Karsthöhlen


en: karstic cave
de: Karsthöhle (e)
es: cueva kárstica
fr: grotte (f) karstique
hu: karsztbarlang
it: grotta (sf) carsica
pt: caverna cárstica
ro: peşteră (f) carstică


Image: The Große Halle (Big Hall), the biggest chamber of the Laichingen Vertical Cave, Germany.

Die Entstehung von Karsthöhlen ist sehr kompliziert und immer noch ein Thema der geologischen Forschung. Aber einige grundlegende Aspekte sind sehr einfach: Wasser mit Kohlendioxid CO2 ist in der Lage, Kalkstein zu lösen.

Im Gegensatz zu Salz oder Gips ist Wasser nicht in der Lage, Kalkstein ohne ein wenig Hilfe zu lösen. Und dieser Helfer ist Kohlendioxid CO2. Kohlendioxid ist ein sehr verbreitetes Gas, man kennt es aus Mineralwasser, Softdrinks und Bier. Sie alle enthalten es, es bringt sie zum Sprudeln. Natürliches Wasser enthält auch CO2, aber viel weniger, da es normalerweise nicht sprudelt. Füllen Sie einfach etwas Wasser in eine Flasche und nach einigen Stunden sehen Sie kleine Gasblasen am Glas der Flasche.

Kohlendioxid befindet sich in der Luft, in unserer Atmosphäre ist es ein Anteil von etwa 0,03%. Tiere und Menschen atmen Luft, verbrauchen (verbrennen) den Sauerstoff und atmen Kohlendioxid aus. Viel Kohlendioxid wird durch biologische Prozesse im Boden produziert. Wenn das Regenwasser fällt, absorbiert es zuerst etwas Kohlendioxid aus der Atmosphäre, aber dann, wenn es durch den Boden sickert, absorbiert es noch viel mehr biogenes CO2.


Im Wasser zerfällt das CO2 in zwei Teile und produziert so eine (sehr schwache) Säure:


CO2 + H20=H2CO3=H+ + + HCO3-

Wenn dieses Wasser mit Kalkstein in Berührung kommt, löst die Säure den Kalkstein.


H+ + HCO3- + CaCO3=Ca++ + 2 HCO3>>

Dies geschieht an der Felsoberfläche, genau an der Grenze zwischen Fels und Boden. Aber wenn der Kalkstein, der eigentlich wasserdicht ist, Risse aufweist die durch tektonische Kräfte erzeugt wurden - was sehr häufig der Fall ist - sickert das Wasser in das Gestein und beginnt, die Risse und Schichtfugen zu erweitern.

Mit der geringen Menge an CO2 im Wasser ist auch die Menge an gelöstem Kalkstein nicht sehr hoch. So dauert es mehrere zehntausend Jahre oder länger, bis eine Höhle entsteht.

Der Kalkgehalt im Quellwasser in Karstgebieten ist für die Menschen, die in diesen Gebieten leben, völlig normal. Man spricht von hartem Wasser. Wenn man dieses Wasser erwärmt (z.B. zum Kaffee kochen, in der Waschmaschine,....), entweicht CO2 und der Kalkstein wird wieder fest. Dieser Prozess ist ähnlich wie die Bildung vieler Speläotheme in Höhlen, wie z.B. Tropfsteine.

Sie können mehr darüber lesen: Kalksteinhöhlen (und Nicht-Kalksteinhöhlen). Oder Sie gehen zum Abschnitt Speläotheme.