Bärenschützklamm


Touristische Informationen:

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Bärenschützklamm, Österreich. Public Domain.
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Bärenschützklamm, Österreich. Public Domain.
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Bärenschützklamm, Österreich. Public Domain.
Ort: Bei Mixnitz.
Zwischen Bruck an der Mur und Graz. 90 Minuten Fußweg bis zum Eingang der Schlucht.
(47.341979, 15.394431)
Öffnungszeiten: MAI bis OKT täglich 8-16.
Bei schlechtem Wetter geschlossen.
[2025]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 9, Kinder (6–16) EUR 6.
ÖAV-Mitglieder: Erwachsene EUR 7, Kinder (6–16) EUR 6.
[2025]
Typ: GeologyKlamm
Licht: nicht notwendig
Dimension:  
Führungen: selbstgeführt.
V=40.000/a [2019] V=40.000/a [2025]
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Bärenschützklamm, ÖAV - Mixnitz, Bärenschütz 40, A-8131 Mixnitz, Cell: +43-676-9222508. E-mail:
Tourismusverband Pernegg - Mixnitz - Bärenschützklamm, Kirchdorf 16, 8132 Kirchdorf, Tel: 03867-804411, Fax: 03867-80444. E-mail: contact
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Geschichte

1901 Erstmals vom Grazer Alpenclub ausgebaut.
1948 Grazer Alpenclub schließt sich mit dem Österreichischen Alpenverein (ÖAV) zusammen, die Schlucht wird nun von der ÖAV-Sektion Mixnitz gepflegt.
1978 zum Naturdenkmal erklärt.
1997 massive Zerstörung durch einen Sturm und Wiederaufbau.
2020 wegen eines Steinschlags wegen Umbauarbeiten geschlossen.
2021 Naturwelten Steiermark für die Öffentlichkeit geöffnet.
21-SEP-2024 wiedereröffnet.

Bemerkungen

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Bärenschützklamm, Österreich. Public Domain.
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Bärenschützklamm, Österreich. Public Domain.
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Bärenschützklamm, Österreich. Public Domain.
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Bärenschützklamm, Österreich. Public Domain.

Die Bärenschützklamm ist wahrscheinlich die beeindruckendste und am besten erschlossene Schlucht in der Steiermark. Sie hat sich in 400 Millionen Jahre alten Kalkstein geschnitten, durch den Mixnitzbach, der von der Teichalm, einer Hochalm auf etwa 1200 Metern Seehöhe, zur Mur auf 450 Metern Seehöhe fließt. Die senkrechten Wände sind zwischen 200 und 300 Meter hoch. Der Weg beginnt in der Ortschaft Mixnitz, am Parkplatz Bärenschützklamm, und folgt dem Erzherzog Johann Lehrwanderweg. Dieser Weg ist Erzherzog Johann (*1782-✝1859), dem Bruder von Kaiser Franz I., gewidmet. Ein halbes Jahrhundert lang war er für das Herzogtum Steiermark von großer Bedeutung, er war Förderer und Modernisierer von Industrie, Landwirtschaft und Eisenbahn sowie von Kultur und Bildung. Nach einer Stunde Aufstieg auf dem Lehrpfad erreicht man den Eingang der Schlucht bei der Hans-Kerl-Hütte.

Der Hauptteil der Schlucht ist mit 109 Holzbrücken und 51 Holzleitern mit 2.500 Stufen zwischen der Hans-Kerl-Hütte (750 m ü.A.) und dem Almgasthaus Guter Hirte (1.100 m ü. M.) erschlossen. Die Wanderung durch die Schlucht dauert 1,5 Stunden, sodass insgesamt etwa 2,5 Stunden einzuplanen sind. Auch wenn der Abstieg schneller geht, sollte man für die gesamte Tour 5 Stunden einplanen. Auf dem Rückweg kann man erneut durch die Schlucht gehen oder den nahe gelegenen Prügelweg nehmen. Viele Besucher entscheiden sich für eine Tagestour und besteigen einen der Gipfel oberhalb der Schlucht, zum Beispiel den Hochlantsch (1.720 m ü.A.). Für Kinder ab sechs Jahren wird eine Gebühr erhoben, und obwohl es eigentlich keine Altersbeschränkungen gibt, empfehlen die erfahrenen Bergsteiger des ÖAV ein Mindestalter von acht Jahren.

