| Ort: |
Hinterautalstraße 422, 6108 Scharnitz.
Entweder starten Sie am Parkplatz in Scharnitz oder folgen der Hinterautalstraße das Isartal hinauf zum Hotel Wiesenhof oder über die Brücke zur Scharnitzer Alm. (47.374629, 11.308661) |
| Öffnungszeiten: |
keine Einschränkungen. Empfohlen von Mai bis September. Nach starken Regenfällen und während Unwettern nicht zugänglich. [2025] |
| Eintrittspreise: |
frei. [2025] |
| Typ: |
Klamm
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| Licht: | nicht notwendig |
| Dimension: | |
| Führungen: | selbstgeführt, D=45 min, L=600 m. |
| Fotografieren: | erlaubt |
| Zugänglichkeit: | nein |
| Literatur: | |
| Adresse: |
Naturpark-Infozentrum Scharnitz, Hinterautalstraße 555b, Scharnitz, Tel: +43-50880-540.
E-mail: |
| Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt. Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden. Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste. |
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Die Gleirschklamm ist eine der schönsten unberührten Klammen im Karwendelgebirge, auf der Nordseite des Inntals, an der Grenze zwischen Deutschland und Tirol in Österreich. Sie wurde vom Gleirschbach, einem linken Nebenfluss der jungen Isar, geformt. Die 45-minütige Wanderung durch die Klamm ist ein normaler alpiner Wanderweg, es gibt fast keine ausgesetzten Abschnitte oder Brücken, aber man sollte trittsicher und schwindelfrei sein. Die spektakuläre Besonderheit dieses Weges sind jedoch Sedimentgesteine, die durch die Entstehung der Alpen gedreht wurden, sodass die horizontalen Schichten nun vertikal verlaufen. An einer Stelle wurde die weichere Schicht erodiert, sodass der Weg durch eine Erosionshöhle führt, die von den härteren Schichten auf beiden Seiten gebildet wird. Dies ist ein eher seltener Anblick und ein interessantes Geotop. Die Durchgangshöhle ist nicht sehr lang, sodass eine Taschenlampe eigentlich nicht benötigt wird.
In der Vergangenheit wurde die Klamm für die Holzflößerei genutzt. Es war eine schwierige Aufgabe, die Baumstämme durch die enge Klamm zu transportieren. Im Frühsommer wurde das Schmelzwasser am Anfang der Gleirschklamm an einer Stelle namens Klausen aufgestaut. Die Baumstämme wurden ins Wasser gelassen und nachdem der erforderliche Wasserstand erreicht war, wurde das Klausentor geöffnet. Die Stämme schossen mit einer mächtigen Wasserwelle durch die Klamm und dann das Isartal hinunter in Richtung Scharnitz. Oftmals blieben die Stämme jedoch in der Klamm stecken und mussten von erfahrenen Männern, den sogenannten Triftern, befreit werden. Heute erinnert nichts mehr an diese gefährliche Arbeit, bei der viele Männer verletzt wurden und einige ihr Leben verloren.
Die Klamm ist über eine Sackgasse von Scharnitz aus zu erreichen, der Grenzstadt zwischen Garmisch-Partenkirchen und Zirl. Die B2/177/E5 ist eine der Hauptverkehrsachsen von München nach Innsbruck, obwohl sie größtenteils keine Autobahn, sondern eine normale Bundesstraße ist. An der Grenze, wo sich heute Parkplätze, Cafés und Tankstellen befinden, kann man leicht erkennen, wo einst die Grenzkontroll- und Zollgebäude standen. Diese Klamm ist wahrscheinlich ein schöner Zwischenstopp, um während einer langen Autofahrt frische Luft zu schnappen. Die Straße von Scharnitz ist mit „Hotel Wiesenhof” ausgeschildert, wo die Straße mit einem großen Parkplatz endet. Leider befindet sich dieser auf der falschen Seite des Tals, sodass man bergab zur Brücke Wiesenhofsteg unterhalb der Lodge laufen und der einspurigen Straße auf der anderen Seite flussaufwärts zur Klamm folgen muss. Alternativ kann man einige hundert Meter vorher rechts zur Kneippanlage abbiegen und auf dem kleinen Parkplatz am Ende der Straße parken. Folgen Sie einfach der Straße geradeaus.
Die gesamte Tour, zu Fuß zur Klamm, dann durch die Klamm und auf dem gleichen Weg zurück, dauert wahrscheinlich etwas mehr als zwei Stunden. Es gibt jedoch zahlreiche Alternativen, z.B. am Ende der Klamm ein wenig bergauf zu gehen und oberhalb der Klamm zum Isartal zurückzukehren. Wenn Sie die Isar auf der etwas flussaufwärts gelegenen Brücke überqueren, gelangen Sie auf die andere Seite der Isar, wo es einen weiteren interessanten Ort gibt. Ein schmaler Pfad führt hinunter zur kleinen Höhle Raggin Gufl, die sich in der Felswand über der Isar befindet. Die Höhle wurde ausgegraben und gab prähistorische Überreste frei. Welche Route Sie nehmen, hängt davon ab, wie viel Zeit Sie hier verbringen möchten. Das Beste an der Klamm ist jedoch, dass sie ziemlich unbekannt ist und Sie außer an wenigen Sonntagen mit gutem Wetter im Sommer mehr oder weniger allein sein werden. Gutes Schuhwerk, Sonnenschutz, etwas zu essen und zu trinken sowie eine Regenjacke werden empfohlen. Manche Leute fahren mit dem Fahrrad zur Klamm, da der Zugang über eine einspurige Schotterstraße erfolgt.