Trainingsbergwerk Recklinghausen


Touristische Informationen:

Ort: Wanner Str. 30, 45661 Recklinghausen.
(51.5618381, 7.1818468)
Öffnungszeiten: Führungen werden ganzjährig angeboten.
Termine sind sehr variabel, siehe Online Buchung.
Online Buchung ist Pflicht.
[2026]
Eintrittspreise: Schnupperführung: Erwachsene EUR 17, Kinder (0-16) EUR 15.
Aktivführung: Erwachsene EUR 22, Kinder (0-16) EUR 17.
Erlebnisführung: Erwachsene EUR 26, Kinder (0-16) EUR 24.
Lok und Aktiv: Erwachsene EUR 28, Kinder (0-16) EUR 22.
[2026]
Typ: MineKohle
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension: L=1.400 m.
Führungen: Schnupperführung: D=2 h.
Aktivführung: D=3 h.
Erlebnisführung: D=3 h.
Lok und Aktiv: D=3 h.
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: ja
Literatur:  
Adresse: Trainingsbergwerk Recklinghausen e.V., Wanner Str. 30, 45661 Recklinghausen, Tel: +49-2361-3038910. E-mail:
Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt.
Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden.
Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.

Geschichte

1869 taubes Gestein aus den Schächten der Zechen Recklinghausen I & II wird an der Wanner Straße aufgeschüttet.
Zweiter Weltkrieg In der Abraumhalde wird ein Luftschutzbunker für die Bergleute angelegt.
1975 Nutzung als Trainingsbergwerk.
2018 Ende des Steinkohlebergbaus in Deutschland, Ende der Nutzung als Trainingsbergwerk für Bergleute.
2018 Führungen im Trainingsbergwerk durch den Verein Trainingsbergwerk e.V.

Geologie

Da es sich um eine Nachbildung eines Bergwerks handelt, gibt es keinen geologischen Hintergrund.

Bemerkungen

Trainingsbergwerk Recklinghausen ist ein seltsamer Name für ein Schaubergwerk, eigentlich wurde ein Trainingsbergwerk von Bergwerksgesellschaften betrieben, um Bergleute auszubilden. Wir haben mehrere gelistet, die später in Schaubergwerke umgewandelt wurden, was ja auch nahe liegt, weil das Bergwerk dazu ausgelegt ist auf kleinem Raum möglichst repräsentativ das Arbeitsleben zu verdeutlichen. Und tatsächlich wurde dieses Bergwerk von 1975 bis zur Einstellung des Steinkohlebergbaus in Deutschland im Jahr 2018 zur Ausbildung von Bergleuten benutzt. Aber auch Spezialwissen wurde hier vermittelt, wie zum Beispiel auf der Grubenwehrübungstrecke. Hier wurde die Personenbergung unter schwierigen Bedingungen simuliert. Gleichzeitig befand sich vor dem Stollen ein Bürogebäude, in dem 44 bergbauspezifische Lehrgänge für Facharbeiter und Techniker angeboten wurden bis hin zu EDV. Durch die Beendigung des Abbaus werden keine Bergleute mehr benötigt, und die Ausbildung verlagerte sich auf die Ausbildung in Berufen des Nachbergbaus, z. B. Industriekaufleute und Umwelttechnologen. Dennoch machen bis heute die Azubis der RAG im Rahmen ihrer Einführung auch einen Besuch des Trainingsbergwerks Recklinghausen. Bereits die RAG hat das Bergwerk nicht nur zu Aus- und Weiterbildungszwecken, sondern auch als Veranstaltungsort und Marketinginstrument benutzt, zudem gab es Andachten und Gottesdienste am Standbild der Heiligen Barbara. Dennoch hat sich die Nutzung 2018 massiv geändert, es wurde als Schaubergwerk verschieden lange und intensive Führungen angeboten, es gibt eine Vielzahl von unterirdischen Events, es gibt einen Escape Room und seit 2022 ist das Trainingsbergwerk auch offizieller Trauort der Stadt Recklinghausen. Außerdem ist es inzwischen ein Stop auf der Route der Industriekultur.

Doch es wird noch seltsamer, denn dieses Bergwerk ist kein Bergwerk. Eigentlich handelt es sich um eine Abraumhalde, die inzwischen von einem Wald bewachsen ist. Sie wurde ab 1869 aufgeschüttet, ist im Verhältnis zu anderen Halden aber eher unspektakulär. Der Stollen wurde erst im Zweiten Weltkrieg als Stollenbunker „Wanner Straße“ erbaut. Vermutlich, weil das verfestigte Lockermaterial leichter zu bearbeiten war als gewachsener Fels, zudem war der Zugang ebenerdig. Er bot über 900 Menschen Platz, vor allem den Bergarbeitern und den Anwohnern der Dreieck-Siedlung. Außerdem war er auch als Lazarett, Kranken-, sowie Geburtenstation ausgestattet und galt in der Bevölkerung als besonders sicher. Nach dem Krieg wurde er aufgelassen und begann zu verfallen, bis er dann 1975 von der RAG in ein Traningsbergwerk umgewandelt wurde.

Ein Trainingsbergwerk hat im Prinzip alle Aspekte des tatsächlichen Bergbaus auf kleinstem Raum, auch wenn diese technisch gar nicht notwendig sind. Die Strecken wurden mit verschiedenen Ausbauen versehen, Profilausbau aus Stahl in verschiedenen technischen Variationen aber auch Holzausbau und hydraulischer Schildausbau. Es wurden drei verschiedene Strebe mit Walzenschrämlader, Hobel, Abbauhammer und Streckenförderer eingerichtet. Drei Streckenvortriebe, ein Schacht und sämtliche Technik für die Infrastruktur wie Energieversorgung und Bewetterung sind ebenfalls vorhanden. Alle Typen von Grubenbahnen, Grubenfahrrad, Energiezug und Dieselkatze, und sogar eine Einschienenhängebahn findet man hier.

Sehr außergewöhnlich ist hier, dass trotz einer relativ geringen Besucherzahl vielfältige Touren angeboten werden. Die meisten enthalten das Bedienen von funktionstüchtigen Maschinen, eine findet ohne Licht, nur mit Geleucht statt. Eine enthält zusätzlich eine Fahrt mit der Grubenbahn. Das ist eigentlich naheliegend, weil das Trainingsbergwerk dafür ideale Voraussetzungen bietet. Wer eine "normale" Führung machen möchte, sollte die Schnupperführung machen, alle anderen sind anspruchsvoller. Daneben gibt es noch vielfältige Themenführungen wie zum Beispiel die Horrorführung zu Halloween. Außerdem sollten Sie beachten, dass Kinder unter 8 Jahren nur nach Absprache auf die normalen Führungen mitgenommen werden dürfen. Dafür gibt es aber eine spezielle Kindergeburtstag-Führung mit Schatzsuche, auch hier sollten sie das Mindestalter erfragen.