Spaltenhöhlen

Weitungshöhlen


Spaltenhöhlen entstehen durch tektonische, also mechanische, Bildung von Klüften und Spalten im Gestein. Generell bewegen sich dabei zwei Gesteinspakete voneinander weg. Man spricht dehalb auch von Weitungshöhlen.

Ist das Gestein zum Beispiel durch Hebung oder Absenkung bereits zerbrochen, also zerklüftet, weiten sich bevorzugt diese Klüfte zu Spalten auf. So entsteht oft eine Schaar von paralellen Spalten, die nicht miteinander verbunden sind.

Im Rahmen der Plattentektonik bewegen sich Krustenteile voneinander weg. Dadurch entstehen Spalten, die jedoch in der Regel tief hinunter reichen und deshalb vom Magma des oberen Matels zum Aufstieg benutzt werden. Dabei füllt sich die Spalte und es bildet sich ein Basaltgang. Bei diesen Spalten bildet sich also in der Regel keine Höhle.

Die zur Höhlenbildung führenden Aufweitungen sind meist sehr viel kleinräumiger. Sie beruhen meist auf Erosion bei einem geeigneten Relief und dadurch ausgelöste Hangrutschungen. Besonders bei Sedimenten mit unterschiedlichen Schichten kann es dann zum Abrutschen einer Hangkante kommen, die auf einer weicheren Schicht abrutscht. Und gerade bei Schichtstufen ist diese Erscheinung typisch, da sie einen Teil des Entstehungsprozeßes von Schichtstufen darstellt.

Wenn ein Gesteinspaket ins rutschen kommt, weiten sich vorhandene Klüfte aus. Wenn der Prozeß weit genug fortschreitet kann die Kluft weit genug werden um die Befahrung zu erlauben. Dabei kann man zwei unterschiedliche Abläufe unterscheiden. Einmal kippt das Gesteinspaket zum Berg hin und rutscht mit der Unterseite zu Tal. Dann bilden sich lange, gerade, hohe, nach oben spitz zulaufende Klüfte. Diese sind geschlossen, also echte Höhlen. Wenn dagegen das Gesteinspaket vom Hang untergraben wird und deshalb oben zum Tal hin kippt, bilden sich Spalten die nach oben weiter werden. Diese sind nach oben offen und man spricht nicht von Höhlen, sondern von Schluchten oder Klammen. Zudem gelangt Gesteinsschutt und Pflanzenreste hinen, so dass sie sich relativ schnell wieder auffüllen. Diese Klüfte sind also meist zu einem erheblichen Teil verfüllt.

Bei konvergenten Kräften kommt es zur sekundären Ausbildung von ausweitenden Kräften in einem 90° Winkel. Entsprechend kommt es im 90° Winkel sowie in den beiden 45° Winkeln zu Spaltenbildung. Daß es hier jedoch Höhlen gibt ist sehr selten, da diese Spalten meist nicht weit genug sind und zudem durch Mineralisation im Porenwasser bei der Bildung gleich wieder verheilen. In seltenen Fällen bilden sich jedoch auch hier Spaltenhöhlen, die aufgrund der enthaltenen Mineralien meist als Kristallhöhlen, Kristallgrotten oder Geoden bezeichnet werden.

Oft wird auch der Begriff Klufthöhle verwendet, das ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Bei Karsthöhlen wird er häufig einfach zur Beschreibung der Morphologie benutzt. Es ist dann eine vorwiegend kluftartige Höhle gemeint, die dennoch als Karsthöhle entstanden ist. Man spricht deshalb zur Unterscheidung manchmal auch von tektonischen Klufthöhlen. Zudem kommt es zur Verwechslung der Begriffe, weil die Ursache der Spaltenbildung oft nicht leicht zu erkennen ist, oder weil die Begriffe in der Vergangenheit geprägt wurden.