| Ort: |
Hemmerberg 36a, 8573 Hemmerberg.
A2 Süd Autobahn Ausfahrt 200 Mooskirchen, B70 Richtung Mooskirchen 17 km to Rosental an der Kainach, rechts ab L341 5 km bis Freisinggraben, links ab nach Piberegg 1.2 km, rechts ab nach "Hemmerberg Nr. 32" 1.7 km. 500 m/10 min Fußweg. (47.1095942, 15.1007942) |
| Öffnungszeiten: |
MAI bis NOV nach Vereinbarung. [2025] |
| Eintrittspreise: |
Erwachsene EUR 5, Schüler EUR 2, Kinder (0-5) frei, Studenten EUR 2, Lehrlinge EUR 2, Familien (2+*) EUR 10. Groups (20+): Erwachsene EUR 4, Kinder (6-15) free. [2025] |
| Typ: |
Unterirdische Steinbrüche
Kammerbau
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| Licht: |
Elektrisches Licht
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| Dimension: | L=125 m, W=83 m, Ar=10.375 m². |
| Führungen: | D=1 h. |
| Fotografieren: | erlaubt |
| Zugänglichkeit: | ja |
| Literatur: |
Ernst Lasnik (2002):
Schleifsteine und Architekturteile vom Hemmerberg im oberen Kainacht,
In: Mitteilungsblatt der Korrespondenten der Historischen Landeskommission für Steiermark, Heft 8, Graz 2002, S. 155-162.
Herausgeber: Robert F. Hausmann
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| Adresse: |
Gemeindeamt, Kainach 19, 8573 Kainach, Tel: +43-3148-236.
E-mail: Norbert Marhold, Tel: +43-650-2607084. Erwin Kraus, Tel: +43-664-3128933. |
| Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt. Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden. Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste. |
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| 1798 | erstmals erwähnt von Josef Carl Kindermann. |
| 1937 | Eingang wird durch einen Felssturz verschlossen. |
| 1991 | mittlerer Eingang wieder aufgegraben. |
| 1992 | die Bergdirektion der Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft fertigt einen Lageplan an. |
| 1998 | der noch verschüttete östliche Zugang freigelegt. |
| 2001 | Montanhistorischer Wanderweg eingerichtet. |
Die Gosau-Gruppe ist eine Abfolge von Mergeln, Sandsteinen, Kalken und Konglomeraten in den Nördlichen Kalkalpen und in den östlichen Zentralalpen. Sie wurden zwischen Oberkreide und Alttertiär (Eozän) abgelagert. Die Sedimentation erfolgte in einem intramontanen Becken.
Sunfixl-Höhlen, auch Sonnfixl-Höhlen, ist ein umgangssprachlicher Begriff, der sich aus dem Hausnamen des nahegelegen Sunfixl Hofes und den Hohlräumen, die einfach als Höhlen bezeichnet wurden, ergibt. Heute ist allerdings die Einzahl geläufiger, auf der offiziellen Seite der Stadt Krainach wird sogar Sunfixlhöhle ohne Bindestrich verwendet. Das Schild am Eingang zeigt noch eine andere Variante, da steht Sunfixl-Sandsteinabbau. Es ist trotz des Namens keine Höhle, sondern ein unterirdischer Sandsteinbruch. Tatsächlich hieß der Steinbruch während der Betriebszeit aber Sandsteinbruch Kohlschwarz. Die Gemeinde Kohlschwarz war eigentlich nur ein Überbegriff für ein Dutzend Bauernhöfe und Almen am Südhang des Kohlschwarzkogels (930 m ü.A.). Sie wurde 2015 mit Kainach bei Voitsberg zusammengelegt, existiert also nicht mehr.
Erstmals im 18. Jahrhundert erwähnt, war dies ein Ort, an dem Schleifsteine abgebaut wurden. Hoch oben im Berg befand sich eine Schicht aus hartem, quarzreichem Sandstein, der sich für viele Zwecke ideal eignete. Leider verlief diese Schicht in den Berg hinein, sodass die Arbeiter ihr unterirdisch folgen mussten. Zudem war der Berg vor dem Steinbruch sehr steil, sodass es problematisch war, die Mühlsteine ins Tal zu transportieren. Sie wurden auf einen Schlitten montiert und über einen Graben hinuntergelassen, bis sie die darunter liegende Straße erreichten.
