Ötschergräben

Ötschergraben


Touristische Informationen:

Ort: Erlauftboden.
(47.8765906, 15.2696612)
Öffnungszeiten: keine Einschränkungen.
MAI bis OKT wetterabhängig.
[2026]
Eintrittspreise: frei.
[2026]
Typ: GeologyKlamm
Licht: nicht notwendig
Dimension: L=10 km
Führungen: selbstgeführt
Fotografieren: erlaubt
Zugänglichkeit: nein
Literatur:  
Adresse: Ötschergräben
Lassingfallstubn, Wienerbruck, Tel: +43-699-12806183.
Jausenstation Ötscherhias, Cell: +43-664-2759888.
Schutzhaus Vorderötscher, Cell: +43-664-73679019, Cell: +43-3882-2307.
Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt.
Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden.
Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste.

Geschichte

1937 Ötscherhias von Johann Mitteregger eröffnet.
1939 Keller für Ötscherhias gebaut.
1997 Ötscherhias wird von Andrea Teubenbacher und Gabi Salzmann geführt.

Bemerkungen

Die Ötschergräben sind keine Klamm wie die meisten anderen, die wir auf dieser Website aufgeführt haben. Aber es ist auch kein normales Tal, und obwohl manchmal Ötschergraben, also die Einzahl, verwendet wird ist die Mehrzahl durchaus berechtigt. Tatsächlich handelt es sich um ein beeindruckendes System enger Schluchten, das so groß und vielfältig ist, dass es oft als Grand Canyon Österreichs bezeichnet wird. Die Schlucht ist Teil des Naturparks Ötscher-Tormäuer, oder besser gesagt, sie ist das Zentrum dieses Parks. Sie wurde von mehreren Flüssen, dem eher kleinen Ötscherbach, der Erlauf und dem Lassingbach geformt. Diese haben ein beeindruckendes, 10 Kilometer langes Tal in den Wettersteinkalk der Nördlichen Kalkalpen geschnitten. Das Ergebnis ist eine Schlucht mit einer Fülle von weißen Felsen, Stromschnellen, Kolken und Wasserfällen.

Das untere Ende der Schlucht liegt in Erlauftboden, wo sich auch der wichtigste Ausgangspunkt für die Wanderung befindet. Von hier folgt man der Erlauf talaufwärts. Nach etwa 3,5 km erreicht man den Stierwaschboden mit einem kleinen Staudamm. Darauf folgt das Wasserkraftwerk Wienerbruck, was recht seltsam ist, wenn man darüber nachdenkt. Es ist nicht sinnvoll, das Kraftwerk oberhalb des Staudamms zu bauen! Die Lösung des Rätsels ist einfach: Das Wasser stammt aus einem Seitental, aus einem anderen Staudamm im Dorf Wienerbruck, 1 km östlich und 180 m höher gelegen. Um das Kraftwerk und die Wasserleitungen zu bauen, wurde eine Standseilbahn in den Ötschergräben gebaut, die zwar nicht mehr in Betrieb ist, deren Rampe aber noch vorhanden ist. Das vom Lassigbach gebildete Seitental von Wienerbruck hinunter ist der zweite beliebte Zugang zu den Ötschergräben. Er ist auch deutlich spektakulärer als der Zugang vom Erlauftboden, weil die Schlucht viele Stromschnellen und Wasserfälle aufweist, zudem einen Höhenunterschied von 180 m. Am beeindruckendsten ist der 90 m hohe Lassingfall.

Nur 350 m vom Kraftwerk talaufwärts kommt die Erlauf aus einem linken Seitental. Sie fließt aus dem Erlaufsee, einem weiteren Stausee, heraus und ein Seitental herunter. Dieses Tal besitzt aber keinen Wanderweg. Folgt man weiter dem Ötschergraben am Ötscherbach entlang bergauf kommt man nach etwa 1,5 km zum Ötscherhias.

Das Restaurant Ötscherhias wurde 1937 von Johann Mitteregger, dem ersten Wirt, so benannt. Hias ist die Kurzform von Mathias, aber im lokalen Dialekt bedeutet „er ist a Hias” „er ist dumm”. Das sagten die Leute über Johann Mitteregger, weil er angefangen hatte, Erfrischungen an Menschen zu verkaufen, die durch diese abgelegene Gegend wanderten. Sie argumentierten, dass er an einem so abgelegenen Ort niemals Geld verdienen würde. Heute hat der Ötscherhias zwischen Mai und Oktober 40.000 Besucher. Die Österreicher nennen dies eine Jausenstation, was bedeutet, dass es eine begrenzte Speisekarte gibt, man etwas zu trinken und zu essen bekommt, aber wahrscheinlich nur wenige verschiedene warme Mahlzeiten. Highlights sind Palatschinken (Pfannkuchen) mit Schwammerlsauce (Pilzsauce). Es ist ein schöner Ort, um eine Pause einzulegen, bevor man weiter in den oberen Teil der Schlucht geht. Hier gibt es wieder ein Seitental, das den Zugang vom Forsthaus Hagengut ermöglicht.

Der obere Teil der Schlucht heißt Hintere Ötschergräben und ist noch beeindruckender als der untere Teil. Die Kalksteinfelsen sind steiler und es gibt zahlreiche Stromschnellen. Das Highlight ist der Mirafall, ein Wasserfall, der von einem Nebenfluss gebildet wird.

Im Jahr 2011 wurde die Wanderung durch die Ötschergräben vom Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) zur schönsten Wanderung Österreichs gewählt. Es gibt keine Straßen in dieser Schlucht, aber Wanderwege durch viele Seitentäler, sodass es möglich ist, diese Schlucht auf zahlreichen Routen zu durchwandern. Eine Liste beliebter Routen finden Sie auf der Website des Naturparks. Wir empfehlen eine einfache Wanderung vom unteren zum oberen Ende. Sie können entweder ein Auto am oberen Ende stehen lassen oder für den Rückweg ein vorab gebuchtes Taxi nutzen. Ein schönes Transportmittel ist die Mariazellerbahn, eine historische Eisenbahn mit Haltestellen entlang der Schlucht.