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Marienglashöhle


Touristische Informationen:

Ort: A4 Ausfahrt Waltershausen, durch Waltershausen nach Friedrichsroda, B88 Richtung Eisenach, 1km nach Friedrichsroda, links ab. (36,Ld43)
Öffnungszeiten: APR bis OCT 9-17. NOV bis MAR 9-16. [2004]
Eintrittspreise: Erwachsen EUR 4, Kinder (3-18) EUR 2. Gruppen (16+): Erwachsen EUR 3,25, Kinder (3-18) EUR 1,75. [2004]
Typ:  Gipshöhle Einzelner Raum, Gipshöhle, Zechstein Gips
Licht: elektrisch
Dimension: Obere Sohle: L=100m, B=30m, Untere Sohle: L=80m, Kristallgrotte: D=10m, Herzog-Ernst-Stollen: L=110m
Führungen: L=250m, D=30min, St=100, V=80.000/a [2005].
Fotografieren:  
Zugänglichkeit:  
Literatur: Naturdenkmal Marienglashöhle
Adresse: Marienglashöhle Friedrichroda, 99894 Friedrichroda, Tel: +49-3623-304953, Fax: +49-3623-304953.
Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt.
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Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.
Stand:$Date: 2015/08/30 21:59:58 $

Geschichte

 
1775Bau des Herzog-Ernst-Stollens.
1778Beginn des Gipsabbaus.
1784Entdeckung der Kristallgrotte.
1848Weiterer Abbau des Marienglas wird untersagt.
1903Ende des Gipsabbaus, Beginn des Schaubetriebs.
1943Ende des Schaubetriebs, Verfall des Stollens.
1968Neuerschließung der Marienglashöhle, Bau des Ausgangsstollens.
1974Stollen aus dem 18. Jh freigelegt.

Bemerkungen

Die Marienglashöhle ist zum größten Teil keine Naturhöhle, sondern ein ehemaliges Bergwerk. Bergleute aus Gotha wollten hier Kupferschiefer erschließen. Dazu trieben sie den Herzog-Ernst-Stollen in den Berg. Sie fanden allerdings keinen Kupferschiefer, sondern ein mächtiges Gipslager. Dieses wurde dann mehr als 100 Jahre lang abgebaut, wobei die Hohlräume der Marienglashöhle entstanden. Der Herzog-Ernst-Stollen ist auch heute noch der Zugangsstollen.

Beim Abbau des Gipses konnten immer nur 4 Bergleute gleichzeitig arbeiten, da die Bewetterung durch den Stollen sehr schlecht war. Als Lichtquelle benutzten sie Pflanzenöllampen, die etwa die Helligkeit einer Kerzenflamme erzeugten. Ihr Werkzeug, das Gezähe, und eine solche Lampe sind in einem Schaukasten ausgestellt.

Während des Gipsabbaus wurde ein Auslaugungshohlraum entdeckt. Dabei handelt es sich um eine natürliche Gipshöhle, wie man sie auch im  Gipskarstgebiet am südlichen Harzrand häufig findet. Auch dort wurden diese Hohlräume häufig beim Kupferschieferbergbau entdeckt und Schlotten genannt (Siehe  Heimkehle). Allerdings war hier in Friedrichsroda im Laufe der Zeit der Gips in den Hohlraum hinein-kristallisiert. Voraussetzung dazu war, dass sich gesättigte Gipslösung über sehr lange Zeiträume ungestört in dem Hohlraum befand. Dadurch konnnte der Gips in bis zu 80cm lange Selenitkristalle auskristallisieren.

Dieser schönste Teil der Höhle heißt Kristallgrotte. Hier kann man allerdings nur noch bis zu 25cm große wasserklare Gipskristalle sehen. Diese erhielten im Mittelalter den Namen Marienglas, da sie sehr flach sind und als Glasscheibenersatz vor Marienbildern und in Reliquien-Behältern benutzt wurden. Glas war im Mittelalter noch sehr ungleichmäßig und voller Luftbläschen, so dass diese Kristalle bevorzugt wurden. Chemisch handelt es sich beim Marienglas um Gips, allerdings wird diese besondere Kristallform als Selenit bezeichnet.

Außerhalb der Kristallgrotte läßt sich sehr schön der Aufbau des Nordrandes des Thüringer Waldes erkennen. Da die Schichten bei seiner Hebung steilgestellt wurden wandert man im Zugangsstollen vom Eingang bis zur Höhle durch immer ältere Schichten. Der Eingang befindet sich im Buntsandstein, danach durchquert man den Plattendolomit des Oberen Zechstein und betritt dann den Gips des unteren Zechstein. Die verschiedenen Gesteine lassen sich in Lücken der Ausmauerung des Stollens (geologische Fenster genannt) gut erkennen.

In der oberen Sohle des Bergwerks wurde beim Ausbau 1968 ein künstlicher Wasserfall angelegt. Dieser wird über eine Söffelpumpe vom Höhlensee versorgt, die der Führer bei jeder Führung eine Minute lang laufen läßt.

In der unteren Sohle befindet sich ein Höhlensee, der auf einem 70 m langen Steg überquert wird.

Verschiedene kleinere Tropfsteine sind erst seit dem Ausbau 1968 entstanden. Sie bestehen aus Kalk, der aus den Betonsäulen des Ausbaus gelöst wurde.

Über der Marienglashöhle an der Erdoberfläche befinden sich Erdfälle und Pingen. Die Erfälle sind eine Folge der Verkarstung des Gipses, die Pingen wurden angelegt um den Kupferschiefer im Tagebau abzubauen.


Siehe auch


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