Das Gebiet ist verkarstet und weist Karstquellen, Höhlen, Karrenfelder und typische Erosionsformen auf. Das Flussbett hat zahlreiche GeologyStrudeltöpfe. Die Schlucht ist auch ein Rückzugsgebiet für zahlreiche Pflanzen und Tiere. Während der letzten Eiszeit war das Gebiet Heimat für kälteliebende Pflanzen und Tiere, aber nach der Eiszeit erwärmte sich das Klima erheblich, und wärmeliebende Arten wanderten aus dem Süden und Südosten in das Gebiet ein. Die Schlucht ist eher kühl, die hohen Wände lassen nicht viel Sonnenlicht in die Schlucht, sodass beide Arten in der Bärenschützklamm oft direkt nebeneinander wachsen.

Wie bei allen Klammen gibt es hier immer wieder Steinschlägen und Überschwemmungen, insbesondere bei während Schneeschmelze oder nach starkem Regen. Normalerweise wird die Schlucht bei solchen Ereignissen gesperrt, sodass niemand zu Schaden kommt. 1997 kam es während eines Sturms zu einem Steinschlag, dessen Beseitigung ein Jahr dauerte. Im Jahr 2001 wurde das hundertjährige Jubiläum gefeiert. Trotz des langen Fußwegs ist die Schlucht sehr beliebt, und im Jahr 2019 führten die hohe Zahl von Bussen und die daraus resultierenden Besucherzahlen zu Sicherheitsbedenken. Wenn innerhalb der Schlucht etwas passiert, dauert es einige Zeit, bis die Bergwacht den Unfallort erreicht. Und im Juli 2020 ereignete sich tatsächlich ein solcher Unfall. Gegen Mittag stürzte ein Teil der Schluchtwand ein und verursachte einen Steinschlag, genau an einem beliebten Fotopunkt. Zwei Frauen und ein Mann starben, neun weitere Menschen wurden verletzt, einige davon schwer. Fast 100 Helfer und ein Hubschrauber waren an der Rettung beteiligt.

Der Bergsturz führte zur sofortigen Sperrung der Schlucht, die darauf hin mehrere Jahre geschlossen war. Die Ursache wurde von der Staatsanwaltschaft untersucht, die die Ermittlungen jedoch einstellte, weil es sich um ein „unvorhergesehenes Naturereignis” gehandelt hat. Die Sektion Mixnitz des Alpenvereins entwickelte daraufhin ein Sicherheitskonzept auf Basis von Klettertouren und Drohnen-Fotoflügen. Es umfasste die Verlegung von Wegabschnitten und vier Schutzgitter über dem Weg. Dieses Konzept wurde auch mit den Grundbesitzern und dem regionalen Geologen besprochen und im Sommer 2021 der Gemeinde Pernegg vorgelegt. Die Baukosten wurden auf 650.000 Euro geschätzt, die tatsächlichen Kosten waren dann aber 1,7 Millionen. Bisher wurde die Schlucht vom Alpenverein mit ehrenamtlicher Arbeit instand gehalten, die Eintrittsgelder deckten lediglich die laufende Instandhaltung der Wege. Die Finanzierung der Arbeiten konnte daher nicht vom gemeinnützigen Alpenverein übernommen werden. „Wenn der Aufwand und die Haftung für uns Freiwillige zu hoch werden, muss man sich überlegen, ob man es noch macht“, sagte der Vorsitzende des Vorstands der Sektion Mixnitz des Alpenvereins, Gerhard Jantscher, in einem Interview. Das Land Steiermark und der Steiermark Tourismus 700.000 Euro beigesteuert, der Österreichische Alpenverein Sektion Mixnitz 800.000 Euro, den Rest waren Spendengelder und Patenschaften. Nachdem die Wiedereröffnung mehrfach verschoben worden war, wurde die Klamm im Herbst 2024 feierlich eröffnet, ganz kurz vor der Winterschließung.

Die Umgebung der Schlucht bietet zahlreiche weitere Naturattraktionen. Die älteste und bekannteste davon ist die Drachenhöhle, die nur 1 km von Mixnitz entfernt liegt. Die neueste Attraktion ist die Naturwelten Steiermark, ein modernes Museum, das 2021 eröffnet wurde. Es verfügt über eine 2,5 ha große Außenanlage und 1100 m² Ausstellungsfläche und zeigt lokale Naturgeschichte, Wald und Jagd. Das letzte Thema scheint etwas unpassend, aber Jäger in Österreich verstehen sich als Verwalter des Wildbestands, und entsprechende Ausbildungen und Prüfungen sind gesetzlich vorgeschrieben. Das Museum wurde tatsächlich von der Steirischen Jägerschaft finanziert. Es umfasst auch eine Indoor-Kletterhalle, die vom ÖAV betrieben wird.