Deutsches Erdölmuseum Wietze


Touristische Informationen:

Ort: Schwarzer Weg 7-9, 29323 Wietze.
A7 (E45) Ausfahrt Buchholz, B214 Richtung Celle, nach 10 km in Wietze links ab.
(52.660172, 9.833418)
Öffnungszeiten: MAR bis JUN Di-So, Fei 10-17.
JUL bis AUG täglich 10-18.
SEP bis NOV Di-So, Fei 10-17.
Einlass bis 1 h vor Schließung.
[2021]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 6, Schüler EUR 3, Kinder (0-5) frei, Studenten EUR 3, Auszubildende EUR 3, Arbeitslose EUR 3, Schwerbehinderte EUR 3, Familien EUR 10.
Gruppen (6+): Erwachsene EUR 5, Schüler EUR 2,50, Studenten EUR 2,50.
[2021]
Typ: MinesErdöl
Licht: LightBeleuchtung mit Glühlampen
Dimension:
Führungen: self guided.
D=90 min. Deutsch - German English
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: ja
Literatur:
Adresse: Deutsches Erdölmuseum Wietze, Schwarzer Weg 7-9, 29323 Wietze, Tel: +49-05146-92340.
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Geschichte

1960er Erdölmuseum entsteht auf dem Betriebsgelände der Deutschen Erdöl AG.
29-SEP-1970 Offizielles Gründungsdatum als das Museum von der Texaco offiziell an die Gemeinde übergeben wird.
1982 Aufstellung firmenfremder Exponate in einer Freilichtausstellung.
1988 Förderverein gegründet.
1991 Förderverein in Trägerverein umgewandelt.
1992 neues Museumsgebäude eröffnet.
1997 Eingangs- und Ausstellungshalle eröffnet.
2002 Verwaltungsflügel erbaut.
2004 Feldbahnstrecke eingeweiht.

Geologie

In Wietze wurde kein Erdöl erbohrt, es war in stark ölhaltigem Sand gebunden, der bergmännisch abgebaut wurde. Der Abbau von Ölsand war zu jeder Zeit eine exotische Art der Erdölgewinnung. Vor allem ist sie nur in Ausnahmefällen profitabel. Daneben wurden von Wietze aus viele kleinere Öllagerstätten in der norddeutschen Tiefebene betreut. Das Erdöl wird in Fallen gefunden, die an Salzstöcke gebunden sind. Ab den 1930er Jahren wurde diese Lagerstätten mit Hilfe von Gravimetrie prospektiert. Sie werden bis heute zur Gewinnung von Erdöl genutzt.

Bemerkungen

Das Deutsche Erdölmuseum Wietze befindet sich an einem geschichtsträchtigen Ort. Hier in Wietze begann die deutsche Erdölförderung. Erdöl trat natürlich aus und führte zu Verunreinigungen des Flusses und übelriechenden Verschmutzungen der Wiesen. Die Quellen wurden bereits im 19, Jahrhundert aufgegraben und Erdöl in kleinem Umfang gefördert. Jeder Bauer ergrub dabei das Erdöl auf seinem eigenen Grund. Dieses Erdöl wurde für vielfältige Zwecke eingesetzt, war aber in Hamburg als Straßenbelag sehr beliebt. Dafür wurde das Erdöl einfach auf dem Boden verteilt und die leichtflüchtigen Bestandteile verdunsteten auf natürliche Weise. Das verschlimmerte jedoch eine der größten Brandkatastrophen der Hamburger Geschichte. Der Hamburger Brand von Mai 1842 entstand aus unbekannter Ursache, wurde jedoch durch viele leicht brennbare Materialien in den Lagerhäusern und das Fehlen von Löschwasser zu eine Katastrophe. Ein Detail das vielfach unerwähnt bleibt, sind neuartige Straßenbeläge aus Erdöl. Da sie noch viele leicht- und mittelflüchtige Bestandteile enthalten brannten sie viel schneller als moderne Teerbeläge. So konnte das Feuer auch breitere Straßen überspringen.

Mit der zunehmenden Industrialisierung wird jedoch der Bedarf an Schmiermittel, Lösungsmitteln und Treibstoffen immer größer. Durch Fortschritte in der Verarbeitung des Rohöls wurden immer weitere Verwendungszwecke erschlossen. Entsprechend stieg der Bedarf, der Preis, und auch die Erdöl-Förderung in Wietze. Es gab viele kleine Erdölproduzenten die das Erdöl an Zwischenhändler verkauften. 1899 wurde die Deutsche Tiefbohr-Actiengesellschaft gegründet, die später als DEA Deutsche Erdoel AG bekannt wurde. Neben vielen anderen Aktivitäten übernahmen sie auch die ganzen kleinen Erdölproduzenten in Wietze. Das Betriebsgelände in Wietze gehörte der DEA, 1970 wurde aus der DEA die Deutsche Texaco AG.

Bereits seit den 1960er Jahren wurde durch Mitarbeiter in Wietze interessante ausgemusterte Geräte gesammelt. Als die Texaco das Gelände 1970 aufgab und den Abbau einstellte, wurde es mit allen Gerätschaften an die Gemeinde Wietze übergeben, die es offiziell als Erdöl-Museum betrieb. Das Museum wurde jedoch von Ehrenamtlichen betrieben, vielfach ehemalige Bergleute, die die Sammlung weiter ausbauten. Ein Förderverein übernahm das Museum 1991 von der Gemeinde und betreibt es bis heute. Ursprünglich bestand das museum nur aus dem Außengelände mit Abbaugeräten von teilweise erheblichen Ausmaßen. Highlight war und ist ein Bohrturm aus Metall. Eine Ausstellungshalle wurde erbaut, die eine Ausstellung zur Erdölgeologie, zur Erdölgewinnung und zur lokalen Geschichte enthält. Und schließlich wurde auch noch eine Feldbahn wiederaufgebaut, die zu besonderen Anlässen auch fährt.