Speläo-Atemtherapie

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Man kann wieder freier atmen, fühlt sich wohler, die Lungenfunktion verbessert sich, Asthmaanfälle werden vermindert, der Medikamentenverbrauch geht zurück. Verständlich deshalb, dass bei Atemwegsleidenden die Nachfrage nach der Speläotherapie weiterhin steigt. Kuren im reinen Klima der Heilstollen liegen im Trend. Gut, dass es in Deutschland gleich 12 solcher Gesundbrunnen gibt.

Dicke Luft und die unliebsamen Folgen

Die Häufigkeit von chronisch entzündlichen Reizungen der Atemwege (chronische Bronchitis), von Krankheitsbildern mit einer Überreaktion der Bronchien (Asthma bronchiale) sowie allergischen Erkrankungen mit asthmatischen Anfällen als häufigstes Symptom nimmt in den Industrieländern weltweit zu.

Unter den Risikofaktoren wird unter anderem die Luftverschmutzung aufgeführt, deren wesentliche Komponenten Schwefeldioxid, Ozon und Staubpartikel sind. Zur Verschlechterung der Lufthygiene tragen die Zunahme der Verkehrsdichte auf den Straßen und im Luftraum und der Schwebstaub aus der großflächigen Landbewirtschaftung und von Vulkanausbrüchen bei.

Der nach wie vor ungebrochene Nikotinkonsum setzt Feinststäube frei, die nicht nur in Raucherlungen gelangen, sondern sich nachweislich auch auf Bronchien von Passiv-Rauchern niederschlagen, wobei Atemwege von Kleinkindern und älteren Menschen besonders mitleiden.

Eine weitere Belastung für die Atemwege sind die fast luftdichten Gebäude- und Raum-Isolierungen zur Energieeinsparung, die einen natürlichen Luftaustausch nahezu unmöglich machen und nicht selten zur Entstehung bakterieller Schadstoffe, zum Beispiel in Blumentöpfen, führen und auch ideale Bedingungen für Hausstaubmilben schaffen. Umweltmediziner und Allergologen sind beunruhigt darüber, dass trotz der ansteigenden Verordnungszahl von Asthmamitteln (Asthma-Sprays) und modernen Entzündungshemmern (Cortison-Sprays) Asthma-Erkrankungen unverändert zunehmen.

Die natürliche Therapie und ihre Wirkung

Viele Betroffene suchen außer der medikamentösen Therapie zusätzlich nach anderen, natürlich wirksamen Behandlungsmöglichkeiten. Hier kommt insbesondere der Klimatherapie eine besondere Bedeutung zu. Seeklima, Hochgebirgsklima und das Höhlenklima (Speläo-Klima) sind auf unterschiedliche Weise heilend wirksam. Sie können unter den Bedingungen von Allergenarmut und fehlender Hausstaubmilbe und durch die günstige Zusammensetzung der Umgebungsluft eine direkte entzündungshemmende Zusatzwirkung an den Atemwegen entfalten.

Gerade die Höhlenkur (Speläotherapie) hat in jüngster Zeit besondere Aufmerksamkeit erfahren, weil medizinwissenschaftliche Studien die Verbesserung der Lungenfunktionswerte nach dieser Kur bestätigten. Auch war eine subjektive Verbesserung der Befindlichkeit nach dem "Heilsamen Atmen im Schoß der Erde" wahrzunehmen. Die bei Atemwegsleidenden oft stark angegriffenen Flimmerhärchen und ausgetrockneten Schleimhäute der Bronchien können sich in diesem Klima wieder erholen und deren Abwehrkräfte stärken, so Prof. Dr. med. Ulrich Hüttemann, Umweltmediziner an der Universität Göttingen.

Die Art und Weise der Behandlung ist ebenso einfach wie wirkungsvoll. Die Patienten halten sich täglich zwei Stunden über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen zu Liegekuren unter Tage auf. Dabei werden sie durch ausgebildetes Personal und durch Ärzte am Ort medizinisch betreut. Die staub- und pollenfreie Luft unter Tage, die relativ hohe Luftfeuchtigkeit und eine konstant niedrige Temperatur wirken antiallergisch, entzündungshemmend, schleim- und krampflösend, beruhigend sowie die Atmung anregend und vertiefend. Bei Asthmapatienten lassen Anfallhäufigkeit und -schwere rasch nach, was sich unter anderem auch in einer erholsamen Nachtruhe auswirkt. Der Gebrauch von Medikamenten läßt sich häufig reduzieren.

Um die weitere medizinische Forschung und auch darum, dass das natürliche Heilmittel des Untertageklimas den Hilfesuchenden in bestmöglicher Weise zur Verfügung steht, bemüht sich der Deutsche Speläotherapieverband e.V. In diesem Verband arbeiten die 12 deutschen Mittelgebirgsorte Aalen (Schwäbische Alb), Bad Grund (Harz), Berchtesgaden (Bayerische Alpen), Bodenmais (Bayerischer Wald), Ennepetal (Sauerland), Ehrenfriedersdorf (Erzgebirge), Marsberg (Sauerland), Münstertal (Südlicher Schwarzwald), Neubulach (Nördlicher Schwarzwald), Pottenstein (Fränkische Schweiz), Saalfeld und Schmiedefeld (Thüringer Wald) zusammen.

Wolfgang Spieß

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