Besucherbergwerk Stock und Scherenberger Erbstollen


Touristische Informationen:

Ort: Helsbergstraße 25, 45549 Sprockhövel.
A43 Ausfahrt 22 Sprockhövel, 234 Richtung Dellwig, in Leveringhausen links, am Ortausgang von Hiddinghausen links.
(51.361327, 7.277009)
Öffnungszeiten: An Besuchstagen, Sa 10:30, 11:30, 12:30.
Termine werden auf der website publiziert.
Anmeldung notwendig.
[2023]
Eintrittspreise: frei, um Spende wird gebeten.
Empfohlen: Erwachsene EUR 10.
[2023]
Typ: MineErbstollen MineKohle
Licht: LightBeleuchtung mit Glühlampen
Dimension: L=2,4 km.
Führungen: L=800 m, Min=2, Max=6, MinAge=9.
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur:
Adresse: Bergbauaktiv Ruhr e.V., Albringhauser Str. 13, 45549 Sprockhövel. E-mail:
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Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.

Geschichte

1450 Kohlevorkommen am Schever Busch entdeckt.
1645 Erstbelehnung der Stock und Scherenberger Gruben.
1746 Beginn des Stollenbaus.
1818 die Zechen Berechtsamen Leveringsbank und Oberleveringsbank werden erreicht.
1822 Zechen Caninchen und Nachtigall werden erreicht.
1823 Zeche Gabe Gottes wird erreicht.
1824 Zeche Dreckbank wird erreicht.
1826 Zeche Neuglück wird erreicht.
1841 Schlebuscher Erbstollen wird erweitert.
2013 Stollen durch Bergbauenthusiasten wieder zugänglich gemacht.
16-NOV-2018 Schaubergwerk eröffnet.

Geologie

Die Kohleflöze aus dem oberen Karbon sind bis zu 320 Millionen Jahre alt, aus dem Namurium das hier lokal als Sprockhövel-Formation bezeichnet wird. Sie sind eingebettet in Sandstein und Tongestein, und durch mehrere Störungen überschoben, im Schaubergwerk ist die Pleßbachstörung. Einige Kohleflöze sind im Stollen aufgeschlossen. Eine Besonderheit im Bergwerk sind Toneisensteingeoden und einige Fossilien. An manchen Stellen haben sich Tropfsteine aus Eisenoxid gebildet.

Bemerkungen

Besucherbergwerk Stock und Scherenberger Erbstollen zeigt einen Erbstollen, also einen Entwässerungsstollen, der nicht für den Abbau vorgetrieben wurde, sondern um dem Grubenwasser das eigenständige ausfließen aus dem bergwerk zu ermöglichen. Das hatte den Vorteil, dass keinen Pumpen betrieben werden mussten. Der Stollen musste dazu von einer möglichst tief liegenden Stelle in der Umgebung, leicht ansteigend bis zum Bergwerk vorgetrieben werden. Nach mehreren Jahrzehnten Bauzeit erreichte der Stollen nach 2,4 km die Zeche. Die Kosten waren in dieser Zeit drastisch gestiegen, 1744 wurden 4350 Reichstaler für den gesamten Stollen veranschlagt, bereits 1770 beliefen sich die Kosten auf 30.000 Reichstaler. Dafür sicherte er den Kohlenabbau für einige Jahrzehnte und entwässert bis heute kostenlos. Er ermöglichte den Abbau der Steinkohlen auf einer Bauhöhe von rund 100 m.

Er wurde nach gut 40 Jahren vom Schlebuscher Erbstollen abgelöst, der bis hierher verlängert wurde um 65 m tiefer zu entwässern. Dieser erreichte seinen Endpunkt am Schacht Hövel im Jahr 1865. Er war mit 12 km Länge der längste Erbstollen im Ruhrbergbau.

Die Kohlevorkommen am Schever Busch sollen 1450 entdeckt worden sein, was sie zur ältesten Kohlefundstätte im Ruhrgebiet macht. Die Hauptgrube Stock und Scherenberg wurde wenige Jahre später begonnen und wird als eine der ältesten Zechen des Ruhrgebiets angesehen. Noch im Jahr 1805 war sie die ergiebigste und reichhaltigste Zeche der Mark! Die Zeche wurde wohl um 1860 geschlossen.

Das Schaubergwerk wird von Bergbauenthusiasten betrieben, die das Schaubergwerk an bestimmten Samstagen im Sommerhalbjahr öffnen. Die Führungen haben maximal 6 Teilnehmer und sind recht fordernd, es steht durchgehend 10 cm Wasser, der Stollen ist meist nur 1,70 m hoch, und natürlich gibt es kein Licht. Besucher sollten einen Helm mit Kopflampe, alte Kleidung, Gummistiefel, und Kleidung zum Wechseln mitbringen.