Ort: |
Prof.-Dr.-Kahler-Platz 1, 9020 Klagenfurt am Wörthersee.
In der Stadt Klagenfurt, im Botanischen Garten. (46.6295381, 14.2926577) |
Öffnungszeiten: |
geschlossen. [2025] |
Eintrittspreise: |
geschlossen. [2025] |
Typ: | |
Licht: |
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Dimension: | AR=3,000 m². |
Führungen: | |
Fotografieren: | |
Zugänglichkeit: | nein |
Literatur: |
Bergbaumuseum Klagenfurt (2013):
Das Museum im Berg
Prospekt zum Klagenfurter Bergbaumuseum, Juli 2013, 16 Seiten.
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Adresse: |
Bergbaumuseum Klagenfurt, Prof. Dr. Kahler-Platz 1, 9020 Klagenfurt, Tel: +43-463-511252.
E-mail: |
Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt. Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden. Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste. |
1942 | Beginn des Baus eines Luftschutzbunkers. |
1944 | Bau abgeschlossen. |
1944/45 | 47 alliierte Luftangriffe auf die Stadt. |
1945-1963 | vom Radiosender Klagenfurt der Sendergruppe Alpenland genutzt. |
11-NOV-1973 | privat betriebenes Bergbaumuseum eröffnet. |
23-MAY-1977 | Museum gegen Gewährung einer Leibrente an die Stadt Klagenfurt verkauft. |
2015 | aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. |
Bergbaumuseum Klagenfurt ist ein Museum über den Bergbau in Kärnten (Kärnten), das sich in der Hauptstadt Klagenfurt befindet. Obwohl das Thema des Museums der Bergbau ist, haben wir es als Subterranea aufgeführt, weil sich das Museum selbst in einer Subterranea, einem Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, befindet. Dieser Stollen wird auch Luftschutzstollen am Kreuzbergl genannt. Ein Steinbruch am Kreuzbergl in dem bis dahin Grünschiefer abgebaut wurde, wurde ab der Mitte des Jahres 1942 zum Luftschutzbunker umgebaut. Der Luftschutzstollen am Kreuzbergl war ein 500 m langer Stollen und eine große Halle genannt Felsenhalle. Die Stadt wurde 47 Mal bombardiert, 70 % der Gebäude wurden zerstört, aber "nur" 512 Menschen starben bei den Luftangriffen. Dies ist eine direkte Folge der Existenz dieses Bunkers, der mehr als 7.000 Menschen Schutz bot, obwohl er nur für 1.800 Menschen geplant war. Es gibt sogar Geschichten, wonach einmal 20.000 Menschen in dem Bunker Zuflucht gesucht haben.
Direkt nach dem Krieg war ein großer Mangel an Immobilien und es gab mehrere Interessenten, darunter eine burgenländische Weinkellerei. Die Felsenhalle wurde ab August 1945 von Hörfunksender Klagenfurt der Sendergruppe Alpenland gemietet. Sie zogen 1953 in ein neues Gebäude um. Der Rest des Bunkers wurde an einen Champignonzüchter verpachtet, wann dieser auszog ist allerdings unbekannt. Ab 1958 wurde auf dem Gelände vor dem Bunker vom Land Kärnten der Botanischen Garten angelegt. Der Gartenarchitekt Franz Müller war an Mineralogie interessiert und hatte eine umfangreiche Sammlung von Mineralien und Gesteinen. Als er vom Luftschutzstollen erfuhr hatte er die Idee, ein Museum darin zu eröffnen. Er überzeugte Regionalpolitiker von der Idee, und baute das Museum mit Unterstützung von lokalen Bergbaubetrieben und dem Naturwissenschaftlichen Verein für Kärnten auf. Gefördert wurde das Museum vom Land Kärnten und der Stadt Klagenfurt.
3.000 m² des ehemaligen Bunkers wurden als unterirdische Ausstellungsfläche vom Bergbaumuseum Klagenfurt genutzt. Es beinhaltete die Geschichte des Bergbaus in Kärnten, Mineralogie, Paläontologie und eine Kapelle für die Schutzpatronin der Bergleute, die Heilige Barbara. Im hinteren Teil erklärte eine Abteilung die Geschichte des Bunkers selbst. Das Highlight der mineralogischen Ausstellung war ein 1 m hoher und 200 kg schwerer Stein vom Ankogel. Die Felsenhalle wurde für Sonderausstellungen genutzt. Im Gegensatz zum Bunker selbst sind die Wände dieser Kammer nicht mit Beton verkleidet, sondern zeigen die natürliche Felswand. Dies machte sie zu einem beeindruckenden Ort für verschiedene kulturelle Veranstaltungen rund ums Jahr, wie die lange Nacht des Museums, Tänze einer lokalen Hexe oder die Vorführung eines Geschichtenerzählers.
Leider war das Museum nicht profitabel und bereits 1975 kam es zu Verhandlungen über dessen Verkauf an die Stadt Klagenfurt. Müller verkaufte einen Teil seiner Sammlung anderweitig. 1977 übernahm die Stadt Klagenfurt das verbleibende Museum gegen Gewährung einer Leibrente. Sie betrieb das Bergbaumuseum als öffentliches Museum. Die Betriebskosten waren beträchtlich und beliefen sich auf 500.000 Euro pro Jahr, während die Einnahmen nur 18.000 Euro betrugen. Das Museum wurde deshalb 2015 geschlossen, 2020 gingen die Exponate als Dauerleihgabe an das Landesmuseum Kärnten. Ein Teil der Exponate wurde ab 2023 im neuen Bergbaumuseum in Bad Bleiberg ausgestellt, der Rest lagert in einem montanhistorischen Archiv des Bad Bleiburger Museums. Das Museum wurde in gewisser Weise als Nachfolger des Museums in Klagenfurt aufgebaut, die Sammlung sollte nicht in einem Keller verrotten. Es nutzt ein historisches Gebäude, den Förderschacht des Rudolfsstollens. Neben der Ausstellung kann darin auch das erhaltene Windenhaus besichtigt werden. Der Aufbau des Museums kostete lediglich 250.000 Euro, etwa den halben Jahresetat von Klagenfurt. Durch Automatisierung mit Bewegungsmeldern soll Personal gespart werden. Zudem werden in der beliebten und gut besuchten Badestadt deutlich mehr Besucher erwartet.