Edouard Alfred Martel

1859-1938


Ein Seil, das Martel dem Speologischen Institut in Cluj geschenkt hat.
E. A. Martel auf einer seiner bekanntesten Expeditionen in die Höhle Gaping Gill, Yorkshire, Großbritannien.
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Edouard Alfred Martel. Public Domain.

Edouard Alfred Martel ist der Vater der modernen Speläologie und ist in Frankreich bis heute berühmt. In Deutschland kennt man ihn kaum, vermutlich weil keines seiner Bücher ins Deutsche übersetzt wurde. Er war der erste, der mit der Erforschung von Höhlen wissenschaftliche Forschung verband. Die Wissenschaft der Speläologie gib es damals noch nicht und er hatte auch keine geologische Bildung. Er fühlte sich mehr als Geograph, der unter der Erde neue unbekannte Länder erforscht.

Martel war Rechtsanwalt, mochte seinen Beruf jedoch nicht besonders. Deshalb benutzte er auch die erste Gelegenheit seinen Lebensunterhalt mit der Höhlenforschung zu verdienen und wurde der erste professionelle Höhlenforscher. Er kaufte die Gouffre de Padirac und baute sie als Schauhöhle aus.

Martel organisierte seine Befahrungen wie Expeditionen. Einheimische wurden als Träger engagiert und trugen die schwere Ausrüstung zu den Höhleneingängen. Die eigentlichen Befahrungen wurden von Martel, seinem Freund Lucien Rudaux der die Expeditionen mit Zeichnungen dokumentierte, und dem Schmied Louis Armand, der für die Ausrüstung verantwortlich war, durchgeführt.


Zwischen 1888 und 1914 organisierte Martel jährliche Exkursionen in ganz Europa. Einige Beispiele sind:


27-JUN-1888 Erforschung des unterirdischen Flusses Abîme de Bramabiau. Martel machte die erste unterirdische Durchquerung des plateau de Camprieu in Südfrankreich. Dieser Tag wird auch oft als Geburtsstunde der Höhlenforschung bezeichnet.
1889 stieg er 100 Meter in die Gouffre de Padirac hinab. Martel und sein Cousin Gaupillat entdeckten einen unterirdischen Fluß dem sie mit einem Boot 2 Kilometer weit folgten.
1895 reiste er nach Irland und England, und erforschte die Marble Arch Cave in Nordirland und Gaping Ghyll in Yorkshire.
1896 erforschten Martel und Louis Armand Höhlen auf Mallorca, z.B. die Cuevas del Drach. Sie waren von Erherzog Ludwig Salvator eingeladen worden, der in Miramar wohnte.
1897 am Ende einer bislang wenig erfolgreichen Tour in die Les Causses, überredete Louis Armand Martel noch einen letzten aven (Schacht) zu untersuchen. Er entdeckte eine riesige Halle mit großen Tellerstapelstalagmiten. Die Höhle heisst heute Aven Armand, nach ihrem Entdecker. Aber die Höhle erwies sich als äußerst schwierig auszubauen. Es war nötig, einen unterirdischen Funicular (Schrägaufzug) einzubauen. Als die Höhle dann endlich für die Öffentlichkeit zugänglich ist, ist Armand schon 5 Jahre tot.
1905 erforschte Martel als erster den GorgeGorges du Verdon. Obwohl es sich dabei nicht um eine Höhle handelt, sind doch die technischen Anforderungen vergleichbar mit einer aktiven Wasserhöhle. Heute ist ein Wanderweg im Canyon nach Martel benannt.

Martel ist auch berühmt für ein Naturschutzgesetz, das deshalb Loi Martel (Martels Gesetz) genannt wird. Der Kasten unten enthält die Beschreibung dieses Ereignisses in seinen eigenen Worten. Er war sehr engagiert und erreichte bald, dass Karstgebiete als Wasserschutzgebiete in die französische Gesetzgebung aufgenommen wurden. Am 15-FEB-1902 wurde Artikel 28 in das Gesetz über die öffentliche Gesundheit aufgenommen, der es verbot, Tierkadaver und verwesende Abfälle in Höhlen zu werfen. Das Loi Martel war das erste Naturschutzgesetz mit Bezug zum Karst weltweit.

