Unverhofft Segen Gottes Erbstolln

Radstube Oberschöna


Touristische Informationen:

Ort: Dorfstraße 16, 09600 Oberschöna.
Parkplätze am Gebäude, weitere Parkplätze am Spielplatz an der Hauptstraße.
(50.9052157, 13.2458675)
Öffnungszeiten: Tag des offenen Denkmals (SEP), Tag der Schauanlagen (1. Sonntag JUL).
[2026]
Eintrittspreise:  
Typ: MineSilber MineBlei MineKupfer MineNickel MineKobalt
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension: A=370 m NN.
Führungen:  
Fotografieren:  
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Geschäftsstelle der HFBHK e.V., SAXONIA-FREIBERG-STIFTUNG, c/o Heiko Götze, Vorsitzender, Chemnitzer Str. 8, 09599 Freiberg/Sachsen, Tel: +49-3731-160-455. verein@hfbhk.de
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Geschichte

1318 Urkunde deutet Bergbau in der Gegend an.
1729 nach längeren Stillstand wieder in Betrieb genommen.
1735 Rad mit 72 m Feldgestänge zum Schacht im Hammergraben eingebaut.
1789-1791 Radstube mit Kunstgezeugeanlage erbaut.
1804 Abbau eingestellt, weil die Lagerstätte erschöpft war.
1981 Ausbau zum Schaubergwerk.
1982 als Schaubergwerk eröffnet.

Geologie

Die polymetallischen Gangvererzungen enthielten vor allem Bleiglanz, Glaserz, Rotgültigerze, Kupfer, Nickel, Kobalt und „Gilbe“, ein Zersetzungsprodukt mit sehr hohem Silbergehalten von bis zu 10 %.

Bemerkungen

Unverhofft Segen Gottes Erbstolln ist ein sogenannter Wasserlösungsstollen, also ein Stollen der ein leichtes Gefälle hat und damit Wasser aus der Grube transportiert. Damit das funktioniert muss die Grube höher liegen als ein benachbartes Tal und der Stollen muss zu diesem Tal führen. Mit so einem gravitativen Ablauf kann man also alle Teile des Bergwerks entwässern, die höher liegen als dieser Stollen. Damit man auch tieferliegende Teile der Grube entwässern kann, muss man Pumpen benutzen, die konnte man im Mittelalter nur entweder mit Muskelkraft oder mit Wasserkraft antreibe. So gab es hier eine Radstube, in der ein Wasserrad eine Pumpe antrieb, um Wasser aus tieferen Teilen der Grube zu heben. Sowohl das Antriebswasser als auch das gepumpte Wasser flossen dann über den Erbstollen ab. Dieses Bergwerk hat aus diesem Grund auch den Namen Radstube Oberschöna. Die Namensvielfalt ist wiederum groß, so findet mal auch Unverhoffter Segen Gottes oder die Schreibweise mit Bindestrichen, Unverhofft-Segen-Gottes-Erbstolln.

Die Wasserführung im Revier war komplex und für den Erfolg der Gruben ausschlaggebend. Das Grubenwasser des Brander, Erbisdorfer und Himmelsfürster Reviers wurde aus dem Telersberger Stolln und dem Neuer Segen Gottes Stolln in die Striegis geleitet. In der Nähe der Ölmühle Oberschöna wurde das Wasser zusammen mit weiterem Quellwasser über ein 4,4 km langes Röschen- und Grabensystem zur Grube geleitet. Hier wurde es über ein "Kunstrad", also ein hölzernes Wasserrad geleitet, das Pumpensätze zur Grubenwasserhebung antrieb. Die Erzförderung aus der Tiefe wurde dagegen mit Handhaspeln durchgeführt.

Die Grube ist wohl älter aber aus dem frühen Abbau ist wenig bekannt. Ihre Geschichte begann mit der Wiederinbetriebnahme im Jahr 1729. Bald darauf, 1735, wurde im Hammergraben ein Rad mit 72 m Feldgestänge zum Schacht eingebaut. Das führte sowohl zu mechanischen Problemen und hohen Unterhaltungskosten, als auch zu Rechtsstreitigkeiten mit dem Besitzer des Hammergrabens. Schließlich erstellte Berghauptmann v. Oppel 1788 ein Gutachten über den Zustand der Grube. Aufgrund dieses Gutachtens wurde der vorhandene Kunstgraben zur Grube Junger Schönberg bis zur Grube Unverhofft Segen Gottes Erbstolln verlängert.

Im Grubenfeld Oberschöna, am Westrand des Freiberger Erzreviers, hatte seine Blütezeit um 1550 und um 1730. In der ersten Periode waren es vor allem die Gruben Hohe Neujahr und Junger Schönberg. Doch dies endete als die Erze immer tiefer abgebaut werden mussten und die Gruben absoffen. In der zweiten Periode war es deshalb die Grube Unverhofft Segen Gottes Erbstolln, die die von Agricola entwickelte Technik nutzten um das Problem zu lösen.

Das Schaubergwerk wird auf Führungen durch ehemalige Bergleute und Freunde des Bergbaus besichtigt. Begehbar sind die Abzugsrösche, der Schachtbereich, die Radstube sowie zwei Abbaubereiche. In der Steigerstube neben dem Stollenmundloch gibt es eine Ausstellung zur Geschichte und zur Technik der Anlage. Mit anderen Worten, die Wasserkunst ist das zentrale Thema, nicht der Bergbau. Betreut wird das Schaubergwerk vom Historische Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft e.V. (HFBHK). Dieser betreut ebenfalls das Zylindergebläse Muldenhütten, ein eisernes Zylindergebläse für die Königl. Sächsischen Hüttenwerke. Trotz seines engen Bergbaubezugs ist es kein Schaubergwerk und deshalb etwas außerhalb unseres Themas.