Ort: |
At Arzberg.
E93 Abfahrt Frohnleiten, B64 Ost, durch Schrems und Tullwitz, rechts abbiegen nach Arzberg bei Hart. (47.2507081, 15.5194223) |
Öffnungszeiten: |
15-APR bis JUN Sa, So, Fei 10, 14. JUL bis 15-SEP täglich 14. 16-SEP bis OCT Sa, So, Fei 10, 14. [2025] |
Eintrittspreise: |
Erwachsene EUR 12, Kinder EUR 6. [2025] |
Typ: |
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Licht: |
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Dimension: | T=10 °C. |
Führungen: | L=550 m, Max=15. |
Fotografieren: | |
Zugänglichkeit: | nein |
Literatur: |
Diverse (2005):
Joannea Geologie und Paläontologie, Band 7, 2005.
online
Leopold Weber, Wolfgang Lenhardt, Franz Möstl, Gregor Goetzl, Julia Weilbold, Heinz Reitner (2016): Der Schau- und Lehrstollen Arzberg/Steiermark: Beispiel für eine intelligente Nachnutzung eines Altbergbaus BHM Berg- und Hüttenmännische Monatshefte. 161. DOI pdf |
Adresse: |
Schau- und Lehrstollen Arzberg, Gemeindeamt Arzberg, Nr 3, 8162 Arzberg, Tel: +43-3179-23300.
E-mail: Schaubergwerk Arzberg: +43-664-9639640 |
Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt. Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden. Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste. |
1424 | wird die Rechberger Bergordnung geschaffen. |
16. Jahrhundert | Niedergang des Bergbaus in den Alpen. |
1708 | Wiederbelebung des Bergbaus durch David Prevenhuber aus Eisenerz, Andreas Rosenberger aus Graz und Erco aus Meiselding in Kärnten. |
Mitte 18. Jahrhundert | Blütezeit des Bergbaus. |
Ende 18. Jahrhundert | Ende des Bergbau. |
1902 | Wiederaufnahme des Bergbaus durch Charles Wesel aus Graz und Max Asiel aus Wien. |
1903 | Kauf des Bergwerks in Haufenreith durch die Societé des Zincs et Plombs Argentifers de Styrie. |
1909 | Gründung der Societé des Mines d' Haufenreith. |
1915 | wegen des Krieges unter Militärverwaltung. |
1918 | Kauf durch die Montana Bergbau Industrie Ges.m.b.H. |
1924 | neuer Eigentümer Haufenreither Blei- und Zinkerz Bergbau AG in Wien. |
1927 | endgültiges Ende des Bergbaus. |
1973 | neue Erkundungen. |
1975 | diverse Erkundungen ohne Ergebnis. |
1995 | Eröffnung als Schaubergwerk. |
2000 | Montanhistorischer Lehrpfad eröffnet. |
Bei dem Erz handelt es sich in der Regel um Baryt mit Quarz, der Adern von Bleiglanz (PbS) enthält. Es handelt sich um eine polymetallische hydrothermale Lagerstätte. Bei tektonischen Bewegungen vor etwa 390 Ma kam es zu Vulkanismus und damit einhergehend zur Bildung von Thermalquellen am Meeresboden durch die erzhaltiger Schlamm abgelagert wurde. Sie wurde von anderen Sedimenten überlagert und verfestigt, durch die Alpenfaltung gelangten sie auf die heutige Meereshöhe. Lange Zeit konnte aus dem Erz nur das Blei gewonnen werde. Später wurden jedoch auch die ebenfalls enthaltenen Zinkerze weiterverarbeitet. Die Bezeichnung "Silberbergwerk" bezieht sich darauf, das die Erze auch einen gewissen Silbergehalt haben. Erst ab dem 18. Jahrhundert konnte es gewonnen werden, hatte aber nie die gleiche wirtschaftliche Bedeutung wie Blei und Zink.
Das Schau- und Lehrstollen Arzberg sei laut Homepage "das einzige Silberbergwerk in der Steiermark, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist". Das ist offensichtlich Unsinn, es gibt zum Beispiel das Silberbergwerk Bromriesen, Behauptung widerlegt durch Gegenbeispiel. Inzwischen postuliert die Homepage nur noch es sei "das einzige noch befahrbare Silberbergwerk der Oststeiermark". Das mag zwar stimmen, ist aber ein völlig obskures und sinnfreies Superlativ, unfreiwillig komisch. Was diese Herumreiterei auf unsinnigen Superlativen soll, ist uns völlig unverständlich, aber es begegnet uns immer mal wieder. Wir bedauern allerdings, dass das doch recht interessante Schaubergwerk sich da selbst unnötigerweise unglaubwürdig macht. Ebenso wie mit dem farbigen Licht. Sogar die Bezeichnung als Silberbergwerk ist recht zweifelhaft, eine recht plumpe schönrednerei. Wirtschaftlich relevant waren Blei und Zink, was sich auch in den Namen der diversen Betreibergesellschaften widerspiegelt.
Der 550 m lange Rundgang durch das historische Bergwerk zeigt die Arbeit und die Werkzeuge der Bergleute sowie die charakteristischen Erzkörper. Ein Bergbaulehrpfad und ein Steingarten mit vielen geologischen Exponaten runden die Besichtigung ab. Das Heimatmuseum konzentriert sich auf regionale Kultur, die typischen Werkzeuge des täglichen Lebens, insbesodere der Viehzucht auf den hochgelegenen Weiden, die Alp genannt werden. Nur eine kleine Abteilung beschäftigt sich mit dem Bergbau. Allerdings ist das Museum auch die Anfahrtsstube des Schaubergwerkes mit einem Videoraum, in dem vor der Führung ein Einführungsvideo gezeigt wird.
Der Besuch des Bergwerks beginnt bei der Kirche unter dem ehemaligen Josefi-Schacht. Nach einem kurzen Spaziergang entlang des Flusses Raab erreicht man den Raabstollen. Der sogenannte neue Raabstollen wurde 1911 in Betrieb genommen, um den Bergbau zu modernisieren. Der Neue Raabschacht wurde zwischen 1912 und 1916 gebaut und ist 34 m tief und 30 m hoch. Der Arzbergschacht verbindet verschiedene alte und neue Teile des Bergwerks und diente in erster Linie der Frischluftversorgung.
Im Bergwerk befindet sich eine seismische Station der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Es handelt sich dabei um eines der besten Seismometer der Welt, und es befindet sich hier, weil es in der Nähe keine Straßen oder schwere Maschinen gibt. Die Sensoren sind mit einem Computer verbunden, der eine Datenverbindung zum Institut hat.
Das Bergwerk wird durch einen Erbstollen verlassen, der gebaut wurde, um das Wasser abzuleiten. Dies ist einer der ältesten Stollen in der Gegend. Vom Ende des Stollens führt ein kurzer Weg zurück zur Kasse.