Le 14 juillet 1891, nous rencontrions une carcasse de veau, à moitié pourrie, au milieu même d’un ruisseau souterrain, dans le gouffre de la Berrie, près de Cahors, profond de 34 mètres. Quelques heures après l’exploration de cet abîme, et sans réfléchir à la constatation que nous venions de faire, nous nous désaltérions à la source voisine de Graudenc, qui correspond d’une façon sûre (distance à vol d’oiseau : 250 à 300 mètres) avec le ruisseau intérieur de la Berrie (que l’on ne peut suivre que sur quelques mètres sous les voûtes trop basses du fond du gouffre). Deux ou trois jours après, nous fûmes, G. Gaupillat et moi, atteints d’une sorte d’empoisonnement ptomaïque, qui nous indisposa fort pendant plusieurs semaines. Cette expérience involontaire était convaincante. On voit que cette cause de contamination éventuelle des sources, dans les pays calcaires, intéresse l’hygiène publique; en conséquence, il paraît opportun de formuler les deux vœux suivants :
1° Connaître quels sont, dans les régions calcaires de France, les puits naturels susceptibles de communiquer plus ou moins directement avec les eaux souterraines qui alimentent les sources ;
2° Interdire, soit administrativement, soit par des dispositions légales nouvelles, le jet des immondices et des bêtes mortes dans les gouffres où une communication aura été reconnue.
Pratiquement, on pourrait voûter ceux dont l’orifice est étroit et entourer de clôtures ceux qui sont trop largement ouverts. Accessoirement même, on évitera encore de cette manière :
1° les accidents fréquents qui résultent des chutes fortuites de bestiaux ou de personnes dans ces trous souvent béants au milieu des champs ;
2° l’essaimage des mouches et insectes venimeux que la présence des carcasses attire au fond" et aux abords des abîmes.

Am 14. Juli 1891 stießen wir in der 34 m tiefen Gouffre de la Berrie in der Nähe von Cahors auf ein halb verfaultes Kalbsgerippe mitten in einem unterirdischen Bach. Einige Stunden später löschten wir unseren Durst an der nahegelegenen Quelle von Graudenc, die mit größter Wahrscheinlichkeit (Entfernung 250-300 m) mit dem Bach im Inneren von La Berrie übereinstimmt. Einige Stunden nach der Erkundung dieses Abgrunds und ohne über die soeben gemachte Feststellung nachzudenken, löschten wir unseren Durst an der nahegelegenen Quelle von Graudenc, die mit größter Wahrscheinlichkeit (Luftlinienentfernung: 250 bis 300 Meter) mit dem Bach im Inneren von La Berrie übereinstimmt (dem man nur einige Meter unter den zu niedrigen Gewölben am Boden des Abgrunds folgen kann). Zwei oder drei Tage später wurden G. Gaupillat und ich von einer Art Ptomavergiftung befallen, die uns mehrere Wochen lang stark beeinträchtigte. Diese unfreiwillige Erfahrung war überzeugend. Wie man sieht, ist diese Ursache der eventuellen Kontamination von Quellen in kalkhaltigen Gebieten für die öffentliche Hygiene von Interesse; daher scheint es angebracht, die beiden folgenden Wünsche zu formulieren:
1. Zu erfahren, welche natürlichen Brunnen in den Kalksteingebieten Frankreichs mehr oder weniger direkt mit dem Grundwasser, das die Quellen speist, in Verbindung stehen;
2. entweder auf administrativem Wege oder durch neue gesetzliche Bestimmungen zu verbieten, dass Unrat und tote Tiere in die Schächte geworfen werden, in denen eine Verbindung festgestellt wurde.
Praktisch könnte man diejenigen, die eine enge Öffnung haben, überwölben und diejenigen, die zu weit offen sind, mit Zäunen umgeben. Nebenbei bemerkt kann man auf diese Weise auch noch Folgendes vermeiden:
1. die häufigen Unfälle, die dadurch entstehen, dass Vieh oder Menschen zufällig in diese oftmals klaffenden Löcher inmitten der Felder fallen;
2. das Schwärmen von Fliegen und giftigen Insekten, die durch die Anwesenheit der Kadaver auf den Grund und in die Nähe der Abgründe gelockt werden.

Bibiographie

Literatur