| Ort: |
Hittisau, Bregenzerwald, Vorarlberg.
(47.462845, 9.973112) |
| Öffnungszeiten: |
keine Einschränkungen, seien Sie im Winter vorsichtig. [2025] |
| Eintrittspreise: |
frei. [2025] |
| Typ: |
Klamm
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| Licht: | nicht notwendig |
| Dimension: | L=565 m, VR=15 m, A=753-768 m asl. |
| Führungen: | selbstgeführt |
| Fotografieren: | erlaubt |
| Zugänglichkeit: | nein |
| Literatur: | |
| Adresse: |
Engenlochschlucht, Tourismusbüro Hittisau, Platz 370, 6952 Hittisau, Tel: +43-5513-6209-50.
E-mail: |
| Nach unserem Wissen sind die Angaben für das in eckigen Klammern angegebene Jahr korrekt. Allerdings können sich Öffnungszeiten und Preise schnell ändern, ohne daß wir benachrichtigt werden. Bitte prüfen Sie bei Bedarf die aktuellen Werte beim Betreiber, zum Beispiel auf der offiziellen Website in der Linkliste. |
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| 1905 | Erstes Naturbad angelegt, Weg angelegt. |
Die Engenlochschlucht ist eine schöne Klamm, die der Fluss Bolgenach in den Nagelfluh geschnitten hat. Nagelfluh ist die lokale Bezeichnung für Konglomerat, ein klastisches Sedimentgestein, das durch die Zementierung von abgerundeten bis subangularen kiesgroßen Klasten entstanden ist. Mit anderen Worten: Abgerundete Kieselsteine werden irgendwo abgelagert, und das durch die Zwischenräume sickernde Grundwasser lagert Mineralien ab, die die Kieselsteine miteinander verkleben. Dieser Vorgang wird als Konsolidierung und Lithifizierung bezeichnet. Dieses Gestein sieht aus wie eine Art natürlicher Beton. Die Nagelfluh bildet eine Art Band entlang des nördlichen Randes der Alpen und entstand während der Eiszeit. Kristalline Gesteine, Kalksteine und Sandsteine aus den Alpen wurden von den Gletschern an den Fuß der Berge transportiert und dort abgelagert, wo die Gletscher schmolzen. Man könnte sie als Moräne bezeichnen. Diese Kieselsteine wurden durch Kalkstein aus den umliegenden Kalksteinbergen, der im Wasser aufgelöst wurde, in Konglomerat umgewandelt. Mit anderen Worten: Der Nagelfluh ist mit weniger als 2 Millionen Jahren recht jung.
Die Klamm ist noch jünger und wurde durch das Schmelzwasser der Gletscher am Ende der letzten Kaltzeit und zu Beginn der aktuellen Zwischeneiszeit geformt. Sie entstand also erst vor etwa 10.000 Jahren. Einige tausend Jahre lang strömten enorme Wassermengen durch die Klamm und vertieften sie recht schnell. Das ist auch der Grund, warum sie so eng ist. Hätte das Wasser mehr Zeit gehabt, würde es die Seiten abtragen und die Klamm verbreitern. Und genau das wird in Zukunft passieren: Die Klamm wird sich verbreitern und zu einem normalen Tal werden.
Und noch eine Anmerkung zum Namen des Flusses, der Bolgenach oder besser Bolgen-Ach heißt. Alle Flüsse in der Gegend heißen Ach, was ziemlich verwirrend ist. Anscheinend waren die Einheimischen bei der Benennung der Flüsse nicht sehr kreativ. Glücklicherweise ist das nicht so verwirrend, wie es sein könnte, da sie dem Namen immer eine Art Adjektiv hinzugefügt haben. Oft sind diese Flüsse nach Farben oder wichtigen Städten an ihren Ufern benannt, zum Beispiel heißt die Ach, die durch Bregenz fließt, Bregenzer Ach. Die Bolgenach ist ein 30 km langer linker Nebenfluss der Weißach (Weiß-Ach oder weiße Ach), der am westlichen Gipfel des Besler, dem Schafkopf, in Deutschland entspringt. Sie überquert die Grenze zu Österreich, mündet in die Weißach und schließlich in den Rhein.
Die Klamm ist Teil des Hittisauer Wasser-Wanderwegs, der mit Schautafeln zur Wassernutzung ausgestattet ist. Unterhalb der Engenlochschlucht befindet sich eine weitere Klamm in der Nähe, die Kommaschlucht oder Kummaschlucht genannt wird. Der Weg führt auch über zahlreiche historische Holzbrücken, darunter die Kommabrücke, die erstmals 1514 erwähnt wurde, aber 1720 neu gebaut wurde. In der Nähe befinden sich die Gießenbrücke aus dem Jahr 1792 und die Liessenbachbrücke aus dem Jahr 1855, die auch als Branderaubrücke oder Branderauerbrücke bekannt ist. Alle diese Brücken sind überdachte Brücken, d.h. sie haben ein Dach und Wände, die in erster Linie dem Schutz des Holzes dienen. Die Brücken wurden für den Verkehr mit Pferdewagen gebaut und sind stabil genug, um auch modernen Autos standzuhalten. Das auf dem Straßenschild an der Brücke angegebene Höchstgewicht beträgt 7,5 Tonnen.