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Brillenhöhle

Zwickelhöhle


Touristische Informationen:

Ort: Bei Blaubeuren. A8 Ausfahrt Merklingen, Richtung Laichingen, nach 5km links ab nach Blaubeuren. Am Ortsende von Blauberen Richtung Schelklingen auf der rechten Straßenseite startet ein Wanderweg zur Höhle. 15 Minuten Fußweg.
Öffnungszeiten: Verschlossen.
Zugänglich am Höhlenwandertag, Tag des offenen Denkmals und unregelmäßig zu anderen Festen.
[2011]
Eintrittspreise: Frei.
[2011]
Typ:  Karsthöhle Halbhöhle, Höhlenruine.
Licht: keines, nicht notwendig
Dimension:  
Führungen:  
Fotografieren:  
Zugänglichkeit:  
Literatur: Eberhard Wagner (1979): Eiszeitjäger im Blaubeurer Tal, Führer zu archäologischen Denkmälern in Baden-Württemberg, Band 6, Karl Theiss 1979.
Adresse: Urgeschichtliches Museum, Karlstr. 21, 89143 Blaubeuren, Tel: +49-7344-9286-0, Fax: +49-7344-9286-15. E-mail: contact
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Stand:$Date: 2015/08/30 21:59:42 $

Geschichte

 
1911Goessler erwähnt den Fund von prähistorischen Scherben.
1951weitere Funde.
1962.
1955erste Grabungen durch Prof. Dr. Gustav Riek.
1963letzte Grabunge durch Prof. Dr. Gustav Riek.

Bemerkungen

Die Brillenhöhle erhielt ihren Namen durch ein brillenförmiges Loch in der Höhlendecke. Die Höhle besteht im Wesentlichen aus einem einzigen Raum, der einen Durchmesser von 17m hat und durchschnittlich 4,50m hoch ist. Insgesamt ist die Höhle lediglich etwa 20m lang. Eine kleine Nebenhöhle heißt Vesperhöhle und verläuft vom Eingangsportal der Brillenhöhle etwa 5m weit in östlicher Richtung. Sie ist 2,50m breit und 6m hoch. Die Brillenhöhle befindet sich bereits in einem fortgeschrittenen Zustand der Verwitterung und kann durchaus als Höhlenruine bezeichnet werden.

Andererseits kann man sich die Vorteile dieser Höhle für unsere Vorfahren gut vorstellen: Die beiden großen Öffnungen im Dach erlauben den Abzug von Rauch und lassen ausreichend Licht herein. Dennoch ist der Raum so groß, dass die meisten Teile bei Regen trocken bleiben und bietet so einer großen Zahl von Menschen einen herrvorragenden und komfortablen Wetterschutz.

Man erreicht die Höhle nach einem steilen Anstieg vom Ortsausgang von Blaubeuren. Der Eingang liegt zwischen Felsen etwa 95m über dem heutigen Grund des Achtals. Die Höhle war also während der Eiszeit, als die Talhänge wahrscheinlich nicht wie heute bewaldet waren, einigermaßen gut erreichbar. Gleichzeitig bot sie aber vom Eingang eine gute Aussicht auf das Blautal und damit auf das Wild das an die Urdonau zum Trinken kam.

Die Brillenhöhle wurde 1951 bis 1963 durch Prof. Dr. Gustav Riek systematisch ausgegraben. Dabei wurden unzählige Überreste von Eiszeitjägern gefunden. Die umfangreichen Funde aus dem Paläolithikum haben einen wertvollen Beitrag zu unserem Wissen über die Jagdkultur des Magdalénien in Süddeutschland geliefert. Nach Prof. Riek ist die Brillenhöhle eine der bedeutendsten Paläolith-Stationen im Süddeutschen Raum. Er ergrub 22 Füllschichten, von denen 19 eiszeitlich entstanden sind. Aus dem Aurignacien wurden keine menschlichen Überreste gefunden, sondern lediglich Tierknochen, die für einen Bärenschlupf sprechen.

Die Hauptfunde der Brillenhöhle stammen aus dem Magdalénien. Es wurden Steinwerkzeuge, Feuerstellen und zertrümmerte Knochen gefunden. Eine Besonderheit sind Harpunen aus Elfenbein oder Rentiergeweih mit Widerhaken auf einer oder beiden Seiten. Die Tierknochen stammen hauptsächlich von Mammut, Wildpferd, Rentier und Höhlenbär. Dies war offensichtlich die Jagdbeute des Menschen. Zertrümmerte menschliche Schädelteile mit Brandspuren wurden immer wieder als Nachweis für Kannibalismus betrachtet. Nach Prof. Riek fehlt Rötelpulver, das als Beweis für Kopfbestattungen dient. Dennoch ist die Kannibalismustheorie äußerst umstritten.

Leider werden durch archäologische Grabungen die ausgegrabenen Schichten unwiderbringlich zerstört. So sind auch in der Brillenhöhle durch diese frühen Grabungen viele verloren gegangen. Und doch bietet die Höhle auch heutigen Archäologen noch ein Betätigungsfeld, da einige Bereiche damals wegen scheinbarer Unergiebigkeit ausgespart wurden. Das ist auch der Grund, warum die Höhle heute durch ein massives Eisengitter vor Zerstörungen durch Vandalismus geschützt wird.

Die Höhle kann vom Gitter aus gut eingesehen werden, so dass sich ein Besuch, zum Beispiel im Rahmen einer Wanderung, immer lohnt. Während des Höhlenwandertags am 1. Mai ist die Höhle nicht nur geöffnet, es werden auch Fühurungen von fachkundigen Archäologen durchgeführt. Schließlich kann die Höhle auch im Rahmen von Sonderveranstaltungen besucht werden, die über das  Urgeschichtliche Museum in Blaubeuren organisiert werden.


Siehe auch


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