Schaubergwerk "Glück Auf" Ulpenalpe

Julius-Stollen - Schaubergwerk Fügenberg - Schaubergwerk Öxltal


Touristische Informationen:

Ort: Oberhalb von Fügen, am Spieljoch.
Inntalautobahn (E55) Ausfahrt Wiesing, B169 ins Zillertal folgen. In Fügen rechts abbiegen, der Beschilderung zur Spieljochbahn folgen. Mit der Seilbahn hinauffahren, dann 45 Minuten bis eine Stunde zu Fuß.
(47.326784, 11.780166)
Öffnungszeiten: 13-JUL bis 14-SEP Mo-Fr, So 10-14.
[2025]
Eintrittspreise: Erwachsene EUR 12, Kinder EUR 6.
[2025]
Typ: MineEisen
Licht: LightElektrisches Licht
Dimension:  
Führungen: D=30 min.
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Schaubergwerk "Glück Auf" Ulpenalpe, Tel: +43-5288-624590. E-mail: contact
Gemeinde Fügenberg, Pankrazbergstraße 1, 6263 Fügenberg, Tel: +43-5288-62459. E-mail: contact
Spieljochbahn Fügen, Hochfügenerstrasse 77, 6263 Fügen im Zillertal, Tel +43-5288-62991. E-mail:
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Geschichte

1560 Beginn des Eisenbergbaus.
1562 Gründung der Hütte in Kleinboden.
1664 Monopolisierung des Eisenhandels mit Tirol, Bau eines zweiten Hochofens und dreier Hammerwerke.
1686 Probleme mit der Kohleversorgung und besseres Eisenerz aus Leoben.
1700 nur noch ein Hochofen übrig.
1832 Hammermühle in Kleinboden gegründet.
1860 Beginn des Kupfer-, Silber- und Eisenbergbaus im Öxeltal.
1895 Ende des Eisenbergbaus.
1904 Hammermühle teilweise zum Generatorhaus umgebaut.

Geologie


Bemerkungen

Die Eisenerzvorkommen am Spieljoch (1810 m ü.A.) im Zillertal waren nicht besonders bedeutend. Im 16. Jahrhundert gewannen jedoch die Kupfer- und Silberbergwerke in Schwaz und Kitzbühel an Bedeutung, wodurch die Nachfrage nach Eisen allgemein stieg. Dort wurde vor allem Kupfererz abgebaut, für die Werkzeuge wurde jedoch Eisen benötigt. Die beiden Länder Salzburg und Tirol besaßen Grundstücke in diesem Gebiet und schlossen einen Vertrag über die Aufteilung der Erträge. Dann begann der Bergbau.

Zwischen 1560 und 1760 gab es neun Bergwerke an der Südostflanke des Grätzenkopfs und am Samjoch. Weitere Bergwerke befanden sich auf der anderen Seite, in Richtung Inntal und Schwaz, wo der Schwader Eisenstein abgebaut wurde. Die Bergwerke produzierten zwischen 200 und 5.000 Tonnen Eisenerz pro Jahr und beschäftigten etwa 500 Menschen. Sie benötigten Bergleute, Pferdepfleger, Fuhrleute, Holzfäller, Köhler, Schmiede und Verwaltungsbeamte. Die Bergwerke gaben dem ganzen Dorf Arbeit.

Das Hochofenhaus stand in Kleinboden, südlich von Fügen im Zillertaler Talboden, das Eisen wurde mit Holzkohle geschmolzen. Das Erz musste also bergab zum Hochofenhaus transportiert werden. Zunächst wurde es in der Nähe des Bergwerks zerkleinert, dann in 60 bis 80 kg schweren Ledersäcken mit Pferden und Kutschen über den Samjoch-Ulpenalpe-Knappenweg zur Arzjoch-Kapelle (wörtlich: Erz-Pass-Kapelle) transportiert. Hier wurde das Erz bis zum Winter gesammelt und dann in riesigen Säcken aus Schweinsleder mit einem Gewicht von 600 bis 700 kg bergab transportiert. Dies wurde als Sackzug bezeichnet, und der dafür benutzte Weg hieß Sackziehersteig. Die Säcke wurden von riesigen Hunden wieder bergauf gezogen. Schließlich wurde das Erz mit Karren auf der Karrengasse von Pankrazberg nach Kleinboden transportiert.

Das heute für die Öffentlichkeit zugängliche Bergwerk befindet sich auf der Kaunzalm-Hochleger, einer typischen alpinen Hochweide, die auch Ulpenalpe genannt wird. Das Bergwerk selbst heißt Julius-Stollen oder auch Julius Schaustollen. Weil es im Öxltal liegt, wird es inzwischen Schaubergwerk Öxltal genannt.

Das Schaubergwerk am Fügenberg ist das höchstgelegene Schaubergwerk Österreichs. Es liegt hoch oben in den Bergen und ist von der Bergstation der Spieljochbahn aus über den Knappensteig in 45 Minuten zu Fuß zu erreichen. Wenn Sie einen Besuch planen, sollten Sie also die Seilbahnfahrt und den Fußmarsch einkalkulieren. Beides kostet Zeit, und die Seilbahn kostet Geld. Beachten Sie die Wetterbedingungen und tragen Sie geeignete Kleidung und Schuhe. Es gibt einen interessanten Wanderweg, der etwa 3,5 Stunden dauert und mit 8a gekennzeichnet ist. Er führt in Richtung Kellerjoch, zur Falschegg und zum Onkeljoch und dann zurück zur Spieljochbahn.

Die Umgebung des Bergwerks ist für Mineraliensammler sehr interessant. Auf den alten Geröllhalden finden sich Eisenerze, Kupfermineralien, Kobalt, Pyrit, Quarz und viele andere Mineralien. Im Gegensatz zu anderen Ländern ist das „Schürfen” in Österreich erlaubt, solange die Natur nicht geschädigt wird. Seien Sie also vorsichtig mit Pflanzen und Tieren, graben Sie keine großen Löcher und nehmen Sie einige schöne Exemplare mit nach Hause.