Bergbaumuseum Deuben


Touristische Informationen:

Ort: Schulstraße 65, 06682 Teuchern-Deuben.
(51.114370, 12.074870)
Öffnungszeiten: 23-JUN bis 10-SEP Di, Mi, Do 10-14.
[2026]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 6, Kinder (7-18) EUR 3, Kinder (0-6) frei, Studenten (-27) EUR 3, Senioren (65+) EUR 3, Behinderte EUR 3, Familien (2-*) EUR 15.
[2026]
Typ: MineBraunkohle SubterraneaBergwerksreplik
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension: Ar=600 m².
Führungen: selbstgeführt
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Bergbaumuseum Deuben, Schulstraße 65, 06682 Teuchern-Deuben, Tel: +49-34441-33237. E-mail:
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Geschichte

1991 Heimatverein Zeitz-Weißenfelser Braunkohlenrevier e. V. wandelt das ehemalige Traditionskabinett des Braunkohlenwerks Deuben in ein Bergbaumuseum um.
2003 Museum zieht in die ehemalige Schule von Deuben um.

Geologie

Die Braunkohlen Deutschlands bildeten sich im Tertiär, zwischen 44 und 17 Ma. Das in dieser Periode vorherrschende subtropische bis tropische Klima machte eine intensive Bioproduktion möglich. In Europa existierten in weiten Gebieten Regenwälder. Insbesondere trifft das auf das weite Becken im heutigen Gebiet von Niedersachsen, Brandenburg und Polen zu. Hier gab es riesige Moorgebiete, die teilweise periodisch vom Meer überflutet wurden. Dieses Sedimentationsbecken wurde im Süden durch das Böhmische Mittelgebirge und im Norden durch den Skandinavischen Schild begrenzt.

Für die Bildung von großen Torflagern, die später in Braunkohle umgewandelt werden ist nicht nur die Menge der Produktion wichtig. Mindestens genauso wichtig ist der Betrag des Abbaus. Durch Luftabschluss durch das Wasser der Moore sowie durch die Unterbrechung der Zersetzung durch periodische Überschwemmungen des Beckens mit Meerwasser aus der Nordsee, wurde die Zersetzung der Biomasse verhindert. Waren die Pflanzenreste jedoch erst einmal von Sedimenten wie Sand- oder Tonablagerungen bedeckt, war kein weiterer Abbau der Kohlen mehr möglich.

Die Inkohlung, also das Entweichen diverser Kohlenwasserstoffverbindungen, bis schließlich reiner Kohlenstoff übrig bleibt, wird durch zunehmenden Druck und Temperatur in Gang gesetzt. Doch aufgrund des zu geringen Alters der Ablagerungen ist er noch nicht weit fortgeschritten. So kommt es, dass die Kohlen als Braunkohlen bezeichnet werden, die noch viel Struktur der ehemaligen Pflanzen besitzt, und durch ihren hohen Gehalt an Wasser, Feststoffen (Asche), Schwefel und diversen Kohlenwasserstoffen einige unangenehme Eigenschaften besitzt. Insbesondere ist dabei der hohe Grad der Umweltverschmutzung und der vergleichsweise geringe Brennwert zu nennen.

Bemerkungen

Das Bergbaumuseum Deuben ist dem Abbau von Braunkohle gewidmet, und zwar speziell im Zeitz-Weißenfelser Braunkohlenrevier. Hier im Mitteldeutschen Braunkohlerevier wurde Braunkohle in großem Stil im Tagebau abgebaut und direkt im Industriekraftwerk Deuben verstromt. Braunkohle war der einzige in der DDR verfügbare Energieträger. Zur Zeit der DDR wurde dieser Abbau vom volkseigenen Betrieb VEB Braunkohlenkombinat Bitterfeld betrieben. Dieser wurde privatisiert und nach mehreren Namensänderungen entstand schließlich die MIBRAG GmbH. Der Braunkohleabbau soll noch bis 20

Der Abbau von Braunkohle hat jedoch eine sehr lange Geschichte. Er hat seine Anfänge im frühen 19. Jahrhundert, wurde jedoch besonders wichtig mit der industriellen Revolution. Die Eisenbahn war Transporteur und Abnehmer. Das Museum versucht diese Geschichte mit historischen Dokumenten, Fotografien und historische Landkarten mit unzähligen Gruben aufzuarbeiten. Modelle, Schaubilder und Objekte veranschaulichen die geologischen Gegebenheiten und die Entwicklung der Abbaumethoden. Tagebaugeräte im Kleinformat und Reviermodelle zeigen hier die verschiedenen Fördermethoden. Die Veredelung der Kohle in einer inzwischen geschlossenen Brikettfabrik ist ein weiteres Thema. Und schließlich ist das tägliche Leben der Menschen im Revier, der Bergleute, ihrer Familien, aber auch der anderen Anwohner die durch die Verlagerung des Tagebaus ihre Heimat verloren. Bereits in den 1930er Jahren wurde der Ort Gaumnitz durch den Abbau zerstört. Möbel und Gebrauchsgeräte früherer Tage und sogar ein ehemaliges Klassenzimmer werden vorgestellt.

Das außergewöhnlichste Ausstellungsstück des Museums ist jedoch ein originalgetreu nachgebauter, begehbarer Tiefbaustollen im Untergeschoss des Museums. Im Braunkohlebergbau ist untertägiger Abbau extrem selten und etwas Besonderes, dass man einen derartigen Stollen befahren kann, auch wenn es eine Replik ist, ist extrem uselten. Der Tagebau erforderte die Entfernung einer erheblichen deckschicht, das war erst mit Großgerät rationell möglich. Der Tiefbau war also typisch für den frühen Braunkohleabbau und wurde später eingestellt.

Das Museum stellt die Geschichte von Deuben vor, beginnend mit ur- und frühgeschichtliche Funde. Der in Nödlitz geborene Held der Napoleonischen Befreiungskriege, Heinrich August von Helldorff (1794-1862), wird gewürdigt.