Bergbau-Museum Bad Bleiberg


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Rudofschacht, Bad Bleiberg, Österreich. Public Domain.
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Rudofschacht, Bad Bleiberg, Österreich. Public Domain.
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Rudofschacht, Bad Bleiberg, Österreich. Public Domain.

Touristische Informationen:

Ort: Thermenweg 8, 9530 Bad Bleiberg
(46.628234, 13.675036)
Öffnungszeiten: MAI bis OKT täglich 10-18.
NOV bis APR täglich 10-16.
[2025]
Eintrittspreise: frei.
[2025]
Typ: MineBlei MineZink
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension:  
Führungen: selbstgeführt
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur: Wolfram Enzfelder (1972): Geschichte des Blei-Zinerzbergbaues Bleiberg, Veröffentlichungen aus dem (des) Naturhistorischen Museum(s), NF_006: 3-6. pdf
Adresse: Tourismusinformation Bad Bleiberg, Thermenweg 1, 9530 Bad Bleiberg, Tel: +43-4244-31306. E-mail:
Bergmännischer Kulturverein Bad-Bleiberg, Kirchweg 1, 9530 Bad Bleiberg. E-mail:
Obmann: Jakob Wirnsperger, Tel: +43-4244-2608.
Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt.
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Geschichte

800 v. Chr. Bleifiguren im Gräberfeld von Frög (Rosegg) belegen Brozezeitlichen Bleibergbau.
200 v. Chr.-50 Röhren, Klammern und Gewichte aus Kärntner Blei auf dem Magdalensberg.
24-JUN-1333 erste urkundliche Erwähnung Bleibergs als Abbaugebiet von Bleierze.
1480 erste Hochzeit des Bleiberger Bergbau.
1487-1495 älteste Bergordnung für Bleiberg gegeben.
1768-1808 Bergwerke sind Staatseigentum.
1857 mit der industriellen Revolution gibt es starke Konkurrenz aus Deutschland, Polen und England.
1867 Bleiberger Bergwerks Union gegründet.
1894 Franz-Joseph-Erbstollen angeschlagen.
1951 Thermalwassereinbruch in der Grube Rudolf.
01-OKT-1993 Ende des Bergbaus in Bad Bleiberg.
24-JUN-2023 Bergbaumuseum eröffnet.

Geologie

Der Erzberg in Bad Bleiberg auf der Sonnenseite des Bleiberger Hochtales erstreckt sich 10 km von Bleiberg-Kreuth und dem Kobesnock im Westen bis Kadutschen und dem Spitzeck im Osten. Er ist Teil der Gailtaler Alpen die aus einem Teil der ostalpinen Kalkdeckensysteme bestehen, ein liegengebliebener Teil der nicht nach Norden geschoben wurde, um dort die Nördlichen Kalkalpen zu bilden. Die Lagerstätte besteht vor allem aus Zinkblende und Bleiglanz, eine sedimentäre Pb-Zn Mineralisation in triassischem Wettersteinkalk.

Bemerkungen

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Rudofschacht, Bad Bleiberg, Österreich. Public Domain.
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Das Bergbau-Museum Bad Bleiberg ist in gewisser Weise der Nachfolger des Bergbaumuseums Klagenfurt. Die Sammlung sollte nicht in einem Keller verrotten, und nachdem beschlossen worden war das Museum in Klagenfurt nicht wiederzueröffnen gingen die Exponate als Dauerleihgabe an das Landesmuseum Kärnten. Ein Teil der Exponate wurde ab 2023 im neuen Bergbaumuseum in Bad Bleiberg ausgestellt, der Rest lagert in einem montanhistorischen Archiv des Bad Bleiburger Museums. Das neue Museum nutzt ein historisches Gebäude, den Förderschacht des Rudolfsstollens. Der Aufbau des Museums kostete lediglich 250.000 Euro, etwa den halben Jahresetat von Klagenfurt. Das liegt wohl auch darin begründet, dass die Renovierung des Gebäudes und die Gestaltung des Innenraums von ehrenamtlichen Mitgliedern des Bergmännischen Kulturvereins übernommen wurde. Durch Automatisierung mit Bewegungsmeldern wurde Personal gespart. Zudem gibt in der beliebten und gut besuchten Badestadt deutlich mehr Besucher.

Zentrales Thema des Museums ist die Geschichte des Bergbaus von Bad Bleiberg, also Blei. Höhepunkte sind weltweit einzigartige Kultwagen aus Blei sowie Repliken der bekannten Bleifiguren aus den hallstattzeitlichen Hügelgräbern von Frög bei Rosegg. Weitere Bleiobjekte sind Bleirohre und Bleilettern für den Buchdruck. 2500 kg Bleiberger Bleibarren sind ein beeindruckendes Endprodukt des Bergbaus.

Bereits in der Bronzezeit wurde Blei abgebaut, das belegen Bleifiguren im Gräberfeld von Frög (Rosegg). Auch aus der keltischen und Römerzeit ist Kärntner Blei bekannt, wie zum Beispiel Röhren, Klammern und Gewichte auf dem dem Magdalensberg. In der ersten urkundlichen Erwähnung vom 24-JUN-1333 verbrieft Bischof Werntho von Bamberg dem Heinrich Putigler ein Burglehen auf dem „Pleyberg pey Villach". Die älteste Bergordnung für Bleiberg wurde von 1487 bis 1495 gegeben. Sie regelte den Abbau der Erze, deren Förderung und Sortierung, die Entlohnung und Arbeitszeit der Knappen. Zur Hochzeit des Bergbaus arbeiteten 500 bis 600 Bergleute in Bleiberg im Bergbau.

Die Mineraliensammlung hat ihren Schwerpunkt auf Kärnten. Ein wesentliches Thema sind Mineralien deren Locus Typicus, also der erste Fundort, in Kärnten liegt. Dazu zählen: Hydrozinkit, Ilsemannit und Wulfenit (Blei- und Zinkbergbau Bleiberg-Kreuth), Kahlerit und Löllingit (Eisenbergbau Hüttenberg), Weinebeneit (Spodumen-Versuchsstollen, Brandrücken, Koralpe), und Zoisit (Kupplerbrunn, Saualpe). Das aussergewöhnlichste Objekt ist ein 200 kg schwerer Rauchquarz-Einzelkristall, der vom Schwarzkopf in der Ankogelgruppe stammt. Ein wichtiges Thema sind die Mineralien und Bleierze von Bad Bleiberg und seine Begleitmineralien. Auch die Geschichte des Thermalwassers, das aus dem ehemaligen Bergbau stammt, wird erklärt.