Die meisten Mühlsteine wurden für Eisenproduktionsfirmen, zum Schärfen von Sensen oder für Werkstätten hergestellt. Sie wurden auch für Mühlen, Türrahmen, Treppen oder Gräber verwendet. In einem typischen Jahr wie 1911 wurden 21 große Mühlsteine, 14 kleine mit einem Durchmesser von weniger als einem Meter, 13 Futtertröge, 1 Platte für einen Brunnen, 30 Mühlsteine für Obst, 2 Gartensäulen, 55 Fliesen, 3 Stufen und eine Reihe von Bordsteinen hergestellt. Die Steine wurden an Kunden in Österreich und Norditalien geliefert. Während des Ersten Weltkriegs waren die Verkaufszahlen eher gering und schließlich wurde der Bergbau 1929 eingestellt und das Bergwerk geschlossen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion von zwei Bergleuten, Herrn Castori und dem sogenannten Stiedlbauer, fortgesetzt. Sie produzierten in erster Linie Schleifsteine für das Hammer- und Sichelwerk der Krenhof AG in Gradenberg. Irgendwann in den 1950ern wurde der Bergbau eingestellt und die beiden Eingänge verschlossen.
Die Sunfixlhöhle hat drei Eingänge, von denen der rechte nicht zugänglich ist, er ist 1937 durch einen Felssturz verschüttet worden. Der mittlere Eingang war verschlossen und teilweise verstürzt und wurde ab 1991 wieder ausgegraben. Dies wurde jedoch nicht durch Bergbauinteressierte oder einen Verein gemacht, wie sonst üblich, sondern vom Bürgermeister der damaligen Gemeinde Kohlschwarz. Später wurde auch der östliche Eingang freigelegt. Der Ausbau zum Schaubergwerk fand anlässlich der steirischen Landesausstellung Mythos Pferd 2001 statt. Der Führungsweg wurde vom weststeirischen Volkskundler Ernst Reinhold Lasnik erstellt. Das mag ein Grund für die etwas kuriose Namensgebung sein: der Rundgang heißt nicht wie üblich "Führungsweg", sondern Montanhistorischer Wanderweg. Der eine oder andere meint, es gäbe da noch einen Themenweg an der Oberfläche, aber es ist tatsächlich der unterirdische "Wanderweg" gemeint.
Dies ist kein typisches Bergwerk, insbesondere nicht für Österreich, wo die meisten Lagerstätten polymetallische Gänge sind und daher eher schmal. Hier handelt es sich um eine fast horizontale Sandsteinschicht, die ziemlich dick ist und im Kammerbau, unter stehen lassen von Pfeilern, abgebaut wurde. Die Gänge sind breit und hoch genug, um aufrecht gehen zu können. Der Boden und die Decke sind fast eben, da sie die Schichtgrenzen des Gesteins bilden. Die Mühlsteine wurden hergestellt, indem man eine einzelne dicke Sandsteinschicht verwendete und die darüber und darunter liegenden Schichten entfernte. Dies kann man bei einem Besuch leicht erkennen. Die zahlreichen Schritte bei der Herstellung von Schleifsteinen werden während der Führung mit vielen Bildern detailliert erklärt. Es gibt Werkzeuge und Maschinen, die beim Abbau verwendet wurden.
Die Sunfixlhöhle hat nach über 20 Jahren unveränderte Eintrittspreise, was wirklich sehr außergewöhnlich ist. Leider haben sich die Öffnungszeiten geändert. Früher waren sie ganzjährig geöffnet und es gab feste Öffnungszeiten, jetzt muss man telefonisch einen Termin machen. Das hat aber den Nachteil, dass man im Urlaub nicht einfach reinschneien kann, und Touristen, die nicht Deutsch sprechen, tun sich schwer. Wenn Sie Probleme mit dem Anrufen haben, können Sie eine E-Mail an die Gemeinde Kainach bei Voitsberg schicken. Dagegen hat das Sunfixl Heuriger direkt neben dem Stollen ganzjärig am Wochenende geöffnet, Sonntags spielt sogar Musik.
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Sunfixl-Höhle - Wikipedia (besucht: 24-DEZ-2025)
Sunfixlhöhle, offizielle Website (besucht: 24-DEZ-2025)
Sunfixl Höhle - Montanhistorisches Denkmal - Schleifsteinbruch (besucht: 24-DEZ-2025)