Heilklimastollen Bad Bleiberg


Touristische Informationen:

Ort: Thermenweg 7, 9530 Bad Bleiberg.
In der Nähe von Villach, an der österreichisch-italienischen Grenze. A10 Ausfahrt 172 Villach West, der Tiroler Straße in Richtung Stadtzentrum folgen, nach 1 km rechts abbiegen, nach 800 m rechts in die Bleiberger Straße einbiegen, 7 km bis Bad Bleiberg, 1 km weiter bis Nötsch. A2 Ausfahrt 364 Hermagor, B111 Richtung Hermagor, nach 4 km rechts abbiegen durch Nötsch Im Gailtal 5 km bis Nötsch.
(46.6277503, 13.6743618)
Öffnungszeiten: Ganzjährig täglich 8-17.
[2007]
Eintrittspreise: Heilklimastollentherapie EUR 39.
[2025]
Typ: MineBlei MineZink ExplainSpeläotherapie
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension: T=8 °C, H=100 %.
Führungen:  
Fotografieren: allowed
Zugänglichkeit: yes
Literatur:  
Adresse: Vivea 4* Hotel Bad Bleiberg, Thermenweg 7, 9530 Bad Bleiberg, Tel: +43-4244-90500. E-mail:
Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt.
Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden.
Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.

Geschichte

1333 erste urkundliche Erwähnung Bleibergs als Abbaugebiet von Bleierze.
1487 bis 1495 älteste Bergordnung für Bleiberg.
1951 Thermalwassereinbruch in der Grube Rudolf.
1962 Erreichtung einer Pumpstation am Franz-Josef-Stollen zur Erdoberfläche.
1969 Thermalbad eröffnet.
1978 Bleiberg bekommt offiziell den Zusatz 'Bad' verliehen.
1993 Thomasstollen erweitert und als Heilstollen genutzt.
22-NOV-2003 Kurzentrum Bad Bleiberg in Betrieb genommen.
2014 Thermalbad wegen kontinuierlicher Verluste geschlossen.
2021 Renovierung der Gebäude und Anlagen durch Vivea Hotels abgeschlossen.

Geologie

Der Erzberg in Bad Bleiberg auf der Sonnenseite des Bleiberger Hochtales erstreckt sich 10 km von Bleiberg-Kreuth und dem Kobesnock im Westen bis Kadutschen und dem Spitzeck im Osten. Er ist Teil der Gailtaler Alpen die aus einem Teil der ostalpinen Kalkdeckensysteme bestehen, ein liegengebliebener Teil der nicht nach Norden geschoben wurde, um dort die Nördlichen Kalkalpen zu bilden. Die Lagerstätte besteht vor allem aus Zinkblende und Bleiglanz, eine sedimentäre Pb-Zn Mineralisation in triassischem Wettersteinkalk.

Bemerkungen

Der Heilklimastollen Bad Bleiberg ist ein Stollen des ehemaligen Bleibergwerks, denn wie der Name Bleiberg sagt wurde hier in verschiedenen Bergwerken Blei abgebaut. Ein anderer Name ist Heilklimastollen Rudolfsschacht, Heilstollen Thomas oder ganz aktuell Vivea Gesundheitshotel Bad Bleiberg. Doch dieser Stollen wird bereits seit Jahrzehnten für Speläotherapie genutzt. Bereits 1993 nach der Einstellung des Bergbaus in Bleiberg wurden der Friedrich- und der Thomasstollen erweitert und als Heilstollen genutzt. Hier unterhalb des Rudofsschachts war es der Thomastollen. Darüber wurde das Kurzentrum Bad Bleiberg erbaut, ein Hotel mit vier Sternen und 324 Betten. Das besondere hier: Der Stollen ist vom Hotel mittels Aufzug erreichbar. Das Kurzentrum bot also gleichzeitig Unterkunft, Wellness, verschiedene Therapien und mehr. Die sogenannte Höhlenkur umfasste die Betreuung durch speziell geschultes Personal, unter anderem Trainings im Stollen für die richtige Atmung.

Inzwischen gehört das Kurzentrum zu den Vivea Hotels einer Kette von 10 Hotels in Österreich die vor allem Wellness und medizinische Anwendungen anbieten. Wann genau sie das Hotel vom Kurzentrum übernommen haben, ist unklar, sie scheinen aber wohl mehrere Millionen Euro in die Renovierung gesteckt zu haben, die 2021 abgeschlossen war. Unter dem Namen Vivea Gesundheitshotel Bad Bleiberg wird ein komplettes Wellness- und Gesundheitsprogramm angeboten. Das umfasst Massagen, Bäder, Ernährung, Körperpackungen & Wickel, Gymnastik & Workout, Elektrophysikalische Behandlungen, Inhalationen, Ganzkörperkältetherapie bei -110 °C und mehr. Das Hotel hat auch ein Thermalbad das vom Thermalwasser der benachbarten Rudolfstherme gespeist wird. Das Termalbad basiert auf einem Wassereinbruch in das Bergwerk 1951, das Wasser war Thermalwasser aus der Tiefe. Bald darauf wurde eine Pumpleitung gebaut, dann ein Thermalbad, es folgte die Ernennung zu Bad Bleiberg. Doch Bäder sind teuer und später musste die Gemeinde einen sechstelligen Betrag jedes Jahr zuschiessen, was schließlich zur Schließung führte. Das Thermalbad wurde für 1 € an BLEIB BERG F.X. Mayr Retreat verkauft die darauf ein neues Wellnesszentrum erbauten. Dieses teilt sich mit dem Vivea Gesundheitshotel das Thermalwasser. Aber als Konkurrenz dürfen sie den Heilstollen nicht benutzen und müssen stattdessen den 1,5 km entfernten Heilklimastollen Friedrich benutzen.

Dies ist kein Schaubergwerk, sondern ausschließlich ein Stollen für Speläotherapie, und es ist nicht möglich, dieses Bergwerk zu besichtigen, außer zu Therapiezwecken. Das Geschäftsmodell sieht wohl vor, dass man für eine gewisse Zeit vorzugsweise eine oder mehrere Wochen ein Hotelzimmer bucht und dann der Arzt einem Anwendungen aufschwatzt empfiehlt. Unseres Wissens kann man einen einmaligen Besuch buchen, allerdings wird einem das nicht einfach gemacht. Zudem wird einem nichts erläutert, der Besuch konzentriert sich auf die therapeutische Wirkung. Dennoch ist es ein historisches Bergwerk das von Touristen besucht werden kann und erfüllt damit grundsätzlich die Mindestanforderungen an ein Schaubergwerk.