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Erlebnisbergwerk Berchtesgaden - SalzZeitReise

Salzbergwerk Berchtesgaden


Touristische Informationen:

Ort: Berchtesgaden
A10 Salzburg-Villach, Ausfahrt Berchtesgaden. A8 München-Salzburg, Ausfahrt Piding.
Öffnungszeiten: Mai bis Okt täglich 9-17, Führungen alle 10-15 Minuten.
Nov bis Apr täglich 11-15, Führungen alle 25 Minuten.
Geschlossen Karfreitag, Pfingstmontag, 01-NOV, 24-DEC, 25-DEC, 31-DEC, 01-JAN.
[2014]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 16, Kinder (4-16) EUR 9,50, Kinder (0-3) frei, Studenten EUR 14,50, Familie (2+*) EUR 43,50.
Gruppen (20+): Erwachsene EUR 13,90, Kinder (4-18) EUR 8,50.
[2014]
Typ:  Salz
Licht: elektrisch
Dimension: V=400.000/a[2007], T=12°C.
Führungen: D=90min.
Fotografieren:  
Zugänglichkeit:  
Literatur:  
Adresse: Erlebnisbergwerk Berchtesgaden - SalzZeitReise, SÜDSALZ GmbH, Bergwerkstr. 83, 83471 Berchtesgaden, Tel: +49-8652-6002-00, Fax: +49-8652-6002-60, infoline: +49-8652-6002-20. E-mail: contact
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Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden.
Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.
Stand:$Date: 2015/08/30 21:59:53 $

Geschichte

 
1193Beginn der Salzgewinnung am Tuval bei Schellenberg.
1194Salzabbau am Gollnbach in Berchtesgaden erwähnt.
1517Salzbergwerk Berchtesgaden durch Fürstpropst Gregor Rainer gegründet, Petersberg-Stollen angeschlagen.
1564Saline Frauenreuth in Berchtesgaden eröffnet.
1803fällt an das Großherzogtum Toskana, an Ferdinand III..
1806fällt an Österreich.
1816fällt an Bayern.
22-DEC-1817Eröffnung der Soleleitung von Berchtesgaden nach Bad Reichenhall..
18??Beginn der Besichtungstouren für Gäste der Könige von Bayern.
1840Besucherzahlen erstmals erhoben: 150 bis 200 pro Jahr.
19-FEB-1927Soleleitung nach fast 110 Jahren ununterbrochenem Betrieb aufgegeben.
1990Heilstollen für Speläotherapie eingerichtet.

Geologie

Das Salz in Berchtesgaden besitzt im Gegensatz zu vielen anderen Salzstöcken nur einen Salzgehalt von 50%. Das Salz ist verunreinigt mit dem sogenannten Haselgebirge. Dieses Problem wird jedoch durch den sogenannten nassen Abbau gelöst, bei dem bergmännisch angelegte unterirdische Kammern mit Süßwasser geflutet werden. Das Salz löst sich aus Boden, Wänden und Decke. Dabei bleiben die Verunreinigungen ungelöst und bilden schnell eine Schlammschicht am Boden, die dort die weitere Lösung verhindert. So ergibt es sich, dass das Salz vorwiegend an der Decke gelöst wird, und der Raum sozusagen nach oben wandert: oben wird gelöst, gleichzeitig wird am Boden der unlösliche Rest abgelagert.

Berchtesgaden ist auch heute noch ein aktives Bergwerk, und gilt als das älteste aktive Salzbergwerk Deutschlands. Auf fünf Abbauebenen sind derzeit 20 Bohrspülwerke in Betrieb und produzieren jährlich etwa 600.000m³ Sole. Ein derartiges Bohrspülwerk ist maximal 160m lang, 120m breit und 120m hoch. Täglich wird 1cm Salz an der Decke gelöst, woraus sich bei einer nutzbaren Abbauhöhe von 100m eine Betriebsdauer von etwa 30 Jahren ergibt. Das entspricht einem Solegewinn von 1.100.000m³.

Der Besuch des Salzbergwerk Berchtesgaden beginnt wie fast immer bei Schaubergwerken mit dem Einkleiden. Hier bekommt man einen modernen Overall mit Reflektoren und überaschenderweise keinen Helm. Das Bergwerk ist sehr großräumig und es ist offensichtlich nicht möglich den Kopf anzustoßen.

Die Befahrung beginnt mit 650m langen Fahrt mit der Grubenbahn in den Berg. Man gelangt zur Salzkathedrale, einem großen Raum in dem sich auch die erste Rutsche befindet. Ein geräumiger Stollen zeigt in verschiedenen Seitengängen und -räumen verschiedene Aspekte des Salzabbaus. Doch zuerst kommt die Steinsalzgrotte zu Ehren König Ludwig II. Ein Modell mit Filmvorführung erläutert den nicht sichtbaren Abbau. Ein weiterer Raum erläutert den Streckenvortrieb für die Erschließung neuer Bohrspülwerke. Ein dritter Raum schließlich zeigt die zum Betrieb eines Bohrspülwerks notwendigen Geräte. Die Ausstellung endet mit der Schatzkammer, einer Ausstellung zum Thema Salz.

