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Gipshöhlen und Gipskarst


Bild: ein künslicher See, der angelegt wurde um die empfindlichen Gipslappen zu schützen.  Barbarossahöhle in  Deutschland.

Gips-Karstgebiete weisen einige grundsätzliche Unterschiede zu normalen Kalk-Karstgebieten auf. Diese beruhen auf den unterschiedlichen chemischen Eigenschaften von Gips und Kalk.

Die Löslichkeit des Gipses beträgt über 2kg pro 1m³ Wasser und setzt keine Kohlensäure voraus, wie die Lösung von Kalk. Die hohe Löslichkeit des Gipses führt zu einer sehr schnellen und großräumigen Höhlenentwicklung. Höhlen entstehen in weniger als einem Zehntel der Zeit die sie in Kalk benötigen würden, stürzen aber auch um so schneller wieder ein. So ist zum Beispiel die B  Barbarossahöhle im Kyffhäuser erst 200.000 Jahre alt.

Gips ist direkt wasserlöslich, ohne erst den Umweg über die Kohlensäure zu gehen. Wenn in Hohlräumen die Kohlensäure aus dem Wasser in die Luft entweicht, würde Kalk ausfällen und Tropfsteine und andere Sinterformen bilden. Der Gips dagegen bleibt in Lösung. So ist das völlige Fehlen von Gips-Tropfsteinen zu erklären.

Eine weitere Besonderheit ist, dass die Schichten genaugenommen nicht aus Gips sondern aus Anhydrit (lat: ohne Wasser) bestehen. Wenn dieser Anhydrit Wasser aufnimmt, wandelt er sich in Gips um und vergößert dabei sein Volumen um 30-40%. In Höhlen geschieht dies natürlich durch das Grundwasser und die Luftfeuchtigkeit, was zu interessanten Effekten führen kann (Siehe  Barbarossahöhle). Dadurch können sich sogar Gipsschichten so aufspreizen, dass Primärhöhlen entstehen (Siehe  Zwergenkirche).


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