Grube Gustav


Touristische Informationen:

Ort: Bei Abterode im Höllental.
A7 Ausfahrt Kassel, B7 Richtung Erfurt, links ab über Germerode nach Abterode, an der Straße nach Albungen.
(51.222988, 9.951637)
Öffnungszeiten: 15-MAR bis OCT Mi-So, Fei 13-16.
Führungen zu jeder vollen Stunde, je nach Nachfrage.
[2022]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 8, Kinder (3-14) EUR 6.
Gruppen (15+): Erwachsene EUR 7,50, Kinder (3-14) EUR 5,50.
[2022]
Typ: MineKupfer MineBaryt Bergwerk
Licht: LightLED LightFarbiges Licht
Dimension: T=10 °C, H=90-95 %.
Führungen: D=60 min, Min=6, MinAge=6. V=9789/a [1997].
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: ja
Literatur:  
Adresse: Reservierungen: Tel.: +49-5657-7500. E-mail:
Tourist Information Eschwege- Meißner - Meinhard - Wanfried, Hospitalplatz 16, D-37269 Eschwege, Tel: +49-5651-331985 or +49-5651-331986, Fax: +49-5651-50291. E-mail: contact
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Geschichte

1497 Anfänge des Bergbaus.
1538 Schmelzhütte erstmals erwähnt.
1850 Kupferschieferabbau im Höllental kommt zum Erliegen.
1897 Beginn des Abbaus von Schwerspat im Tagebau.
1928 Schwerspat-Abbau wird nach unter Tage verlegt.
1957 Rettungsaktion für zwei verschüttete Bergleute.
1968 Bergwerk stillgelegt.
1986 Schaubergwerk eröffnet.
2020 LED Beleuchtung installiert.

Geologie

Im Höllental wurde Kupferschiefer abgebaut, wie der Name schon sagt ein Kupfererz. Das Bergwerk besitzt aber auch ein bis sechs Meter mächtige Schwerspatschichten. Schwerspat, auch Baryt oder Bariumsulfat (BaSO4) wird zur Herstellung von Farben und als Zuschlagstoff benutzt. Es wurde zu Beginn des 20ten Jahrhunderts im Tagebau abgebaut, später wurde der Abbau unter Tage fortgesetzt.

Nachdem das Gebiet vor etwa 270 Millionen Jahren Land war, kam es zu einer Absenkung und große Teile Europas wurden vom Zechsten Meer überflutet. Kupferhaltige Wässer lagerten in weiten Teilen Europas eine eher dünne schicht kupferhaltigen Schlamms ab, der zu Kupferschiefer verfestigt wurde. Der Kupferschiefer ist also eine sedimentäre Lagerstätte. Er wurde in vielen Gegenden Deutschlands zur Kupfergewinnung abgebaut, vor allem weil er üblicherweise von mächtigen Schichten Anhydrit und Salz bedeckt ist, die leicht zu bearbeiten sind. Das Becken des Zechsteinmeers wurde vom Ozean abgeschnitten und das Meerwasser verdunstete, dabei lagerte es die enthaltenen Salze in Abhängigkeit von ihrer Löslichkeit ab. Das ergab Serien aus Kalk, Anhydrit, und Salz.

Nach der Zechsteinzeit wurde das Gebiet wieder angehoben. Dabei bildeten sich Risse im Gestein, doch hier kam es sogar zur Bildung eines bis zu 6 m breite Spalts, einer offenen Erdspalte. Aufsteigende mineralhaltige Wässer von hoher Temperatur, vermutlich um die 300 °C, brachten Barium und Schwefelverbindungen mit und lagerten diese beim Abkühlen an der Oberfläche im Spalt ab. Beim Schwerspat handelt es somit um eine hydrothermale Lagerstätte.

Bemerkungen

Das Dorf Abterode hat eine lange Bergbautradition. Bereits seit dem 16. Jahrhundert wird hier Kupferschiefer zur Gewinnung von Kupfer abgebaut. Doch das war sehr arbeitsintensiv und lohnte sich in der Neuzeit, bei gestiegenen Personalkosten und fallendem Kupferpreis nicht mehr.

Um 1500 warb Landgraf Wilhelm II. Bergleute nach Abterode, als Anreiz bot er ihnen eine Reihe von Privilegien an. Finanzielle Vorteile waren die Befreiung vom Militärdienst und vom damals noch üblichen Frondienst, kostenloses Land und Wohnungen, und die Befreiung von Steuern. Daneben waren sie für die Polizei unangreifbar, durften ihren eigenen Ortsvorsteher wählen, und hatten ihre eigene Gerichtsbarkeit. Diese Sonderregelungen wurden mit dem Begriff Bergfreiheit bezeichnet. Viele folgten dem Ruf und bauten den Kupferschiefer ab, oder schmolzen das Erz in der nahegelegenen Schmelzhütte. Der Abbau war mühevoll, unter anderem weil die Kupferschieferschicht nur 37 cm mächtig ist. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Abbau von Kupferschiefer jedoch eingestellt, , weil die bauwürdigen Vorräte erschöpft waren.

Zum Ende des 19. Jahrhundert wurde die Grube aber dann reaktiviert, der zuvor als taubes Gestein betrachtete Baryt war inzwischen wertvoller Rohstoff. Der Abbau begann im Tagebau, was deutlich billiger ist, wurde aber 1928 nach unter Tage verlegt. Der Baryt wurde bis in eine Tiefe von 88 m im sogenannten Firstenstoßbau auf drei Sohlen abgebaut. Das bergwerh hat insgesamt fünf Sohlen, zwei Stollensohlen und drei Tiefbausohlen. Der abgebaute Schwerspat wurde über einen Schacht auf die oberste Stollensohle gefördert und von dort aus der Grube gebracht. Die unteren vier Sohlen stehen unter Wasser, die oberste wurde zum Schaubergwerk ausgebaut. Die ehemalige Fördermaschinenkammer ist heute ein keines unterirdisches Museum mit Mineralien und Gesteinen aus der Umgebung sowie altem und modernem bergmännischen Gerät (Gezähe).