Bunkermuseum Frauenwald

Ausweichführungsstelle der Bezirksverwaltung Suhl des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS)


Touristische Informationen:

Ort: Im Hotel Waldhotel "Rennsteighöhe", in Frauenwald/Rennsteig.
(50.606279, 10.846641)
Öffnungszeiten: APR bis NOV täglich 9:30-17:30.
NOV bis DEZ täglich 11-15.
DEZ bis MÄR täglich 9:30-16:30.
Reservierung notwendig.
[2026]
Eintrittspreise: Normale Führung: Erwachsene EUR 15, Kinder (6-11) EUR 8, Kinder (6-11) EUR 5, Kinder (0-5) fre1, Studenten EUR 8, Behinderte EUR 10.
Ausführliche Museumsführung: Bis 3 Personen pauschal EUR 80, weitere Personen EUR 25.
Übernachten im Museum: Erwachsene EUR 129.
[2026]
Typ: SubterraneaAtombunker
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension: Fl=3.600 m²
Führungen: Normale Führung: D=70 min.
Ausführliche Museumsführung: D=3 h.
Übernachten im Museum: D=16 h, Min=4, MinAge=16.
Fotografieren:
Zugänglichkeit:
Literatur:
Adresse: Waldhotel "Rennsteighöhe", Am Rothenberg 1, 98711 Frauenwald/Rennsteig, Tel: +49-36782-62200. E-mail:
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Geschichte

1972 Bunker erbaut.
1985 Bunker fertiggestellt.
2004 Bunkermuseum eröffnet.

Bemerkungen

Dieser Bunker sollte als Ausweichführungsstelle der Bezirksverwaltung Suhl des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) dienen. Und das war damals auch sein offizieller Name, doch meist wurde der Deckname Trachtenfest benutzt. Der Name Bunkermuseum Rennsteig war neu, er wurde vom benachbarten Rennsteig, oder auch vom Waldhotel Rennsteighöhe, abgeleitet. Das ehemalige Militärobjekt wurde von der Bundesvermögensverwaltung abgewickelt, der Hotel-Betreiber kaufte ihn kurzerhand und baute ihn zum Museum aus. Inzwischen wurde der Bunker jedoch in Bunkermuseum Frauenwald umbenannt, weil er sich auf dem Ortsgebiet des Ortes Frauenwald befindet. Man beachte, dass beides keine historischen Namen sind.

Dies ist einer von mindestens 15 Bunkern der Stasi auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Er befindet sich auf dem Gelände des heutigen Waldhotels Rennsteighöhe. Der Bunker wurde so heimlich erbaut, dass selbst die Nachbarn nichts davon bemerkten. Um das zu ermöglichen, wurde gleichzeitig ein Militär-Ferienobjekt am Rennsteig errichtet und einzelne Betontransporte heimlich in den Wald umgeleitet.

Dies war also ein typischer Atombunker aus dem kalten Krieg und sollte dem Überleben einer 42-köpfigen Bunkerbesatzung im Falle eines Atomkriegs von bis zu einem Jahr dienen. Bei atomarer Verstrahlung oder dem Einsatz chemischer Waffen konnte er allerdings nur für sechs bis acht Tage Sicherheit bieten. In diesem Fall wäre der Bunker luftdicht abgeschlossen worden und von Maschinen zur Sauerstofferzeugung autark mit Luft versorgt worden. Dieser Fall wurde jedoch aufgrund der abgelegenen Lage als unwahrscheinlich betrachtet. Als sogenannter Führungsbunker sollte er der Bezirkseinsatzleitung zur Gewährleistung ihrer Führungsaufgaben dienen. Der Bunker verfügte über modernste Nachrichtentechnik, eine eigene Stromversorgung, Telefon, Fernschreiber, mobile Funktechnik und diverse Abhöreinrichtungen. Schutzanzüge, Duschen zur Entgiftung, Notstromaggregate, Tankanlagen und Klimakontrolle sind noch vorhanden, arbeiten aber längst nicht mehr.

Ein besonders verblüffender Aspekt dieses Bunkerbesuchs ist die ernüchternde Einsicht, dass weder die Effizienz noch der Komfort dieses Bunkers mit westlichen Bunkern mithalten konnte. Die von der DDR Bevölkerung vermuteten goldenen Wasserhähne waren genauso wenig vorhanden wie die gefürchtete russische Waffentechnologie. Sogar von den Betreibern wird der Besuch als Gruseltour bezeichnet.

Inzwischen ist das Museum äußerst professionell ausgestattet und betrieben. Allerdings hat es keine festen Öffnungszeiten, was vor allem daran liegt, dass das Bunkermuseum auf Grund seiner Größe und Struktur nur in 70-minütigen Führungen besichtigt werden kann. Die oben genannten Öffnungszeiten beziehen sind also die Zeiten, in denen eine Führung prinzipiell möglich ist, eine Anmeldung und Absprache des Termins sind jedoch zwingend notwendig. Treffpunkt ist die Rezeption des Waldhotels Rennsteighöhe. Neben den normalen Führungen gibt es auch noch die Ausführliche Museumsführung, die besonders für Bunker- und Technikbegeisterte sowie für Fotografen gedacht ist. Sie dauert bis zu drei Stunden und ist deutlich teurer. Allerdings bietet sie Fotografen ausreichend Zeit beliebig viele Bilder zu machen.

Und schließlich gibt es noch das Reality Erlebnis: Übernachten im Museum. Das ist nicht einfach nur eine übernachtung in einem Bunker, es ist ein 16-stündiges Programm das einem die Situation der NVA Soldaten zu Zeiten der DDR realistisch vorführt. Man kommt abends an, bezieht die Unterkunft mit ihren dreistöckigen Feldbetten und hilft dann in der Küche beim Kochen. Das Essen ist charakteristisch für die NVA. Danach beginnt die Grundausbildung, dann wird der Bunker erkundet, die "Gute Nacht Geschichte" ist das Highlight, es wird aber nicht verraten, was es ist. Schließlich wird die Wachablösung eingeteilt. Nach Wecken, Frühsport, Wachablösung und Bunker räumen bekommen die Teilnehmer zum Abschluss noch die Möglichkeit zur Körperpflege im Saunabereich des Hotels und ein Frühstück im Hotel.