Höhlenfotografie


Wenn sie von einem Höhlenbesuch gerne ein paar gelungene Bilder mitnehmen möchten, sollten Sie sich vorher eine passende Ausrüstung zulegen. Glücklicherweise werden Digitalkameras immer besser, so dass man geeignete Kameras bereits recht günstig erhält. Vor der Entscheidung für eine Kamera sollte man sich jedoch entscheiden, ob man in Höhlen mit elektrischer Beleuchtung oder in unbeleuchteten Höhlen fotografieren möchte.

Schauhöhlen mit Beleuchtung

Bei beleuchteten Höhlen sollte man grundsätzlich unter Verwendung des vorhandenen Lichts fotografieren. Die Lampen wurden bereits an günstigen Stellen platziert, sodass ein Teil des Problems bereits gelöst ist. Zudem entfällt so das Problem mit der Reflexion des eingebauten Blitzes durch Wassertropfen in der Luft.

eingebauten Blitz ausschalten
Das ist wohl das wichtigste überhaupt, die Möglichkeit den eingebauten Blitz auszuschalten. Eine Kamera, die diese Funktion nicht besitzt, ist ungeeignet.
Farbtemperatur einstellen
Elektrische Beleuchtung in Höhlen besteht meist aus Glühbirnen. Moderne Digitalkameras besitzen eine Einstellmöglichkeit für die Farbtemperatur. Das Ergebnis ist, dass Bilder mit Kunstlicht normale Farben aufweisen, bei normaler Einstellung werden die Bilder rötlich. Manche Kameras erlauben auch die Einstellung der Farbtemperatur in Kelvin. Als Faustregel liegen Glühbirnen bei 2,700 °K, Neonröhren und Energiesparlampen zwischen 3,500 °K und 5,500 °K. Bei manchen Kameras ist jedoch auch die automatische Korrektur der Farbtemperatur ausreichend.
Empfinlichkeit hoch stellen
Bei Digitalkameras kann die Lichtempfindlichkeit des Sensors eingestellt werden. Das Problem ist, je höher man die Empfindlichkeit einstellt, desto stärker werden auch die Störungen im Bild. Dabei handelt es sich um kleine rote Punkte im Bild. Meist gibt es einen Wert, der deutlich empfindlicher als die normale Einstellung ist, bei der aber die Störungen noch nicht sehr auffallen. Genaueres entnimmt man entweder dem Handbuch oder man macht eine Serie von Testbildern.
Akustische Signale ausschalten
Das verändert natürlich die Bildqualität nicht, aber es vermeidet, dass andere Höhlenbesucher durch unangenehmes gepiepse verärgert werden.
Stativ benutzen
Wenn man die Kamera in der Hand hält, sind keine Beichtungszeiten länger als 1/60 Sekunde möglich. Es ist natürlich schon seltsam, ein Stativ durch eine Höhle zu tragen, vor allem ist es in vielen Schauhöhlen verboten. Als Alternative bleibt das Abstützen auf dem Geländer. Wenn die anderen Besucher sich allerdings daran festhalten, kann es sein, dass das Geländer wackelt. Als Alternativen gibt es noch Mauern, Felsen und Säulen. Allerdings sollte man vermeiden dabei irgendwelche Höhlenminerale zu berühren. Ein weiterer Trick ist ein kleines Taschenstativ, das man gegen die Schulter oder den Brustkorb drücken kann. Außerdem hilft es, während der Aufnahme die Luft anzuhalten.
unterbelichten
Die Lampen stellen helle Flecken in einer ansonsten recht dunklen Höhle dar. Der automatische Belichtungsmesser versucht das gesamte Bld auf eine bestimmte Helligkeit zu bringen. Dadurch erhöht sich aber die Belichtungszeit und es besteht die Gefahr, dass das Bild verwackelt. Zudem werden die Bereiche um die Lampen dabei überbelichtet und werden zu weißen Flecken ohne Struktur. Deshalb ist es sinnvoll, wenn es diese Funktion gibt, die Belichtung um einen großen Wert, etwa zwei Blenden, herunterzudrehen. Das Ergebnis ist eigentlich wie erwartet, dunkle Höhlenbereiche mit normal belichteten Bereichen um die Lampen herum. Bei Bedarf kann das Bild nachträglich aufgehellt werden.

Unbeleuchtete Höhlen

Das Grundproblem bei unbeleuchteten Höhlen ist das Fehlen von Licht. Das gilt sowohl für den Autofokus, der ohne Licht nicht funktioniert, als auch für die Aufnahme selbst. Fotografie in Höhen erfordert also geeignete Ausrüstung.

Zweitkameras für Nahaufnahmen
Aufnahmen im Bereich der Reichweite des eingebauten Blitzes können problemlos mit der Automatik gemacht werden. Das gilt für Details von Tropfsteinen oder anderen Höhlenmineralen und für Personen. Es ist empfehlenswert, dafür eine einfache Zweitkamera zu benutzen, die lediglich einen sogenannten Messwertspeicher besitzen muss. Damit kann eine Taschenlampe benutzt werden, damit der Autofokus benutzt werden kann. Wenn das scharfstelen erfolgt ist, muss die Taschenlampe ausgeschaltet werden, bevor das Bild aufgenommen wird.
Langzeitbelichtung nutzen
Bei Langzeitbelichtung wird beim ersten Auslösen der Verschluss geöffnet. Beim zweiten Auslösen wird er wieder geschlossen. Da es in einer Höhle vollständig dunkel ist, kann der Verschluss beliebig lange geöffnet werden. Dann können verschiedene Teile des Bildes angeblitzt werden. Nachteil ist allerdings, dass in dieser Zeit keine Taschenlampe benutzt werden kann, und Ortswechsel bei vollständiger Dunkelheit schwierig sind. Dieses Problem kann man durch sogenannte Blitzknechte lösen, Helfer, die vorher die richtige Position beziehen und dann auf Zuruf auslösen.
Slaves benutzen
Slaves, auf deutsch Sklaven, sind Bitze die einen lichtempfindlichen Sensor besitzten, der den Blitz auslöst, wenn ein anderer Bitz ausgelöst wird. So kann man die verchiedenen Blitze vorher platzieren und dann mit einem einzelnen Bitz oder dem eingebauten Kamerabitz zünden.
Comuterblitze benutzen
Ein Computerbitz hat einen Belichtungsmesser eingebaut. Man stellt vorher einen Belichtungswert ein (Blende, Verschusszeit und Filmempfindlichkeit). Der Blitz misst das reflektierte Licht und bricht ab wenn ausreichend Licht abgestrahlt wurde.

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