Kupferschieferbergwerk Lange Wand


Touristische Informationen:

Ort: Uferstraße, 99768 Harztor.
(51.5695397, 10.7872892)
Öffnungszeiten: geschlossen.
[2026]
Eintrittspreise: geschlossen.
[2026]
Typ: MineKupfer
Licht: elektrische Grubenlampen werden gestellt
Dimension:
Führungen: D=45 min.
Fotografieren:
Zugänglichkeit:
Literatur:
Adresse: Bergwerks- und Wanderführergruppe Ilfeld-Wiegersdorf e.V., Steinfeld 20, 99768 Harztor/OT Ilfeld, Tel: +49-36331-46286, Tel: +49-152-38464827 E-mail:
Südharztouristik Ilfeld-Information, Ilgerstraße 51, 99768 Ilfeld, Tel: +49-36331-32033. E-mail: contact
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Geschichte

1698 nachweislich auf Kupferschiefer gemutet.
1701 nachweislich auf Kupferschiefer gemutet.
1760 Bergbau endet wegen zusitzenden Wässern.
1846 Wiederaufnahme des Bergbaus.
1860 Bergbau endgültig eingestellt.
II. Weltkrieg als Luftschutzbunker genutzt.
1970er Bergsicherung Erfurt, Sitz Ilfeld, erhält den Auftrag das Bergwerk in einen Atombunker umzubauen.
1982 Baustopp, Beginn des Ausbaus zum Schaubergwerk.
30-APR-1999 Schaubergwerk eröffnet.
2006 als Nationales Geotop ausgezeichnet.
2021 Schaubergwerk wegen wirtschaftlichen Schwierigkeiten geschlossen.

Geologie

Der Kupferschiefer Thüringens ist eine besondere geologische Struktur, die Grenze zwischen zwei Zeitaltern. Nach einer langen Ära der Oberflächenerosion ist das Grundgebirge zu Beginn der Zechsteinzeit vom Meer überflutet worden. Das Weltmeer drang in das Germanische Becken ein und bildete ein riesiges Inlandsmeer mit Stillwasserbuchten, in deren Tiefen sich Faulschlamm absetzte. Unter Sauerstoffmangel bildete sich aus den sich zersetzenden Organismen Schwefelwasserstoff, der mit der hohen Konzentration an Metallionen Sulfide mit Blei-, Zink-, Kupfer- und Silbergehalten bildete. Die Einlagerung von Metallen in das Sediment war so kräftig, dass sogar Tier- und Pflanzenreste vererzten. Ein spektakuläres Fossil ist der sogenannte Kupferhering (Palaeoniscus freieslebeni) ein Hering der in der Langen Wand durch Anreicherung mit Kupfer versteinert ist. Der Kupferschiefer hat einen relativ niedrigen Kupfergehalt, der aber im Laufe der Zeit immer wieder ausreichend war für einen wirtschaftlich lohnenden Abbau.

Die Lange Wand liegt am südlichen Ortseingang von Ilfeld am Steilufer der Bere, kommt man auf der B4 aus Richtung Nordhausen, kann man sie deutlich sehen. Hier steigt das Grundgebirge zum Harz hin sanft an und der Kupferschiefer streicht aus. Mit anderen Worten, der Kupferschiefer stand hier ursprünglich an der Erdoberfläche an, und war leicht im Tagebau abzubauen. Dies gilt für den ganzen Bereich zwischen Ilfeld und Rottleberrode, sodass es hier mehrere Kupferschieferabbaue gab: Pfaffenberg Harzungen, der Galgenberg und das Harzfeld in Neustadt, der Keilwurf und andere in Buchholz, das Gebiet un den Herrmannsacker, und mehrere Gebiete in Stempeda wie der Eichenberg und der Nußhayn. Und in den meisten Gebieten verlagerte sich der Bergbau unter die Erde, nachdem die oberflächlich zugänglichen Teile abgebaut waren. Wie auch immer, das einzige Schaubergwerk befindet sich hier in der Langen Wand.

Bemerkungen

Die Lange Wand ist ein 50 m lange und 10 m hohe Steilwand, die als geologischer Aufschluss vom Landesbergamt Thüringen als Geotop ausgewiesen wurde. Der Fluss hat das Unterrotliegende, einen gebleichten Porphyrit, freigelegt und teilweise erodiert. Durch die Verwitterung ist er vergrust, also in seine mineralogischen Bestandteile zersetzt. Das Ergebnis ist ein grober Sand mit einer Korngröße bis zu 3 mm. Darüber liegt ein Brandungsgeröll, das Zechsteinkonglomerat. Und darüber wiederum befindet sich das 40 cm mächtige Kupferschieferflöz.

Die Form und Größe des Kupferschiefers ist seine Stärke und seine Schwäche zugleich. Da das Flöz praktisch kilometerweit gleich mächtig ist, muss man beim Abbau nicht fürchten, dass es verschwindet und man weite Strecken abbauen muss bis man es wiederfindet. Auf der anderen Seite ist es nur 40 cm mächtig, zudem ist der Kupfergehalt eher gering, das bedeutet man muss ein sehr großes Gebiet abbauen, um einen guten Ertrag zu bekommen. Um den Abraum gering zu halten wurde der Abbau sehr niedrig gehalten, die Bergleute waren immer kriechend unterwegs, außerdem sind großräumige Hallen einsturzgefährdet, es wurd also entweder verfüllt oder kontrolliert zum Einsturz gebracht. Und das Grundproblem war immer das gleiche, das Flöz verläuft zur Beckenmittehin absteigend, irgendwann wird der Grundwasserspiegel erreicht und das Hauptproblem sind die Grübenwässer.

Die Verhüttung der Kupfer- und Kobalterze erfolgte vor Ort in Ilfeld, in zwei Hütten. Die Ältere befand sich in der Nähe der heutigen Papierfabrik, die Zweite, die Johannishütte, dort wo heut das Hotel "Zur Tanne" steht.

Nach der Schließung im 19. Jahrhundert wurde hier kein Kupferschiefer mehr abgebaut. Dennoch wurden die Stollen rfeaktiviert, als die gemeinde Ilfeld im Zweiten Weltkrieg einen Luftschutzbunker benötigte. Der Stollen wurde entsprechend ausgebaut. erneut wurde das Bergwerk vergessen, doch schließlich im Kalten Krieg erinnerte man sich an seine Existenz und plante den Bau eines Atombunkers. Die Bergsicherung Erfurt, mit Sitz in Ilfeld, erhielt den Auftrag das Bergwerk in einen Atombunker umzubauen ende der 1970er Jahre, zur Zeit des Kalten Krieges. Sie begannen auch mit der Arbeit, doch berteits in den frühen 80er Jahren kam der Baustopp. Eigentlich hätte das bereits teilweise gesicherte Bergbwerk nun gesprengt werden müssen. Es ist der Initiative des Leiters der Bergsicherung, Reiner Fehling, zu verdanen, dass das Bergwerk stattdessen als Schaubergwerk ausgebaut wurde.

Das Schaubergwerk besteht bereits seit 1999, als es der Gemeinde übergeben wurde. Es wurde lange Zeit von der Bergwerks- und Wanderführergruppe Ilfeld-Wiegersdorf e.V. ehrenamtlich betreut. Leider hatten sie während Corona mit massiven wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen, worauf sich der Verein auflöste und das Schaubergwerk geschlossen wurde.