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Klufthöhlen


en: tectonics
de: Tektonik (e)
es: tectónica (f); tectónico (m)
fr: tectonique (f)
hu: tektonika
it: tettonica (sf)
pt: tectônica (f); tectônico (m)
ro: tectonicá (f)


Klufthöhlen entstehen durch Aufweitung des Gesteins, es entstehen Klüfte. Natürlich ist die Aufweitung auf tektonische Kräfte zurückzuführen, diese müssen jedoch nicht unbedingt mit der Plattendynamik zu tun haben. Aufweitungen in derart großem Maßstab führen meist zum Aufstieg von Magmen, wodurch sich Basaltgänge bilden.

Die zur Höhlenbildung führenden Aufweitungen sind meist sehr viel kleinräumiger. Sie beruhen meist auf Erosion bei einem geeigneten Refief und Hangrutschungen. Besonders bei Sedimenten mit unterschiedlichen Schichten kann es dann zum Abrutschen einer Hangkante kommen, die auf einer weicheren Schicht rutscht. Und gerade bei Schichtstufen ist diese Erscheinung typisch, da sie einen Teil des Entstehungsprozeßes von Schichtstufen darstellt.

Wenn ein Gesteinspaket ins rutschen kommt, weiten sich vorhandene Klüfte aus. Wenn der Prozeß weit genug fortschreitet kann die Kluft weit genug werden um die befahrung zu erlauben. Dabei kann man zwei unterschiedliche Abläufe unterscheiden. Einmal kippt das Gesteinspaket zum Berg hin und rutscht mit der Unterseite zu Tal. Dann bilden sich lange, gerade, hohe, nach oben spitz zulaufende Klüfte. Diese sind geschlossen, also echte Höhlen. Wenn dagegen das Gesteinspaket vom Hang untergraben wird und deshalb zum Tal hin kippt, bilden sich Spalten die nach oben weiter werden. Diese sind nach oben offen und man spricht nicht von Höhlen. Zudem gelangt Gesteinsschutt und Pflanzenreste hinen, so dass sie sich auffüllen. Diese Klüfte sind also meist zu einem erheblichen Teil verfüllt.

Bei einengenden Kräften kommt es zur sekundären Ausbildung von ausweitenden Kräften in einem 90° Winkel. Entsprechend kommt es im 90° Winkel sowie in den beiden 45° Winkeln zu Spaltenbildung. Daß es hier jedoch Höhlen gibt ist sehr selten, da diese Spalten meist nicht weit genug sind und zudem durch Mineralisation im Porenwasser bei der Bildung gleich wieder verheilen. In seltenen Fällen bilden sich jedoch auch hier Spaltenhöhlen, die aufgrund der enthaltenen Mineralien meist als Kristallhöhlen, Kristallgrotten oder Geoden bezeichnet werden.

Der Begriff Klufthöhle ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Bei Karsthöhlen wird er häufig einfach zur Beschreibung der Morphologie benutzt. Es ist dann eine vorwiegend kluftartige Höhle gemeint, die dennoch als Karsthöhle entstanden ist. Man spricht deshalb zur Unterscheidung manchmal auch von tektonischen Klufthöhlen.


Siehe auch


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