Abraumförderbrücke F60


Touristische Informationen:

Ort: Bergheider Str. 4, 03238 Lichterfeld-Schacksdorf-Lichterfeld.
(51.587301, 13.778575)
Öffnungszeiten: 16-MÄR bis OKT Di-So 10-18.
NOV bis 15-MÄR Mi-So 11:30, 13, 14:30.
[2026]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 16, Kinder (6-15) EUR 7,50, Kinder (0-5) frei, Studenten EUR 15.
Gruppen (30+): Erwachsene EUR 13.
[2026]
Typ: MineBraunkohle MineTagebau
Licht: n/a
Dimension:  
Führungen: D=90 min.
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Abraumförderbrücke F60, Bergheider Str. 4, 03238 Lichterfeld-Schacksdorf-Lichterfeld, Tel: +49-3531-60800.
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Geschichte

1989 F60 durch VEB TAKRAF Lauchhammer (heute TAKRAF GmbH Lauchhammer) vor Ort erbaut.
MÄR-1991 fertig gestellt.
JUN-1992 stillgelegt.
2002 Eröffnung als Besucherbergwerk.

Geologie

Die Braunkohle wurde in Senken abgelagert, in Form von Mooren die Torf aufbauten der wegen Luftabschluß nicht abgebaut wurde. Danach änderte sich die Situation und über den Torf wurden weitere Lockersedimente abgelagert. Insbesondere während der Eiszeiten wurden immer wieder Moränen abgelagert. Im Laufe der Zeit wandelte sich der Torf in Braunkohle um. Die überlagernden Schichten sind immer noch unverfestigt oder wenig verfestigt.

Bemerkungen

Abraumförderbrücke F60 ist kein Schaubergwerk im klassischen Sinne, es ist eigentlich ein Technikdenkmal. So ist der offizielle Name Besucherbergwerk F60 eigentlich nicht ganz richtig. Es geht um den Lausitzer Braunkohletagebau und diese Konstruktion transportierte den Abraum weg, der über dem Kohleflöz lagert. So wurde die Braunkohle zugänglich und konnte von Fördermaschinen abgebaut werden. Es gibt auch solche Fördermaschinen, die der Öffentlichkeit zugänglich sind, unseres Wissens ist dies jedoch die einzige Abraumförderbrücke weltweit, die für Besucher begehbar ist. Zudem ist dies die größte bewegliche technische Arbeitsmaschine der Welt. Deshalb ist sie natürlich auch Ankerpunkt der Europäische Route der Industriekultur. Die Bezeichnung F60 bezieht sich übrigens darauf, dass sie ursprünglich maximal eine 60 m mächtige Schicht abtransportieren konnte.

Die Maschine ist 502 m lang, 204 m breit und 80 m hoch und wiegt 11,000 t. Das ist nur die Förderbrücke, dazu kommt noch der Bagger, der das Gestein auf das Förderband der Brücke transportierte. Die F60 hat zwei Fahrwerkskomplexe, vereinfacht gesprochen Eisenbahnfahrwerke, die auf der Baggerseite auf drei parallelen Normlspur-Gleisen und auf der Kippenseite auf zwei Gleisen fuhren. Zudem wurden zwei weitere Gleise benötigt, eines für den Trafo- und Kabelwagen und eines für die angeschlossenen Eimerkettenbagger. Insgesamt läuft die Brücke auf 760 Fahrwerksrädern, von denen 380 angetrieben sind. Mit anderen Worten, man konnte die Brücke nur seitlich bewegen. Zudem mussten zuerst die Gleise gelegt werden.

Doch nun zur Funktionsweise. Um die Kohle abzubauen, muss zuerst die überlagernde Schicht entfernt werden. Die Bagger transportieren das Lockermaterial auf die Abraumförderbrücke hinauf, dort wird das Material über den Tagebau hinweg transportiert und auf der anderen Seite im bereits abgebauten Bereich wieder verfüllt. Mit anderen Worten der Tagebau bewegt sich kontinuierlich voran.

Im Lausitzer Braunkohlerevier wurden fünf Abraumförderbrücke F60 erbaut. 2024 wurde die im Tagebau Jänschwalde nach 47 Jahren Betriebszeit außer Betrieb genommen und 2026 schließlich gesprengt. Die ersten drei sind im Tagebau Welzow-Süd, Nochten und Reichwalde. Sie sind noch in Betrieb, werden jedoch vermutlich in den nächsten Jahren wegen Kohleausstieg geschlossen. Die Förderbrücke hier ist die zuletzt gebaute, und sie war nur ein gutes Jahr in Betrieb, weil der Tagebau Klettwitz-Nord aus energiepolitischen Gründen stillgelegt wurde.