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Neotektonische Höhlen


Neotektonische Höhlen werden durch einen Mechanismus gebildet, der typisch für Skandinavien ist. Dieses Gebiet war während der Eiszeit von vielen Hundert Meter dicken Gletschern bedeckt. Die Platten der Erdkruste schwimmen auf dem oberen Mantel, der zwar nicht flüssig ist, aber geschmolzen und in der Lage sehr langsam zu fließen. Das große Gewicht der Eisdecke drückte die gesamte Platte hinunter, so wie ein Boot in das ein Passagier einsteigt tiefer ins Wasser sinkt. Über tausende von Jahren, solange der Eisschild existierte, bewegte sich die Platte so nach unten.

Dieser Mechanismus wird als Isostasie bezeichnet. Dies ist die Vorstellung, dass die Kruste schwimmt und deshalb wie alle schwimmenden Körper bestrebt ist ein Gleichgewicht zwischen der Schwerkraft, die die Platte nach unten drückt, und dem Auftrieb, der die Platte nach oben drückt, zu erreichen.

Vor etwa 8000 Jahren endete die letzte Eiszeit. In einem aus geologischer Sicht sehr kurzen Zeitraum von einigen Hundert Jahren schmolz das Eis wodurch die Platte von einem großen Gewicht entlastet wurde. Nachdem die Gegenkraft weggefalen war, begann die Platte sich durch ihren Auftrieb nach oben zu bewegen. Diese Bewegung hält immer noch an, die Platte bewegt sich heutzutage jählich mehrere Zentimeter nach oben. Diese Bewegung kann heutzutage mit Satelliten exakt bestimmt werden.

Der Aufstieg eine Platte stellt eine enorme Kraft dar, die natürlich im Gestein zu Beanspruchungen führt. Das Ergebnis sind Erdbeben, Verwerfungen und schließlich auch neotektonische Höhlen.

Nun wird auch klar, warum diese Höhlen neotektonisch genannt werden. Neo bedeutet neu, was auf diese Höhlen unbedingt zutrifft: sie wurden innerhalb der letzten 8000 Jahre gebildet. Atürlich wurden auch in früheren Zwischeneiszeiten bereits neotektonische Höhlen gebildet, diese wurden jedoch durch die darauffolgende Vergletscherung vollständig zerstört.


Siehe auch


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