotografieren: | |
| Zugänglichkeit: | |
| Literatur: |
Anonymous (oJ):
Tropfsteinhöhle Schulerloch im Altmühltal.
H. Gruber, E. Gruber (1984): Das Große Schulerloch - Die Tropfsteinhöhle im Altmühltal. Verlag M. Gstöttner, Regensburg 1984 |
| Adresse: |
Tropfsteinhöhle Schulerloch, Oberau 1, 93343 Essing, Tel: +49-9441-3277, Fax: +49-9441-21211,
E-mail: |
| Stand: | $Date: 2011/12/13 09:16:47 $ |
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| Bild: Der Pavillion mit dem Eingang zum Schulerloch. |
| 1782 | erste Beschreibung der Höhle in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. | |
| 1793 | von Adrian von Riedl besucht und auf den Namen Riedlshöhle getauft. | |
| 1825 | von Regierungsrat Anton von Schmauß gekauft. | |
| 1826-1928 | durch von Schmauß für Besucher zugänglich gemacht und der Pavillion über dem Eingang gebaut. | |
| 1828 | Benutzung von Fackellicht. | |
| 1912 | Karbidlampen. | |
| 1915 | Grabungen durch Prof. Birkner. | |
| 1953 | elektrisches Licht. |
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| Bild: Eine Führungsgruppe im Eingangsraum des Schulerlochs. |
Das Schulerloch ist paläontologisch hochinteressant. Es diente im Mittelpaläolithikum vermutlich dem Neandertaler als Lagerplatz. Während Menschen nur den vordersten Teil der Höhle bewohnten, fand man im hinteren Teil der Höhle zahlreiche Spuren von Tieren aus der Würm-Kaltzeit.
In der frühen Bronzezeit war die Höhle dann noch ein zweites Mal von Menschen bewohnt. Aus unbekanntem Grund wurde der damalige Höhleneingang zugemauert. Die Höhle geriet in Vergessenheit und wurde erst im Mittelalter wiederentdeckt.
Der Erschließer der Höhle, Anton von Schmauß war Freimaurer. Von ihm stammen auch die Inschriften über dem Eingang und die Statue der Göttin Isis, der Göttin der Natur. Er baute den Wohnpavillon, unter dem sich der Höhleneingang befindet, und einen weiteren Pavillion, in dem sich heute ein kleines Museum mit Exponaten zur Höhle, dem Altmühltal und dem Rhein-Main-Donau-Kanal befindet.
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| Bild: |
Das Schulerloch wird häufig als Tropfsteinhöhle bezeichnet. Die Sinterablagerungen der Höhle sind jedoch als Montmilch ausgebildet, eine milchige, gräuliche und weiche Aragonitablagerung. Diese Montmilch bedeckt große Flächen der Höhlenwand und Decke. Tropfsteinschmuck besitzt sie - sogar im Vergleich zu anderen fränkischen Höhlen - nur wenig. Bemerkenswert sind die beiden wunderschönen Tropfsteinbecken am Ende der Höhle. Doch gerade durch diesen Mangel an Tropfsteinen kommt der besondere Charakter der Höhle zur Geltung.
Die Höhle befindet sich inmitten eines Korallenriffs der Jurazeit. Der vielfältig und unregelmäßig zerklüftete Malmkalk bildet interessante Gewölbe die eine ganz außergewöhnliche Akustik besitzen. Ein Didgeridoo Konzert bei meinem letzten Besuch war ein beeindruckendes Erlebnis.
Die Höhle wird auf ein Alter von etwa 1,5 Mio Jahre datiert. Zu dieser Zeit floß die Altmühl-Donau 55 m über der heutigen Talsohle und bildete den Vorfluter. Die Höhle entstand während einer längeren Stillstandsphase der Eintiefung. Die Eintiefung des Altmühltals setzte sich übrigens noch bis vor 200.000 Jahren fort. Dann verlagerte sich die Donau in das Tal eines Nebenflusses und es entstand der berühmte Donaudurchbruch bei Weltenburg. Ein Teil dieses Urdonautals ist das Wellheimer Trockental, der Rest des Tales wurde von der Altmühl übernommen.
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| Bild: Ein Abri. Dieser Überhang befindet sich in unmittelbarer Nähe der Schulerhöhle. |
Das Schulerloch wird oft auch Großes Schulerloch genannt, um es vom benachbarten Kleinen Schulerloch zu unterscheiden. Es ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Es weist eine Felsritzung auf, die eine Hirschkuh oder einen Steinbock darstellt. Sie wurde 1937 von den Heimatforschern A. Oberneder und O. Rieger entdeckt.
Die Ritzung weist große Ähnlichkeit mit steinzeitlichen Darstellungen aus französischen und spanischen Höhlen auf. Prof. Birkner, Dr. Wagner und Prof. Obermaier bezeichneten sie deshalb als die erste eiszeitliche Felszeichnung in Deutschland. Aufgrund der Tatsache, dass sie kaum verwittert ist erklärte Prof. Zotz aus Erlangen sie jedoch für eine Fälschung.
Der aktuelle Stand der Forschung ist, dass die Gravur aus dem späten Magdalénien, 10.000 v.Chr, stammt. Allerdings wird dies lediglich durch den Stil und die Ritztechnik geschlossen. Ein endgültiger Beweis ist nach dem heutigen Stand der Archäologie nicht möglich. Ein Abguß der Ritzung ist in der oben erwähnten kleinen Ausstellung beim Großen Schulerloch ausgestellt.
Unterhalb dieser Ritzung befinden sich altgermanische Runenzeichen aus dem 6. bis 8. Jh. Ihre unmittelbare Nähe zu den steinzeitlichen Ritzungen trug wesentlich zur Verwirrung bei. Die Buchstaben bilden die drei Worte BIRG LEUB SELBRADE. Birg ist ein weiblicher Vorname, Vorläufer von Birgitt oder Brigitte. Selbrade ist ein männlicher Vorname. Leub bedeutet lieb, geloben oder widmen.
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