Die Geschichte des Wilderers Leichtweiß


Heinrich Anton Leichtweiß wurde am 29.12.1723 geboren. Er lebte in Dotzheim und hatte dort eine Bäckerei. Er war verheiratet und hatte insgesamt 13 Kinder, von denen aber 6 bereits im Kindesalter verstarben, durchaus normal in der damaligen Zeit.

Ob er nun wegen der Lebensmittel oder aus Lust an der Jagd wilderte ist nicht bekannt. Aber sicher ist, dass er wilderte und erwischt wurde. Die Obrigkeit verurteilte ihn zuerst auf Bewährung. Durch erneutes wildern brach er die Bewährungsauflagen und wurde nun gesucht. Um dem Gefängnis zu entgehen floh er in den Wald und versteckte sich in einer Höhle.

Leichtweiß verbrachte in dieser Höhle insgesamt 13 Jahre seines Lebens, von 1778 bis 1791. Er erweiterte sie und schuf sich eine erhöhte und trockene Seitennische als Schlafplatz, einen Kamin über der Feuerstelle und einen Eingangsraum mit Sitzgelegenheit. Der damalige Eingang war ein verstecktes Loch, das sicherlich nicht groß genug war um aufrecht hindurchzugehen. Ob er weiterhin von der Wilderei lebte, oder ob seine Familie ihm Lebensmittel brachte ist nicht bekannt.

Doch schließlich im Jahr 1791 wurde ein Waldarbeiter auf Rauch aufmerksam, der aus dem Felsen zu kommen schien. Es handelte sich dabei um den Rauch des Kochfeuers von Leichtweiß, das einen Rauchabzug durch den Felsen hatte. Nun wurde auch schnell die Höhle entdeckt und Leichtweiß verhaftet. Er kam ins Gefängnis wo er bereits zwei Jahre später, am 12.3.1793 verstarb.


Dieser Kern der Geschichte scheint weitgehend belegbar zu sein. Selbst nachprüfen konnten wir das jedoch nicht. Allerdings sind alle weiteren Behauptungen, wie zum Beispiel dass Leichtweiß ein Räuber gewesen sei, mit größter Wahrscheinlichkeit frei erfunden.


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