Über die zweite Rutsche gelangt man zum Spiegelsee. Hierbei handelt es sich um ein nicht mehr im Betrieb befindliches Bohrspülwerk. Die Ausmaße des Raums, die absolut waagrecht gelaugte Decke und die stille Oberfläche der Sole sind sehr beeindruckend. Als letzte Sehenswürdigkeit kommt nun noch die Reichenbachpumpe, eine historische Solepumpe. Über einen Schrägaufzug gelangt man wieder auf das Niveau der Grubenbahn und verläßt mit dieser das Bergwerk wieder.

Noch ein Wort zu den Rutschen. Diese gibt es in Europa wohl in jedem Salzbergwerk. Im Gegensatz zu normalen Bergwerken waren Salzbergwerke sehr großräumig. Das Salz war leicht zu bearbeiten, so daß man mit geringem Aufwand Rampen von einer Sohle zur nächsten schlagen konnte. Die Bergleute hatten ein sogenanntes Arschleder, ein Schurz aus dickem Leder, der Hinten getragen wurde, auf dem man Sitzen und rutschen konnte. Um schnelle an den gewünschten Ort zu gelange, rutschten diese also einfach uf ihrem Leder die Rampen hinunter. Irgendwann kam dann jemand auf die Idee, auf diese Rampen Rutschen aus zwei parallen, abgerundeten Balken zu bauen. Ursprünglich waren das sicher einfach Kiefernstämme einer bestimmten Dicke, die geschält und etwas geglättet wurden. Darauf lies es sich noch viel besser rutschen und man kam wohl auch weiter.


Bemerkungen

Das Salzbergwerk in Berchtesgaden ist ein Klassiker des Tourismus. Die Südostecke Bayerns besitzt viele Sehenswürdigkeiten, doch wenn das Wetter schlecht ist, der Königsee wolkenverhangen, die Aussicht trübe, dann gehen alle Besucher seit hundert Jahren unter den Berg ins Salzbergwerk. Natürlich ist das eine schlechte Alternative: hunderte andere sind auf die gleiche Idee gekommen. Die neue Leitung des Bergwerkwerks hat das Procedere nun verändert, statt langen Schlangen gibt es Platzkarten, und man kann in der Zwischenzeit etwas anderes machen, sicherlich ein Fortschritt. Zudem kann man inzwischen auch Karten im Internet vorbestellen. Da verwundert es nicht, dass auch die Führung komplett überarbeitet wurde. Der Spiegelsee und die Holzrutschen sind unverändert, aber die meisten Hallen sind nun mit Multimediashows aufgepeppt. Auch der Name wurde geändert, Erlebnisbergwerk Berchtesgaden heißt nun SalzZeitReise.

Der Besuch beginnt mit dem Anlegen der Bergmannskleidung, was vor allem wegen der kalten, 650m langen Zugfahrt in den Berg notwendig ist. Der Ferdinandberg-Hauptstollen endet in der Salzkathedrale, einer 17m hohen Halle. Die Decke wird für eine informative Multimediashau benutzt, die den Salzabbau vorstellt. Das folgende Salzlabor erläutert die Herstellung von Speisesalz. Die Schatzkammer schließlich ist eine futuristische Ausstellung die durch anschauliche Exponate versucht vielfältige Aspekte rund um das Salz zu erläutern. So gibt es zum Beispiel einen Behälter mit der Salzmenge die ein menschlicher Körper enthält. Eine ganz traditionelle Station auf der Führung ist der Spiegelsee. Er zeigt die Abbaumethode durch unterirdische Lösung des Salzes. Das Wasser wurde nur teilweise abgepumpt, so sind die typischen Lösungsformen im Salz zu sehen. Gleichzeitig blieb jedoch auch ein 100m langer und 40m breiter Salzsee übrig. Bei der gemächlichen Überfahrt wird Musik von Peter Wolf, dem bekannten österreichischen Musiker, Komponisten und Produzenten, gespielt und die Halle durch eine komplexe Lichtinstallation beleuchtet.

Ein letzter traditioneller Punkt der Führung ist schließlich die Fahrt auf der Rutsche. Die hölzernen Rutschen wurden im mittelalterlichen Bergbau entwickelt, und ermöglichten den Bergleuten sowohl Höhendifferenzen zu überwinden, als auch gewisse Entfernungen zurück zu legen. Daneben wurden sie auch für den Materialtransport eingesetzt. Die Fahrt auf der Rutsche ist natürlich freiwillig, man kann sie auch zu Fuß umgehen.


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