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Ilsenhöhle


Touristische Informationen:

Ort: Ranis. A9 Ausfahrt Triptis, B281 nach Westen Richtung Saalfeld. In Pössnek links ab nach Ranis.
Öffnungszeiten:  
Eintrittspreise:  
Typ:  
Licht: elektrisch
Dimension:  
Führungen:  
Literatur: Werner M. Hülle (1977): Die Ilsenhöhle unter Burg Ranis/Thüringen: Eine paläolithische Jägerstation, Fischer, 203 Seiten, ISBN: 343730254X
Adresse: Stadt Ranis, Pößnecker Str. 49, 07389 Ranis, Tel: 03647-442892, Fax: 03647-423945. E-mail: contact
Stand:$Date: 2008/07/01 20:33:28 $

Geschichte

 
1926Beginn der archäologischen Voruntersuchungen.
1932Beginn der archäologischen Ausgrabungen.
1938Abschluß der Ausgrabungen.

Bemerkungen

Die Ilsenhöhle liegt im Burgfelsen der Burg Ranis in der thüringischen Stadt Ranis. Es handelt sich um eine der bedeutendsten paläolithischen (altsteinzeitlichen) Fundstätte in Mitteleuropa. Sie wurde in den 1930er Jahren ausgegraben. Die Ergebnisse tauchen in der Literatur meist unter dem Namen Ranis auf. Heute ist die Höhle frei zugänglich, zum Beispiel in Verbindung mit einer Besichtigung der Burg.

Etwas verblüffend ist die Tatsache, dass es sich um eine Karsthöhle handelt. Das Thüringer Schiefergebirge und das Vogtland sind vorwiegend aus nicht verkarstungsfähigen Gesteinen aufgebaut. Der Kalk wurde durch ein Bryozoenriff des Zechsteins gebildet, und sitzt auf den metamorphen, granitisierten, alpinotyp gefalteten paläozoischen Sedimenten auf. Die Gesteine steigen nach Süden leicht an, so dass die mesozoischen Sedimente auskeilen. Die Riffe sind widerstandsfähig und bilden eine Schichtstufe. Diese ist gleichzeitig die Grenze zwischen Grundgebirge und den den auflagernden Sedimenten des Mesozoikums. Die Burg Ranis sitzt genau auf dieser Schichtstufe.

Die Ilsenhöhle besteht aus zwei kleinen, ursprünglich miteinander verbundenen, etwa 10m langen Felsspalten.

Auf dem Clidenfelsen bei Oelsen hausten Raubritter, die Cliden genannt wurden. Das letzte Kind aus diesem Geschlecht war ein Mädchen mit dem Namen Ilsa. Die Cliden waren rauhe Männer, und so floh Ilsa eines Tages vor ihnen. Sie erreichte den Felsen bei Ranis, und eine Höhle öffnete sich für sie, aus der harmonische Klänge kamen. Im Dämmerlicht in der Höhle erkannte sie eine weite Gegend, in der kleine Wesen, die zuerst wie Kinder aussahen, zu der Musik tanzten. Das war das Volk der Heimchen.

Die Heimchen hießen Ilsa willkommen und zeigten ihr unermesslichen Schätze, die sie den Riesen abgenommen hatten. Da waren Bäume aus Silber, Früchte aus Gold, und Edelsteine bildeten die Blätter und Blüten. Ilsa sah eine Herde goldener Schafe mit einem goldenen Schäferstab und Schäferhund. Sie bat darum, diese Schafe hüten zu dürfen, worüber die Heimchen sehr erfreut waren. Sie versprachen ihr, solange keines der Schafe verloren ginge, und sie nicht auf die Oberwelt zurückkehren würde, werde sie jung bleiben und alle ihre sonstigen Wünsche würden erfüllt.

Lange lebte Ilsa so in Glück und Zufriedenheit, bis sie eines Tages doch das Verlangen die Oberfläche wieder zu sehen überkam. Um sie abzulenken gaben die Heimchen ihr zwei hübsche Nixentöchter aus dem nahen Krinnelsloch zur Gesellschaft. Als sie weiter flehte, nur einen Blick auf die Oberwelt werfen zu dürfen, führte man sie schließlich zum Ausgang, den sie jedoch nicht überschreiten durfte. Doch als Ilsa den blauen Himmel und Sonnenschein sah, vergaß sie alles andere und saß nur noch am Eingang. Ein Zauber verhinderte, dass sie die Höhle verlies.

Eines Tages bemerkten die Bewohner von Ranis Ilsa in der Höhle. Sie hielten sie für eine Erscheinung aus der Götterwelt. Man näherte sich der Jungfrau ehrfürchtig und begann ihr Fragen zu stellen. Da sie freundlich war und auf alle Fragen eine Antwort gab wurde sie bald als Weissagerin verehrt. So bliebe es viele Jahre.

Eines Tages kam eine Bilbze zu Ilsa, ein Weib aus dem nahen Godaminsteich, der bösen Geistern geweiht war. Sie überredete sie, mit Herde, Hund und Stab herabzusteigen ins Tal und löste den Zauber, der Ilsa festhielt. Unter den Klagetönen der betrogenen Heimchen verlies Ilsa die Höhle und trieb nun ihre Herde drei ganze Menschenalter lang über das Land. Sie half allen die sie traf und war eine erfurchtgebietende Erscheinung.

Auf dem Rombergfelsen lebte ein Riese, der sich auf den ersten Blick in sie verliebte. Doch sie wies alle seine Anträge zurück, und so verwandelte sich seine Liebe schließlich in Haß. Er bannte sie daraufhin tief hinab in die Räume der Burg Ranis, wo sie noch heute ihre goldenen Schafe hütet. Der Bann wird erst dann gelöst werden, wenn die Heimchen in ihr Reich wiederkehren und noch einmal in einem ungleichen Kampf die Riesen besiegen. Doch sie wurden von den christlichen Glocken in die alten Grabhügel verscheucht. Bis es soweit ist erscheint sie den Burgbewohnern bei wichtigen Ereignissen und manchmal ist auch auch ein nächtliches Pochen in der Tiefe zu hören. Das kommt von ihrem goldenen Stab, mit dem sie manchmal ungeduldig auf den Boden pocht.


Alte Sage.


Siehe auch


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