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Ferdinand Gregorovius

Wanderjahre in Italien

Monte Sant Angelo

Dieser Auszug aus dem Buch Wanderjahre in Italien von Ferdinand Gregorovius beschreibt die Erscheinungen des Erzengel Michael auf dem Gargano.


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In Sipontum lebte ein reicher Mann, Garganus genannt, dessen Herden auf dem Vorgebirge weideten. Eines Tages verschwindet ihm ein schöner Stier. Lange sucht er diesen mit seinen Hirten in allen Schluchten des Gebirges, bis er ihn am Eingang einer Grotte findet. Ergrimmt über die lange Mühe seines Suchens will er den Stier erschießen, aber der abgeschossene Pfeil wendet sich um und verwundet den Schützen selbst.

Man meldete dieses Wunder dem Bischof Laurentius in Sipontum, und dieser ordnete ein dreitägiges Fasten an. Am dritten Bußtage, dem 8. Mai (des Jahres 493), erschien ihm der Erzengel und verkündigte ihm: dass die Grotte durch ihn selbst geheiligt sei, und fortan eine Stätte des Kultus zu seiner und der andern Engel Ehre sein solle. Er erschien dem zaudernden Bischof noch einigemal, bis dieser endlich Mut faßte und mit andern Gläubigen die schauerliche Grotte betrat, nachdem auch den Sipontinern derselbe Erzengel bereits als Retter in einer Schlacht gegen Heiden erschienen war, welche ihre Stadt bedrängten.

Als die Christen in jene Höhle eintraten, fanden sie dieselbe von einem himmlischen Licht erleuchtet, von Engelhänden in eine Kapelle verwandelt, und in der Felsenwand einen mit Purpur bedeckten Altar errichtet. Laurentius baute vor dem Eingange der Grotte eine Kirche und weihte dieses Heiligtum dem Erzengel mit Bewilligung des Papstes Gelasius am 29. September 493.


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