Kronleuchtersaal


Touristische Informationen:

Ort: Theodor-Heuss-Ring 32, 50668 Köln.
(50.9506660, 6.9634420)
Öffnungszeiten: MÄR bis OKT .
Online Reservierung notwendig.
[2026]
Eintrittspreise: frei.
[2026]
Typ: SubterraneaAbwasserleitungen
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension: B=3,80 m, H=4,60 m.
Führungen: D=30 min, MinAge=6.
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR, Ostmerheimer Straße 555, 51109 Köln, Tel: +49-221-221-26868.
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Geschichte

1890 Kanalisation fertiggestellt.
2004 Kronleuchtersaal als Bodendenkmal (Nr. 464) unter Denkmalschutz gestellt.

Bemerkungen

Der Kronleuchtersaal ist ein etwas kurioser Saal in der Kölner Kanalisation, unter dem Theodor-Heuss-Ring. Eine Kreuzung von mehreren Tunneln ist ein größerer Raum mit Tonnengewölbe. Technisch gesehen ist es ein Vereinigungsbauwerk das den nördlichen Ringstraßensammler, der das Abwasser aus dem Bereich der Kölner Ringe sammelt, mit dem Abfangsammler Cleverstraße verbindet. Es ist bis heute Teil der Kanalisation, ist also technische Infrastruktur. Deshalb sind auch die Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB) dafür zuständig und bieten öffentliche Führungen an. Der Ort wird auch für Konzerte genutzt.

Der Namen beschreibt das größte Kuriosum, zwei große Kronleuchter die in der Mitte des Saals an der Decke hängen. Nicht gerade die Standardausstattung der Kanalisation. Zur Einweihung wurden hier zwei Kronleuchter und mehrere Wandleuchter installiert, und wurden nie wieder entfernt. Warum es gerade diese Kronleuchter waren und woher sie stammten, ist unbekannt. Es gibt eine Legende, dass sie von Kaiser Wilhelm II. der Stadt Köln geschenkt wurden. Es gibt aber ebenso eine Legende, dass die Stadt sie zu Ehren des Kaisers gestiftet hat. Kaiser Wilhelm II. sollte an der feierlichen Eröffnung teilnehmen, ist aber tatsächlich nicht erschienen. Tatsächlich existiert heute nur noch ein Kronleuchter, die originalen Kronleuchter waren in fast 100 Jahren in der feuchten Umgebung verrottet. Und so wurden sie 1980 durch eine einzelne elektrifizierte Replik ersetzt.

Die existierende Kanalisation der Innenstadt von Köln basierte mehr oder weniger auf der römischen Infrastruktur aus dem ersten Jahrhundert. Sie war aus diesem Grund äußerst fortschrittlich, sie deckte jedoch nur den Bereich der mittelalterlichen Stadt innerhalb der Stadtmauern ab. Durch die industrielle Revolution und die Landflucht wuchsen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Städte erheblich. Die Stadtmauer aus dem Mittelalter wurde 1881 abgerissen, die angrenzenden Neubaugebiete hatten zuerst kein Abwassersystem. Die Neustadt brauchte natürlich ebenfalls Infrastruktur wie Wasser und Abwasser, und so wurde die Kanalisation der Stadt schließlich erneuert und erweitert. Diese Kreuzung dient zur Anbindung der neuen Kanalisation an die alte, außerdem ist sie ein Regenüberlauf. Sie wurde unter der Leitung von Stadtbaurat Carl Steuernagel entwickelt. Das neue Kanalisationssystem war sehr fortschrittlich und wurde deshalb auch stolz eröffnet.