Niedersächsisches Museum für Kali- und Salzbergbau


Touristische Informationen:

Ort: An der Halde 10, 30925 Ronnenberg.
(52.3443177, 9.6552053)
Öffnungszeiten: Ganzjährig So 10-14.
[2026]
Eintrittspreise: frei.
[2026]
Typ: MineSalz
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension:  
Führungen:  
Fotografieren:  
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Niedersächsisches Museum für Kali- und Salzbergbau e.V., An der Halde 10, 30925 Ronnenberg, Tel: +49-511-4340744. E-mail:
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Geschichte

15-SEP-1973 Kaliwerk Hansa geschlossen.
1975 Kaliwerk Ronnenberg nach Wassereinbruch geschlossen.
1991 Verein Bergbaudokumentation Hansa gegründet.
1994 Stadt Ronnenberg stellt im ehemaligen Grubenbetriebsgebäude Räume zur Verfügung.
1996 Museums eröffnet.
2000 Trägerverein Niedersächsisches Museum für Kali- und Salzbergbau e.V. gegründet.
2008 Außenbereich mit einer Überdachung für den Grubenzug angelegt.
2021 Eingangs- und Untertagebereich umgestaltet.

Geologie

Die Norddeutsche Tiefebene besteht aus etwa 4,5 km Mesozoischen Sedimenten. Durch Beckenbildung kam es in weiten Teilen Europas zu einem Einbruch des Meeres, und in diesen seichten Binnenmeeren wurden verschiedenste Sedimente abgelagert. Die Basis dieser Sedimente ist kristallines Grundgebirge. Darauf befinden sich Gesteine des Zechsteins, der ersten Zeit in der Meerwasser in das neue Becken eindrang. Damals war die Verbindung nicht dauerhaft, Meerwasser drang ein und verdunstete im ariden Kontinentalklima. Es bildeten sich dicke Lager aus Gips, Steinsalz und Kalisalz, diese Sequenz wurde mehrmals übereinander abgelagert.

Viel später, nach einer Phase der Absenkung und Ablagerung, kam es wieder zu einem Aufstieg, das Meer wurde Land, Erosion setzte ein. Durch die Bewegung kam es zur Bildung von Störungen und Störungszonen, die Gesteine bekamen Risse. Salz ist leichter als normales Gestein, zudem ist es unter hohem Druck und Temperatur plastisch, es fing also an zu fließen und aufzusteigen. Dazu nutzte es die Klüfte, und so kam es sowohl zur Bildung von Salzdiapiren an Kluftkreuzen, als auch zu Salzmauern an Störungszonen.

Der Bergbau basiert darauf, dass in der ganzen Norddeutschen Tiefebene salztektonische Strukturen die Oberfläche erreichen. In manchen Fällen werden sie vom Grundwasser erreicht und es bilden sich Solequellen, aus denen durch Verdunsten und Verdampfen Salz gewonnen wurde. In anderen Fällen wurden Schächte abgeteuft und das Salz unterirdisch abgebaut. In der Regel findet man sowohl Steinsalz für den menschlichen Bedarf als auch Kalisalz für Düngerproduktion und die chemische Industrie. Je nachdem welches häufiger vorkommt oder eben verstärkt abgebaut wurde, spricht man entweder von Salzbergwerken oder von Kalibergwerken.

Bemerkungen

Das Niedersächsische Museum für Kali- und Salzbergbau ist ein Museum über den Abbau von Kalisalz, das vom gleichnamigen Verein betreut wird. Es befindet sich in einem Gebäude des ehemaligen Kaliwerkes Ronnenberg, das inzwischen der Stadt Ronnenberg gehört, die das Nachbargeböude als Rathaus nutzt. Der Name ist etwas unhandlich, gebräuchlicher sind Kalibergbaumuseum Ronnenberg-Empelde oder noch einfacher Kalibergbaumuseum Ronnenberg. Das Museum hat in sieben Räumen eine Ausstellungsfläche von 300 m² auf denen die Geschichte des Bergbaus in Empelde und Umgebung vorgestellt wird. Thema ist die Geologie und die Chemie von Salz, die Geschichte der Salzgewinnung in Empelde, aber auch die Fördertechnik, die Arbeitsgeräte und die Ausrüstung der Bergleute. Ein besonderes Thema is das Grubenrettungswesen, es wird unter anderem die Dahlbuschbombe vorgestellt. Außerdem werden bergmännische Tradition und Kultur erläutert.

Das Museum besitzt seit 2008 auch einen Außenbereich, der eine Art Freilichtmuseum für Großgeräte ist. Zentrales Ausstellungsstück ist ein Grubenzug mit Elektro-Lokomotive, Personen- und Förderwagen, der sogar überdacht wurde. Daneben gibt es Teufenanzeiger mit Seilscheibe und die Abdeckung des ehemaligen Schachtes des ehemaligen Schacht III des Werkes Hansa.

Die Gewerkschaft Silberberg wurde 1873 gegründet, für den Abbau eines Eisen-, Blei- und Silbervorkommens bei Struthütten im Kreis Siegen. 1894 entstand die Kalibohrgesellschaft Hansa, die sich mit der Erschließung von Kalisalzen in der Empelder Gemarkung beschäftigte. Bereits 1896 übernahm die Kalibohrgesellschaft die Gewerkschaft Silberberg und sie vereinigten sich zur Gewerkschaft Hansa-Silberberg. Zwischen 1894 und 1897 wurden Probebohrungen zur Erkundung der Salzlagerstätte vorgenommen. 1896 wurde der Förderschaft abgeteuft, doch est 11 Jahre später 1907 wurde die Hauptfördersohle bei 601 m Teufe erreicht. 1908 nahmen der Abbau und eine Rohsalzmühle mit zwei Mahlsystemen sowie eine kleine Chlorkaliumfabrik den Betrieb auf. Im Laufe der Jahrzehnte wurden zwei weitere Schächte abgeteuft, eine Endteufe von 1.050 m erreicht und ein Doppelbock-Fördergerüst aufgestellt. Damit war dies in den 1960er Jahren eines der größten Kalisalzbergwerke in Niedersachsen. Konjunkturelle Schwierigkeiten ab Beginn der 1970er Jahre führten zur Stilllegung des Werks am 15-SEP-1973.