Bergbaumuseum "Kleiner Johannes"


Touristische Informationen:

Ort: Altes Bergwerk, Arzberg
(50.059140, 12.192233)
Öffnungszeiten: APR bis NOV täglich 9-17.
[2021]
Eintrittspreise: frei.
[2021]
Typ: ExplainEisen SubterraneaBergbaumuseen
Licht: LightBeleuchtung mit Glühlampen
Dimension:
Führungen: nein
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur:
Adresse: Bergbaumuseum "Kleiner Johannes", Naturpark Fichtelgebirge e.V., Altes Bergwerk 1, Arzberg, Tel: +49-9233-4040. E-mail:
Tourismuszentrale Fichtelgebirge e.V., Rathaus, D-95686 Fichtelberg, Tel: +49-9272-969030, Fax: +49-9272-969036. E-mail:
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Geschichte

14. Jh erste urkundliche Erwähnung eines Bergwerks in Arzberg.
1723-1760 Johann Georg Ullmann ist Bergmeister im Bergamt Wunsiedel.
1792-1797 Alexander von Humboldt ist Bergmeister der Bayreuther Markgrafen.
1937-1941 Abbau aufgrund des zweiten Weltkriegs.

Geologie


Bemerkungen

Das Bergbaumuseum "Kleiner Johannes" befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Eisenbergwerks Zeche Kleiner Johannes. Neben dem Außengelände, den Bergwerksgebäuden und dem Museum ist es auch noch eine Naturparkinfostelle des Naturpark Fichtelgebirge. Der Name Arzberg ist die mittelalterliche Form von Erz-Berg, es zeigt, dass der Ort für den Bergbau gegründet wurde, vor dem Bergbau gab es hier keine Siedlung. Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert war das Fichtelgebirge ein wichtiges Bergbaugebiet in dem vor allem Eisen und Zinn, aber auch Kupfer und Gold in großem Stil abgebaut wurden. Dennoch sind die Anlagen im Bergbaumuseum aus dem 20. Jahrhundert. Die Zeche Kleiner Johannes war eines der wenigen Bergwerke, die im 20. Jahrhundert noch einmal betrieben wurden. Zur Vorbereitung des zweiten Weltkriegs wurde es von den Nationalsozialisten reaktiviert um kriegswichtiges Eisen abzubauen. Doch bereits kurz nach Beginn des Krieges wurde der Abbau wieder eingestellt.

Die Verhüttung des Erzes erfolgte im Mittelalter direkt vor Ort. Das Fichtelgebirge mit seinen Wäldern sorgte für die notwendige Holzkohle. Zudem war Holzkohle leicht und konnte viel leichter transportiert werden, so dass die Kohle zum Erz kam. Das Ergebnis war ein fast vollständig entwaldetes Fichtelgebirge, das anschließend systematisch mit Fichten aufgeforstet wurde. Die Überreste der vielen Hochofen im Wald werden heutzutage wieder archäologisch ausgegraben. Im Museum wurde als experimentelle Archäologie ein Mini-Hochofen nachgebaut. Auch ein Stollen wurde nachgebaut, da die Originalstollen nicht mehr zugänglich sind, sozusagen eine Bergwerksreplik.

Ein Highlight der Ausstellung ist ein Leonard-Umformer oder Leonard-Satz, der dazu diente aus Gleichstrom Wechselstrom zu machen. Er besteht aus einem Elektromotor und einem Generator, der Motor wird mit dem Gleichstrom betrieben, der Generator erzeugt Wechselstrom. Die Besonderheit des Leonard-Umformers ist eine Regelung über die Erregerwicklung, um die Drehzahl und damit die Ausgangsspannung konstant zu halten.

Zeitweise gehörte die Zeche Kleiner Johannes zum benachbarten Tagebau Johanneszeche. Einige Ausstellungsstücke stammen von dort, darunter ein Schrägaufzug und eine Grubenbahn mit Feldbahnlokomotive.

Die Blütezeit des Bergbaus in Arzberg war wie im ganzen Fichtelgebirge im 14. und 15. Jahrhundert. In dieser Zeit gab es ein Sprichwort, "Im Fichtelgebirge ist ein Stein, den du nach einer Kuh wirfst, mehr wert denn die Kuh!". Derartige Sprüche gab es natürlich auch aus anderen Bergbaugebieten wie dem Erzgebirge. Durch diese Mund zu Mund Propaganda wurden viele Bergleute und Abenteurer aus ganz Europa angelockt. Sie wurden Venediger, Walen oder Welsche genannt, obwohl sie natürlich nicht alle aus Venedig stammten, und fanden sogar Eingang in Märchen und Sagen.

Ein berühmter Name ist Johann Georg Ullmann, dem Bergmeister und Kartografen. Als Bergmeister im Bergamt Wunsiedel von 1723 bis 1760 verbesserte die Entwässerung der Bergwerke und zeichnete genaue Pläne. Er war auch im Goldbergbau in Goldkronach involviert.

1792 bis 1797 war Alexander von Humboldt Bergmeister der Bayreuther Markgrafen. Er gründete eine Bergschule in Arzberg und verbesserte die Pumpen-Technik und andere technische Einrichtungen. Dadurch erreichte der Erzabbau im Fichtelgebirge und im Frankenwald nochmals einen Höhepunkt. Doch die Bedeutung, die der Bergbau im Fichtelgebirge während des Mittelalters hatte, konnte er später nie mehr erreichen.