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Hohler Fels bei Schelklingen


Touristische Informationen:

Bild: Die Umgebung mit dem weithin sichtbaren Hohlen Fels.
Ort: Von Ulm B28 bis Blaubeuren, vor dem Tunnel links ab B492 nach Schelklingen. Am Ortseingang links ab. 500m bis Parkplatz, 5 min Fußweg.
Öffnungszeiten: MAI bis OKT So 14-17.
[2011]
Eintrittspreise: Erw 2.-, Ki 1.-
Typ: K Karsthöhle, einzelne Halle, Malm
Licht: elektrisch
Dimension: L=120m, GH=23.4m, 534 m N.N. Fläche der Halle: 500 qm
Führungen: V=3.800/a [2005].
Fotografieren:  
Zugänglichkeit:  
Literatur: (o.J.): Der Hohlefels bei Schelklingen, Alb-Donau-Kreis, Eine urgeschichtliche Fundstelle im Achtal,
Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Kleine Führer, Blatt 46, Hrsg: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, Stuttgart
Wagner, E. (1979): Eiszeitjäger im Blaubeurener Tal, Führer zu archäologischen Denkmälern in Baden-Württemberg, Bd. 6, Theiss, Stuttgart 1979.
Bernhard Mangold, Andreas Pöhler (1966): Der Hohle Fels, Laichinger Höhlenfreund, 1. Jahrgang, 2. Halbjahr 1966, Heft 2
Adresse: Museumsgesellschaft Schelklingen, Verein für Heimatgeschichte e.V., Merowingerstr. 8, 89601 Schelklingen
Bürgermeisteramt Schelklingen, Marktstraße 15, 89601 Schelklingen, Tel. +49-7394-2480
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Stand:$Date: 2015/08/30 21:59:45 $

Geschichte

Bild: Ansicht der Ausgrabung im Eingangsbereich.
 
1830Ausgrabung von Höhlenbärenknochen durch den Töpfer Rixinger beim Lehmgraben.
1844Verwendung der phosphatreichen Höhlenablagerungen als Dünger.
1870-71Grabung durch Oskar Fraas und J. Hartmann.
1872Exkursion des Anthropologischen Vereins zur Höhle. Teilnehmer u.a. Professor R. Virchow. Sicherung der Höhle durch ein Tor.
1905Anlage von Treppen und Wegen und Beginn der Höhlenfeste, organisiert von der Ortsgruppe Schelklingen des Schwäbischen Albvereins.
1936Hohler Fels als Naturdenkmal unter Schutz gestellt.
1944vom Luftgaukommando V für Zwecke der Luftwaffe beschlagnamt und Höhlenboden teilweise eingeebnet.
1955elektrisches Licht installiert und mit massivem Eisengitter verschlossen.
1958-60Grabung durch die Schelklinger Heimatforscherin G. Matschak und Prof. Gustav Riek.
1966Vermessung und Artikel im  Laichinger Höhlenfreund.
1977-79Ausgrabungen durch Prof. Joachim Hahn vom Tübinger Institut für Urgeschichte in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt.
1987-96Jährlich sechs Wochen Grabung durch Prof. Joachim Hahn.
1997-Ausgrabungen durch Prof. N. J. Conard und Prof. H.-P. Uerpmann vom Institut für Urgeschichte der Universität Tübingen.

Bemerkungen

Bild: Vitrinen im Eingangsbereich der Höhle.

Der Hohle Fels ist einer der größten Hohlräume der Alb. Er besitzt allerdings nur diese eine große Halle, die man durch einen mannshohen Gang betritt. Der Hohle Fels besitzt keine Tropfsteine und nur ein bischen Montmilch. Er ist vorwiegend von archäologischem Interesse.

Von 1977 bis 1979 fand eine Grabung des Landesdenkmalamt Baden-Württemberg statt. Dabei wurden unter anderem geschnitztes Gagat, eine Geweihharpune und Nähnadeln aus dem Magdalénien gefunden wurden. Aus dem Gravetien stammen Speerspitzen und tropfenförmige Elfenbeinanhänger.

Das Highlight einer weiteren Grabung in den Jahren 1997-99 durch das Institut für Urgeschichte, Tübingen, war der Fund eines bemalten Steins. Er wurde in der Presse ausführlich beschrieben und als erster Nachweis von Höhlenwandmalerei nördlich der Alpen bezeichnet.

Diese spektakuläre Veröffentlichungsaktion hat den Hohlen Fels etwas bekannter gemacht. Andererseits sollte sowohl der Anlaß als auch die Art und Weise der Publikation skeptisch betrachtet werden. Immerhin wurden bereits 1988 von Joachim Hahn bemalte Steine aus dem  Geißenklösterle bei Blaubeuern beschrieben.

Neben den spektakulären archäologischen Funden gibt es natürlich noch eine Vielzahl paläontologischer Funde. Das Höhlensediment wurde in kleinem Rahmen als Dünger abgebaut, da es durch den Knochenanteil und durch Fledermausguano einen hohen Phosphatgehalt hatte. Dabei wurden immer wieder Knochen gefunden. Auch bei der jüngsten Grabung wurde ein Vollständiger Höhlenbärenschädel von etwa 40cm Länge gefunden. Im Rahmen der jüngsten Grabungen wurden auch das Alter der Höhlenbärenfunde aus den Höhlen des Achtals mit C14 bestimmt. Die Ergebnisse bewegen sich um 28.000 Jahre, also dem Gravetien. Der Mensch un der Höhlenbär lebten also gleichzeitig hier, und mit einem außergewöhnlichen Funde konnte sogar nachgewiesen werden, dass der Mensch den Höhlenbären jagte. Ein Wirbel mit einer abgebrochenen Silexspitze wurde gefunden, von einem Speer oder Pfeil mit dem auf den Bär geschossen worden war. Eine weitere Verletzung am gleichen Wirbel legt eine gemeiknsame Jagd nahe, da sie mit größter Wahrscheinlichkeit von einem zweiten Jäger verursacht worden war.

Kopien der Funde aus dieser und anderen Höhlen des  Blautals sind im  Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren, im Heimatmuseum Schelklingen und in der Höhle selbst zu sehen.

Noch eine Anmerkung zum Namen Hohler Fels. Man findet sehr verbreitet den Namen Hohle Fels in der Literatur, was jedoch tatsächlich falsch ist. Im schwäbischen ist dies einfach der hohle Fels, als Eigenname hohler Fels.


Hohler Fels Gallerie

Siehe auch


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