Christian David Friedrich Weinland

Rulaman

Erzählung aus der Zeit der Höhlenmenschen und des Höhlenbären


Bild: Der Höhlenbär

Der Rulaman ist eine besondere Form des historischen Romans, der prä-historische Roman. Diese Literaturgattung ist eine typische Erscheinung des 19ten Jahrhunderts, und bis heute beliebt. Neben Romanserien, wie den Ayla Büchern, die primär einen Unterhaltungswert haben, gibt es auch immer wieder einzelne Romane, die versuchen aktuelle Forschungsergebnisse anschaulich darzustellen. Dazu zählt auch der aktuelle Roman Die vergessene Höhle von Jean Courtin, in dem Forschungsergebnisse aus neuentdeckten Höhlen in Südfrankreich interpretiert werden.

Auch Christian David Friedrich Weinland hat genau dieses versucht. Er hat als Zoologe die modernsten Erkenntnisse seiner Zeit verarbeitet und anschaulich dargestellt. Vielfach werden echte Ausgrabungen im Buch wiedergegeben und erläutert. Es tauchen Ergebnisse von Ausgrabungen auf der Alb, am Federsee und die Pfahlbauten in Unteruhldingen am Bodensee auf.

Doch Weinland hat auch eine gewisse literarische Freiheit für sich in Anspruch genommen. So hat er eine Begegnung zwischen Urmenschen und Kelten beschrieben, die so nie stattgefunden haben kann. Immerhin liegen zwischen diesen beiden Kulturen Jahrtausende! Ihm war dieser Fehler durchaus bewußt, allerdings wollte er mit seinem Buch nicht nur wissenschaftlich sondern auch moralisch bilden. Man kann also sagen er hat die wissenschaftlich Genauigkeit in einem geringen Maße der spannenden Unterhaltung geopfert.

Das Buch entwickelte sich aus Geschichten über einen Steinzeitjungen, die er seinen eigenen Söhnen bei Streifzugen in die nahe Umgebung und in die nahegelegene Schillerhöhle, erzählte. Entsprechend hatte Rulaman etwa das Alter seiner Söhne und die beschrieben Orte sind vorwiegend die Landschaften und Höhlen der Umgebung von Urach.

Das Buch war in seiner Zeit äußerst beliebt, ein früher Bestseller. Ein Sprichwort sagt, dass jeder Bauer auf der Alb zwei Bücher besitzt, die Bibel und den Rulaman. Und auch heute noch hat das Buch einen erheblichen lokalen Bekanntheitsgard und ist immer noch ohne Probleme erhältlich. Ein Teil des Erfolgs waren sicherlich auch die anschaulichen Stiche des Buches, die wichtige Szenen der Handlung darstellen.

Verwunderlich ist allerdings der Klappentext einer aktuellen Auflage, wo das Buch als Roman in der Nachfolge von Jean Auel (Autorin der Ayla Serie) bezeichnet wird. Offensichtlich ist das Buch ein so rüstiger Großvater, dass es mit seinen eigenen Enkeln verwechselt wird...


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